Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-6405  

 
 
Betreff: Inklusion in allen Lebensphasen erleichtern: Inklusive Spielplätze für Hamburg-Nord!
Stellungnahme des Bezirksamtes
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage Bezirksamt
  Aktenzeichen:123.30-04/0004
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung
17.01.2019 
Sitzung der Bezirksversammlung (offen)   
Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Inklusion
24.01.2019 
Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Inklusion      
04.04.2019    Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Inklusion      

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Hamburg hat sich zur Umsetzung der Inklusion verpflichtet. In vielen Bereichen wie Schule, ÖPNV und öffentlicher Raum sind Erfolge bereits sichtbar. Dennoch ist der Weg zu einer ganzheitlichen Inklusion noch weit. An Schulen lernen sich Kinder mit und ohne körperliche Einschränkungen in ihrem Lernumfeld kennen und schätzen. Anders sieht es leider noch im Bereich der Freizeit aus. In Hamburg findet sich derzeit noch kein inklusiver Spielplatz. Zwar hat es im Nachbarbezirk auf Initiative eines Elternvereins mittlerweile die Zusage zur Sanierung eines Spielplatzes unter Inklusionsgesichtspunkten gegeben. Umgesetzt wurde die im Jahr 2015 beschlossene Maßnahme leider noch nicht.

Als zweitgrößte Stadt Deutschlands muss Hamburg in diesem Bereich zügig zu kleineren Gemeinden und Städten aufschließen. In zahlreichen Kommunen finden sich bereits Spielplätze mit Angeboten auch für Kinder mit körperlichen Einschränkungen. Insbesondere Gerätschaften, die ein gemeinsames Spielen ermöglichen, können dem Gedanken der Inklusion gerecht werden.

Im Zuge künftiger Sanierungen und Neuerrichtungen sollen daher die Bedürfnisse von Kindern mit körperlichen Einschränkungen einbezogen werden. Deswegen soll bei der künftigen Neu- und Überplanung von Spielplätzen der Aspekt der Inklusion regelmäßig in die Planung eingeschlossen werden. Um die Inklusion an Spielplätzen zügig zu verbessern, ist ein Pilotprojekt möglich, bei dem Erkenntnisse für die Zukunft gewonnen werden. Dazu soll für jede Sanierung, Erweiterung und Neuerrichtung von Spielplätzen geprüft werden, inwiefern inklusive Spielgeräte die Planung umfassen können und wie der Spielplatz insgesamt möglichst barrierearm oder sogar -frei geplant werden kann. Auch ein barrierefreier Zugang zum Spielplatz gehört dazu

Bei bereits laufenden Planungen sollte geprüft werden, inwiefern noch Inklusionsgesichtspunkte einbezogen werden können. Zudem sollten dann prioritär solche Standorte für Maßnahmen in Betracht gezogen werden, die im Umfeld von Einrichtungen liegen, die mit körperlich beeinträchtigten Kindern und Jugendliche zu tun haben. Eine ausgewogene Verteilung von Spielplätzen mit inklusiven Elementen im Bezirk ist ebenfalls anzustreben.

Im Bezirk Hamburg-Nord werden bei der Planung von Spielplätzen grundsätzlich Bürgerinnen und Bürger, besonders aber Eltern und Kinder einbezogen. Um auch in jedem Fall Kinder mit körperlichen Einschränkungen und deren Eltern einbeziehen zu können, sollten verstärkt Anstrengungen unternommen werden.

Der Bezirksamtsleiter wird gebeten,

 

1.      zu prüfen, bei welchen bereits aktuell anstehenden Sanierungen, Erweiterungen und Neuerrichtungen von Spielplätzen und deren Zuwegung in der Planung noch Inklusionsgesichtspunkte berücksichtigt werden können;

2.      dem Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration (SGI) unter Hinzuladung der Mitglieder der betroffenen Regionalausschüsse über die Ergebnisse dieser Prüfung zu berichten;

3.      bei zukünftigem Bau oder Sanierung bzw. Erweiterung von Spielplätzen und deren Zuwegung Inklusionsgesichtspunkte jeweils von Beginn an verstärkt mit in die Planungen einzubeziehen;

4.      Kriterien wie Vorhandensein von Einrichtungen für körperlich beeinträchtigte Kinder im Umfeld des Spielplatzes und regionale Verteilung bei der Priorisierung von Maßnahmen in Absprache mit dem Ausschuss SGI einzubeziehen;

5.      im Rahmen der seit langem üblichen Beteiligungsverfahren gezielt Organisationen, die sich mit den Belangen körperlich eingeschränkter Kinder und Jugendlicher zu tun haben, um Mitwirkung und Beratung zu bitten sowie sich im Benehmen mit der Vorsitzenden der Bezirksversammlung zwecks finanzieller Unterstützung an die zuständigen Behörden zu wenden.

 

SPD-Fraktion DIE GRÜNEN Fraktion Bündnis 90

Domres, ThomasWerner-Boelz, Michael

Otto, Alice Schmedt auf der Günne, Tanja

Kleinow, Alexander

 

Die Bezirksversammlung beschließt den Antrag.

 

Das Bezirksamt nimmt hierzu wie folgt Stellung:

 

Zu 1.:

Der Fachbereich Stadtgrün ist aus seinem Selbstverständnis heraus daran interessiert das Thema Inklusion bei den Beteiligungsverfahren mit zu berücksichtigen. Wünsche die an uns herangetragen werden, wurden soweit es möglich war mit berücksichtigt. Es sind alle öffentlichen Spielplätze in Hamburg-Nord barrierefrei erreichbar. Bei der Spielgeräteauswahl wird auf eine multifunktionale Nutzung wert gelegt, so dass jedes Kind entsprechend der eigenen Fähigkeiten diese bespielen kann. Es geht darum, vielfältige Spielanreize zu schaffen, die auch mit unterschiedlichen Fähigkeiten erobert werden können. Spielplätze müssen hinsichtlich motorischer Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten auch einen gewissen Anreiz bieten.  Ansonsten regelt die Spielplatz DIN die Art der Ausstattung. Was auf  betreuten Spielbereichen möglich ist, ist häufig auf öffentlichen Spielplätzen nicht umzusetzen. 

 

Zu 2.:

Die Entwürfe werden nach dem Beteiligungsverfahren im zuständigen Regionalausschuss vorgestellt.

 

Zu 3. und 4.:

In Hamburg-Nord gibt es generell eine öffentliche Bürgerbeteiligung bei Neu- und Umplanungen von Spielplätzen. Da alle nebenliegenden Kitas und Schulen mit Inklusionskindern eingeladen werden und daran teilnehmen können, ist eine Berücksichtigung der Belange gewährleistet. Spezielle Bedarfe können jederzeit an uns herangetragen werden und werden nach Interessensabwägung auch berücksichtigt.

(Spezielle Wünsche aus der Bevölkerung zu besonderen Inklusionsspielgeräten oder Ausstattung wurden in den vergangenen Jahren nicht direkt an uns herangetragen.)

Des Weiteren plant der Fachbereich, neben dem Tagesgeschäft, einen fachlichen Austausch mit entsprechenden Institutionen zum Thema. (z.B. Werner-Otto-Institut oder vergleichbar)

 

Zu 5.:

Bei der Herstellung ist i.d.R. nicht mit wesentlichen Mehrkosten zu herkömmlichen Spielgeräten, Ausstattungselementen oder der Gestaltung zu rechnen. Dies gilt für allgemein zugänglich öffentlich Spielplätze.

 


Petitum/Beschlussvorschlag:

 

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

 

 

Yvonne Nische

 


Anlage/n:

 

Keine