Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-5905  

 
 
Betreff: Groß Borstel endlich besser an den ÖPNV anbinden!
Stellungnahme der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage vorsitzendes Mitglied
  Aktenzeichen:123.30-04/0004
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel
10.09.2018 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel (offen)   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Groß Borstel ist mit seinen rund 8.500 Einwohnerinnen und Einwohnern der einzige Stadtteil im Bezirk Hamburg-Nord, der nicht über einen schienengebundenen ÖPNV-Anschluss verfügt. Insbesondere in den Abendstunden ist die Busverbindung katastrophal, eine 20-minütige Wartezeit die Regel.

In der Vergangenheit hat die Bezirksversammlung auch auf Grund der Bautätigkeit im Stadtteil immer wieder für geeignete Maßnahmen plädiert, den Stadtteil besser an den ÖPNV anzubinden und so den Umstieg vom eigenen Pkw auf den Umweltverbund zu ermöglichen.

Auch weiterhin findet im Stadtteil eine rege Bautätigkeit statt. Im Neubaugebiet Tarpenbeker Ufer, in dem einmal über 2.000 Menschen leben werden, werden zum Ende des Jahres 2018 die ersten Neubauwohnungen bezogen. In Pehmöllers Garten entsteht eine Unterkunft für 400 Flüchtlinge. Perspektivisch ist auch geplant, auf dem ehemaligen Strüver-Gelände neben Gewerbe Wohnungsbau zu ermöglichen. Die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner im Stadtteil Groß Borstel wird also mit dem Fahrplanwechsel des HVV im Dezember 2018 deutlich ansteigen. Das wird auch zu einer deutlichen Nachfragesteigerung im ÖPNV führen.

Bisher wurde leider immer versäumt, bereits mit der Planung neuer Wohngebiete auch Konzepte für die Anbindung an den ÖPNV zu entwickeln. Diesen Umstand hat in seiner Sitzung vom 04.04.2018 auch der Fahrgastbeirat des HVV kritisiert und nachfolgenden Beschluss gefasst:

„Der HVV wird aufgefordert, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass vor dem Einzug der ersten Bewohner in ein neu gebautes Wohngebiet ein akzeptables ÖPNV-Angebot vorhanden ist.“

Genau dieses sollte nun dringend für Groß Borstel entwickelt werden, so dass ab dem Fahrplanwechsel 2018 ausreichend Kapazitäten für eine adäquate Anbindung des Stadtteils an das Busnetz eingeplant werden. Das beinhaltet ganz entscheidend eine deutliche Ausweitung des abendlichen Taktes auf der Linie 114, die derzeit wochentags ab 19.30 Uhr sowie grundsätzlich an Wochenenden und Feiertagen höchstens alle 20 Minuten verkehrt.

Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung beschließen:

 

Die Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, bei der zuständigen Fachbehörde sowie bei der Hochbahn darauf zu drängen, dass mit dem Fahrplanwechsel 2018 geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um vor dem Hintergrund der Neubauten im Stadtteil Groß Borstel eine deutlich verbesserte Busanbindung des Stadtteils zu gewährleisten. Dies beinhaltet vor allem eine deutliche Ausweitung des Taktes auf der Linie 114 abends sowie an Wochenenden und Feiertagen (10-Minuten-Takt).

 

r die SPD-Fraktionr die GRÜNE Fraktion
Thomas DomresMichael Werner-Boelz

rg W. LewinThorsten Schmidt

 

Die Bezirksversammlung beschließt den Antrag.

 

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation nimmt hierzu wie folgt Stellung:

Der Stadtteil Groß Borstel wird durch die MetroBus-Linie 23 bedient, welche den für MetroBusse geltenden Angebotsstandard vollständig erfüllt. Die StadtBus-Linie 114 stellt eine Verbindung zum nächstgelegenen U-Bahnhof Lattenkamp her und verkehrt – wie bei StadtBus-Linien üblich – grundsätzlich im 20-Minuten-Grundtakt, welcher nachfragegerecht verdichtet wird. Diese Linie wird auch in den Wochenendnächten durchgehend alle 40 Minuten betrieben. Zusätzlich wird der Stadtteil in Werktagsnächten durch die NachtBus-Linie 604 bedient. Die SchnellBus-Linie 34 stellt eine umsteigefreie Verbindung in die Innenstadt her. Es besteht somit im Stadtteil eine angemessene Anbindung durch den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

 

Mit Ausnahme einzelner, vorrangig von Schülerinnen und Schülern stark nachgefragter Fahrten bestehen auf den vorgenannten Linien noch ausreichend Kapazitätsreserven, so dass in Zukunft weitere Fahrgäste aufgenommen werden können. Die Überprüfung des Angebots erfolgt fortlaufend, damit auf Nachfragesteigerungen reagiert werden kann. Die derzeit festgestellte geringe Auslastung der StadtBus-Linie 114 am Abend und am Wochenende bietet keine hinreichende Notwendigkeit für eine Verdichtung des 20-Minuten-Grundtakts der Linie. Ob aufgrund zusätzlicher Nachfrage mittelfristig eine Nachfrage erreicht werden kann, die zusätzliche Fahrten am Abend und am Sonnabend rechtfertigt, bleibt abzuwarten.

 

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI), die Hamburger Verkehrsverbund GmbH (HVV) und die Verkehrsunternehmen streben an, Neubaugebiete frühzeitig mit einem angemessenen ÖPNV-Angebot zu versorgen. Dies hängt jedoch von der vorhandenen bzw. in Neubaugebieten entstehenden Infrastruktur ab.

 

Das Neubauvorhaben in „Pehmöllers Garten“ ist durch die Haltestelle Spreenende mit den vorgenannten Linien erschlossen.

 

Das Neubaugebiet „Tarpenbeker Ufer“ befindet sich in Randlage des Stadtteils zwischen Tarpenbek und der Güterumgehungsbahn. Im Rahmen der Aufstellung des maßgeblichen Bebauungsplans Groß Borstel 25 ist die ÖPNV-Anbindung vom HVV und von der BWVI thematisiert worden. Siehe in der Begründung zum B-Plan Groß Borstel 25, Drs. 20-0202 der Bezirksversammlung Hamburg-Nord.

 

Eine unmittelbare Bedienung des Gebietes mit Bussen ist schwierig, da das Neubaugebiet nur über wenige Anbindungen an das bestehende Straßen- und Wegenetz verfügt. Aufgrund der geringen Breite des Baugebiets konnte im Gebiet keine für den Busverkehr geeignete Straße und Wendemöglichkeit hergestellt werden.

 

Um insbesondere die Fußwege zu den im Nedderfeld verlaufenden Buslinien zu verkürzen, wurde eine Querungsmöglichkeit der Güterumgehungsbahn und eine Wegeverbindung für den Fuß- und Radverkehr auf Höhe des Nedderfeld Centers vorgeschlagen. Damit wären die dort gelegenen Einzelhandelsgeschäfte und die Bushaltestelle der StadtBus-Linie 281 fußläufig (ca. 250 m) aus der Mitte des neuen Quartiers erreichbar. Die nächstgelegene Haltestelle zum westlichen Zugang in das Gebiet ist die ca. 500 m entfernte Haltestelle Nedderfeld im benachbarten Lokstedt. Von einer geplanten Brücke am östlichen Rand des Baugebiets über die Tarpenbek kann die Haltestelle Köppenstraße nach ca. 450 m Fußweg erreicht werden.

 


Petitum/Beschluss:

 

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

 

 

Dagmar Wiedemann

 


Anlage/n:

 

Keine