Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 21-0048  

 
 
Betreff: Spielplatz Biedermannplatz: Planschen und Wasserspaß schnellstmöglich wieder ermöglichen!
Gemeinsamer Antrag von GRÜNE- und SPD-Fraktion
Status:öffentlichDrucksache-Art:gemeinsamer Antrag
  Aktenzeichen:123.30-04/0004
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung
20.06.2019 
Sitzung der Bezirksversammlung (konstituierende Sitzung)      

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Insbesondere in den heißen Sommertagen suchen viele Menschen eine Möglichkeit zur Abkühlung. Nach der aufwendigen Sanierung des Planschbeckens im Stadtpark mit Hilfe des Sanierungsfonds, bietet dieses große Wasserbecken hunderten Kindern am Tag Spiel und Spaß. Damit die Wasserqualität auch an heißen Tagen gewährleistet werden kann, wurden aufwendige Filteranlagen verbaut.

 

Auch in Barmbek-Süd gibt es eine Möglichkeit sich im Wasser abzukühlen und zu spielen: Das Planschbecken am Biedermannplatz. Viele Kinder aus dem Quartier und darüber hinaus suchen dort ebenfalls Abkühlung in den heißen Sommertagen. Der Betrieb des Beckens ist bis zur vorherigen Saison mit erheblichem personellem Aufwand sichergestellt worden: Das Becken wurde von Mitarbeitern des Bezirksamts in den Morgenstunden bis zum späten Vormittag gereinigt. Sogenannte ehrenamtliche „Chlorpaten“, die eigens Schulungen zur Chlorung des Beckens durchlaufen hatten, führten dem Wasser ab mittags Chlor zu. Je nach Witterung konnte das Wasser so bis zu zwei Tage im Becken verbleiben, bis es in den nebenliegenden Teich abgelassen wurde.

Trotz des erheblichen Aufwandes und des herausragenden Engagements der „Chlorpaten“, gestaltete sich die gleichmäßige manuelle Chlorung aufgrund der Größe des Beckens und der geringen Wassertiefe schwierig. Auch sorgt die geringe Wassertiefe für eine starke Erhitzung, die die Keimbildung beschleunigt.

 

In der Folge kann das Becken aktuell nicht so betrieben werden, dass eine gesundheitliche Gefährdung der dort spielenden Kinder ausgeschlossen ist. Wie das Bezirksamt Hamburg-Nord bekanntgab, überschreitet die Verkeimung des Wassers im Becken klar die Toleranzgrenze – obwohl eine aufwändige Chlorung stattfindet.

 

Das Ableiten des chlorhaltigen Wassers in das angrenzende Biotop schädigt zudem auf Dauer die dort existierende Fauna und Flora. Darüber hinaus werden für jede Füllung des Beckens ca. 70.000 Liter Trinkwasser benötigt.

 

Das traditionsreiche Planschbecken am Biedermannplatz, dessen Ursprünge schon fast 100 Jahre zurückreichen, soll auch in Zukunft weiter betrieben werden können. Dafür sind entsprechende technische Maßnahmen umzusetzen, die die Verkeimung des Beckens auf vertretbarem Niveau halten. Auch eine Minderung des erheblichen Trinkwasserverbrauchs von ca. 70.000 Litern pro Füllung sollte beim Finden von Lösungsansätzen zum Fortbetrieb des Beckens berücksichtigt werden.

 

Bei allen größeren Maßnahmen auf Spielplätzen ist es üblich, bei der Erstellung eines Konzepts die interessierte Öffentlichkeit und die ehrenamtlich Engagierten vor Ort einzubeziehen. Das muss auch hier zum Zweck der Erhaltung einer Wasserspiel- und Planschmöglichkeit geschehen.

 

Bis ein Umbau oder eine technische Anpassung erfolgt sind, die eine dauerhafte Nutzung des Planschbeckens ermöglichen, sollte der Betrieb des Beckens zumindest an einigen Tagen in der laufenden Saison ermöglicht werden.

 


Petitum/Beschluss:

 

Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung Hamburg-Nord beschließen:

 

  1. Der Betrieb eines Planschbeckens auf dem Spielplatz Biedermannplatz in Barmbek-Süd soll dauerhaft sichergestellt werden.
  2. Dem zuständigen Regionalausschuss werden die aktuellen Probleme mit dem Betrieb des Beckens am Biedermannplatz zeitnah erläutert und mögliche Lösungsansätze und damit verbundene Kosten vorgestellt.
  3. Sollten umfangreichere Umgestaltungen notwendig sein, ist die Öffentlichkeit wie bei allen größeren Maßnahmen auf Spielplätzen einzubeziehen.
  4. Es wird zudem geprüft, wie in der Interimszeit das Planschen zumindest an einzelnen Tagen ermöglicht werden kann. Dabei sollen wenn möglich Wünsche der dort ehrenamtlich oder Engagierten und der regelmäßigen Nutzer*innen berücksichtigt werden.

 

 

 

Für die GRÜNE FraktionFür die SPD-Fraktion

Michael Werner-BoelzAlexander Kleinow

Christoph ReiffertRüdiger Wendt

 


Anlage/n:

 

Keine