Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-6928  

 
 
Betreff: Fuhle 101 - Radführung ändern!
Stellungnahme der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage vorsitzendes Mitglied
  Aktenzeichen:123.50-04
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung
20.06.2019 
Sitzung der Bezirksversammlung (konstituierende Sitzung) (offen)   
Regionalausschuss Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg
02.09.2019 
konstituierende Sitzung des Regionalausschusses Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg      

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Der Regionalausschuss Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg hat sich in seiner Sitzung am 25.02.2019 mit der o.g. Thematik auf der Grundlage eines Antrages der SPD- und GRÜNEN Fraktion befasst und und einstimmig unter Zurückstellung des Punktes 5 folgende Beschlussempfehlung verabschiedet:

 

Das vorsitzende Mitglied der Bezirksversammlung setzt sich bei den zuständigen Stellen für Folgendes ein:

 

  1. An der Fuhlsbüttler Straße zwischen Drossel- und Krüsistraße wird die Planung für die westlichen Nebenflächen nochmals überprüft. Ziel ist die Herstellung einer Radverkehrsanlage, die
    1. baulich vom Gehweg klar getrennt ist, um ein Ausweichen des Fußverkehrs effektiver zu verhindern
    2. mindestens in zwei Metern Breite ausgeführt wird, um ein Überholen zu ermöglichen
    3. auf Niveau der Fahrbahn und in Asphalt ausgeführt ist.

 

  1. Die Absenkung des derzeitigen und geplanten Radwegs auf Fahrbahnniveau in Höhe des Kreisels ist durch die eher schmale Ausführung und die bei schlechten Lichtverhältnissen nicht gut erkennbaren Hochborde beiderseits unpraktisch. Sie sollte anders gestaltet werden, entfiele aber ohnehin bei Umsetzung von 1).

 

 

 

  1. Ebenso wird geprüft, wo im Planbereich weitere Radabstellmöglichkeiten eingerichtet werden können. Der Wegfall vor der Apotheke ist mindestens zu kompensieren.

 

 

  1. Die vorgesehene Entfernung von Eichenspaltpfählen, die derzeit dem Schutz der Grünflächen dienen, ist zu unterlassen. Andernfalls ist ein Beparken und Befahren geradezu garantiert – insbesondere durch Hol- und Bringverkehre von Hotel, Bahnhof, Läden und Gastronomie.

 

  1. Die Massaquoipassage soll offiziell auch mit dem Rad befahrbar sein. Eine entsprechende Beschilderung ist wiederherzustellen. Dabei sollte sichergestellt sein, dass der Fußverkehr wie bisher vorgesehen Vorrang vor dem Radverkehr hat.

 

 

  1. Die Massaquoipassage soll auch mit Sitzgelegenheiten ausgestattet werden – laut der der Planung beigefügten Zeichnung sind derzeit keine vorgesehen. Sofern bereits eine angemessene Anzahl von Sitzgelegenheiten eingeplant ist, soll sichergestellt werden, dass es dabei auch Angebote für Menschen mit körperlichen Einschränkungen gibt (Rücken- und Armlehnen, ggf. erhöhte Sitzfläche für leichteres Aufstehen).

 

 

Begründung:

 

An der Fuhlsbüttler Straße 101 entsteht ein Gebäudekomplex mit Einkaufsmöglichkeiten und einem IntercityHotel. Nach dem Umbau sollen die Wege rund um das Karree mit dem neuen Gebäude, insbesondere aber die Westseite der Fuhlsbüttler Straße zwischen Drosselstraße und Kreisel/Krüsistraße umgestaltet werden. Entsprechende Pläne lagen dem Regionalausschuss in der Sitzung vom 4. Februar 2019 vor.

 

Bislang sehen die Pläne aus Radverkehrssicht im Prinzip nur eine Erneuerung des Status quo vor. Der vorhandene Radweg soll in ähnlichen Dimensionen wiederhergestellt werden. Neu hinzu kommt eine Ladebucht für die Anlieferung am Hotel, die derzeit vorhandene Parkplätze ersetzt.

 

Die vorgelegte Planung löst damit leider nicht die schon jetzt existierenden Konflikte zwischen Außengastronomie, Rad- und Fußverkehr in diesem Bereich: Eingeengt durch Sitzbänke vor dem türkischen Lokal, reicht der vorhandene Gehweg derzeit nicht aus, um allen Fußgän-ger*innen genug Raum zu bieten. Diese weichen auf den Radweg aus, wo sie wiederum den Radverkehr behindern. In der vorliegenden Planung wird die Gestaltung des nördlich angren-zenden Teils der Fuhle aufgegriffen. Dort gibt es keine bauliche Trennung zwischen Rad- und Gehweg. Allerdings sind die Nebenflächen dort auch anders dimensioniert. Hinzu kommt, dass nach Fertigstellung des Gebäudes Fuhle 101 mit noch stärkerem Fußverkehr gerechnet werden muss – was die Situation verschärft.

 

Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass in weiten Teilen der Fuhlsbüttler Straße der Radverkehr auf Radfahrstreifen geführt wird. Im Sinne einer einheitlichen Führung wäre eine solche Lösung auch hier zu begrüßen, zumal bei einer eventuellen Überplanung des sic südlich anschließenden Abschnitts der Straße auch Radfahrstreifen als Radverkehrsführung zu erwarten sein

dürften.

 

Aus Sicht des Ausschusses sollte für die Radverkehrsführung eine Lösung gewählt werden, die klarer Rad- und Fußverkehr trennt.

 

 

 

 

 

 

Unklar bleibt laut Erläuterungsbericht auch, ob künftig Radverkehr in der Massaquoipassage zugelassen sein soll oder nicht. Die Zulassung erscheint absolut notwendig, da andernfalls

große Umwege für vom Bahnhof kommende Radfahrende, die Richtung Norden oder Westen fahren wollen, notwendig wären.

 

Schließlich ist die Zahl der an der Fuhle vorgesehenen Radstellplätze als viel zu gering anzu-sehen, zumal 12 derzeit vorhandene Stellplätze entfernt werden sollen.

 

Der Hauptausschuss folgt der Beschlussempfehlung einstimmig.

 

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation nimmt hierzu wie folgt Stellung:

 

Zu 1-4.:

Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) ist mit der bauherrenbegleitenden Erschließungsplanung im Bereich der Fuhlsbüttler Straße 101 beauftragt. Inhalt dieser bauherrenbegleitenden Planung ist es, eine Wiederherstellung der angrenzenden Nebenflächen zu gewährleisten. Die unter den Punkten 1 bis 4 genannten Prüf- bzw. Planungsleistungen sind nicht Bestandteil des Planungsauftrags des LSBG. Im Hinblick auf den in ganz Hamburg bestehenden Sanierungsbedarf im gesamten Verkehrsnetz und vor dem Hintergrund der bereits laufenden Verkehrsplanungen bzw. laufenden Baumaßnahmen, kann hier keine Erweiterung des Planungsauftrages mit dem Ziel der kurzfristigen Überplanung des genannten Bereiches realisiert werden.

 

 

Zu 6.:

Die Entscheidung darüber obliegt dem Bezirk. Sofern diese getroffen wurde, können bei der Planung Sitzgelegenheiten in der vorgegebenen Form berücksichtigt werden.

 


Petitum/Beschluss:

 

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

 

 

Dagmar Wiedemann

 


Anlage/n:

Keine