Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-5875  

 
 
Betreff: 1. Verschickung Veloroute 4 Immenhöven – Laukamp: Stellungnahme des Regionalausschusses
Gemeinsamer Antrag von SPD-, GRÜNE- und DIE LINKE-Fraktion
Status:öffentlichDrucksache-Art:gemeinsamer Antrag
  Aktenzeichen:123.24-24
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel
25.06.2018 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

In seiner Sitzung am 4. Juni 2018 wurde dem Regionalausschuss die Planung zur Veloroute 4 im Bereich Immenhöven und Laukamp vorgestellt, die auch einen Teil des Foorthkamps umfasst. Der Ausschuss ist zur Abgabe einer Stellungnahme aufgefordert.

 


Petitum/Beschluss:

Vor diesem Hintergrund möge der Regionalausschuss beschließen:

Das Vorsitzende Mitglied des Regionalausschusses übermittelt dem Bezirksamt und dem Planungsbüro fristgerecht die folgende Stellungnahme des Ausschusses:

 

  1. Allgemeine Einschätzung

Der Regionalausschuss begrüßt den Ausbau der Veloroute 4 im Planbereich ganz ausdrücklich. Die im Bereich der Fußgängersprunginsel nicht unterbrochenen Schutzstreifen tragen zur gefühlten Sicherheit der Radfahrenden bei. Für die Anbindung der B&R-Anlagen unter der U-Bahnbrücke konnte eine ungewöhnliche, aber kreative Lösung gefunden werden. Auch Fußgängerinnen und Fußgänger können von der Planung durch barrierefreie Fußwege im gesamten Planbereich deutlich profitieren.

 

  1. Fahrbahnbreite Immenhöven (Süd)

In der Planung ist eine Fahrbahnbreite von 3,50m vorgesehen. Diese wird als gefährlich angesehen: Fährt ein Radfahrender am rechten Fahrbahnrand, so ist es noch möglich, diesen mit einem Pkw zu überholen. Es ist aber nicht mehr möglich, dabei einen als sicher geltenden Abstand von 1,50m einzuhalten. Es ist plausibel, anzunehmen, dass viele Autofahrende daher trotzdem überholen werden. Aus diesem Grund sollte die Straße entweder verbreitert (sicheres Überholen möglich) oder aber schmaler gestaltet werden (Überholen auch für Pkw unmöglich). Im Falle einer Verbreiterung sollte auch der Schutzstreifen fortgeführt werden. Eine Verschmälerung der Straße kann auch durch preiswerte Maßnahmen wie z.B. Pflanzkübel, Betonringe oder Fahrradbügel auf der Bestandsfahrbahn (im Schutz einer Nase) erreicht werden.

 

  1. Ordnungswidrige Gehwegnutzung Radverkehr

In Fahrtrichtung Osten fahrende Radfahrende müssen sich im Bereich der Bushaltestelle in den Mischverkehr einordnen und im weiteren Verlauf die Fahrbahn Immenhöven (Süd) nutzen. Auf Grund der gefährlichen Überholsituation in Immenhöven (Süd, siehe 2.) und auch um sich das möglicherweise mit Wartezeit verbundene Einordnen in den Mischverkehr zu ersparen, werden viele Radfahrende ab der Einmündung Borner Stieg auf dem Gehweg fahren. Attraktiv wird dieser ordnungswidrige Fahrweg zudem durch

a) die große Breite des Gehweges neben Immenhöven (Süd);

b) die Nullabsenkung an Immenhöven (Süd) an der Einmündung Borner Stieg;

c) die Linienführung: aus dem Schutzstreifen geradeaus geht es direkt auf den Gehweg.

Um dieses gerade für Fußgängerinnen und Fußgänger gefährliche Fehlverhalten weniger attraktiv zu machen, sollte der vorgeschriebene Fahrweg intuitiver gestaltet werden. Es sei angeregt, den vor der Bushaltestelle endenden Schutzstreifen nach der Bushaltestelle wieder aufzugreifen und über die Einmündung Borner Stieg hinaus zu führen. Die Verflechtung in den Mischverkehr sollte dann an einer Stelle geschehen, an der nicht leicht auf den Gehweg gewechselt werden kann.

 

  1. Verdeutlichung Verlauf der Veloroute 4

Der in Fahrtrichtung Westen führende Schutzstreifen in Immenhöven (Süd) beginnt - aus dem Borner Stieg kommend - erst ein ganzes Stück von der Einmündung Borner Stieg entfernt. Um für aus Süden kommende Radfahrende intuitiv zu verdeutlichen, dass die Veloroute hier links abbiegt, sollte der Schutzstreifen schon unmittelbar an der Einmündung Borner Stieg beginnen.

Gleiches gilt für den Radfahrstreifen in Richtung Norden im Laukamp: Dieser sollte über die Einmündung des Immenhöven (Nord) in den Laukamp fortgeführt werden. Zum einen, um Radfahrenden den Verlauf der Veloroute zu verdeutlichen, zum anderen um den Kfz-Verkehr aus Immenhöven (Nord) besonders auf Räder von links aufmerksam zu machen.

 

  1. Gehweg Foorthkamp Südseite

Der Gehweg auf der Südseite des Foorthkamps zwischen Diekmoorweg und
U-Bahnbrücke wird als unnötig angesehen. Der alternativ nutzbare Gehweg zwischen
U-Bahndamm und P&R-Anlage ist sogar etwas kürzer. Es gibt entlang des Weges zwischen Diekmoorweg und U-Bahnbrücke keine plausiblen Quellen und Ziele. Es sei angeregt, die Fläche stattdessen zu einem Großteil als unversiegelte Grünfläche mit neuen Baumpflanzungen, Büschen und/oder insektenfreundlichen Pflanzen (z.B. Frühblühern) auszugestalten und auch einige öffentliche Kfz-Stellplätze einzurichten.

 

  1. Seniorengerechte Bänke

Im Planbereich sollten seniorengerechte Sitzbänke vorgesehen werden, um Ältere und Menschen mit Gehbehinderungen in ihrer Mobilität zu unterstützen. Als mögliche Orte seien der Foorthkamp auf Höhe Einmündung Diekmoorweg (beide Straßenseiten) sowie der breite Gehweg in der Straße Immenhöven (Süd) vorgeschlagen.


  1. Fahrradbügel

Trotz der nahen Bike&Ride-Anlage sollten im Planbereich einige weitere Anlehnbügel für Fahrräder vorgesehen werden. Dies gilt insbesondere für die Orte, die nicht direkt an die B&R-Anlage angrenzen. Angeregt seien Fahrradbügel für den Foorthkamp auf Höhe Einmündung Diekmoorweg (beide Straßenseiten) sowie für die Straße Immenhöven (Süd) im Verlauf des sehr breiten Gehweges.

 

  1. Baumpflanzungen

Neben den Parkständen in der Straße Immenhöven (Süd) sind ein 0,65m breiter Sicherheitstrennstreifen plus 3,92m breite Gehwege vorgesehen. Der Regionalausschuss wünscht sich, dass auf dieser breiten Fläche mehrere Baumscheiben im Verlauf der Straße angelegt werden. Sollten diese aus denkmalschutzfachlichen oder anderen Gründen nicht möglich sein, sollten „Grüninseln“ mit Büschen und/oder insektenfreundlichen Wildpflanzen angelegt werden.

 

  1. Minimierung von Oberflächenversiegelung

Abgesehen von den Flächen für den Fußverkehr und den Parkständen sollten die Nebenflächen so wenig wie möglich versiegelt werden. Dies gilt auch für die geplante Sprunginsel sowie eventuelle „Nasen“. Möglichst sollten auf den entsprechenden Flächen Frühblüher und andere für Insekten attraktive Wildpflanzen vorgesehen werden, wenn nicht

ohnehin Gehölze mit höherem Wuchs geplant sind.

 

 

 

r die SPD-Fraktionr die GRÜNE Fraktion
Thomas KegatCarmen Wilckens

Thorsten Schmidt

Für die Fraktion DIE LINKE: 

Rachid Messaoudi,

Henning Boddin

 


Anlage/n:

 

Keine