Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-5784  

 
 
Betreff: Antwort des Jugendhilfeausschusses Nord an die BASFI bezogen auf die Stellungnahme der BASFI vom 12.4.18 zum interfraktionellen Antrag des Jugendhilfeausschusses Hamburg-Nord an den Hamburger Senat vom 27.2.2018 (Ds: 20-5473): Rahmenzuweisungen für den Bezirk Hamburg Nord im Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe im Haushalt 2019/20 deutlich erhöhen!
Beschluss des Jugendhilfeausschusses
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussempfehlung Ausschuss
  Aktenzeichen:123.50-04
Federführend:Fachamt Jugend- und Familienhilfe   
Beratungsfolge:
Hauptausschuss
05.06.2018 
Sitzung des Hauptausschusses ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Der Jugendhilfeausschuss hat sich in seiner Sitzung am 30.05.2018 mit dem o.g. Thema befasst und einstimmig den folgenden Beschluss verabschiedet:

 

„Sehr geehrte Frau Leonhard, sehr geehrter Herr Pörksen, sehr geehrter Herr Stuhlmann,

 

auf der Jugendhilfeausschusssitzung am 25.4.2018 haben wir uns mit Ihrer Stellungnahme ausführlich befasst und mit diesem Schreiben möchten wir Ihnen auf Ihre Ausführungen antworten.

 

Die von Ihnen genannte Aufstockung zur Abmilderung der zu erwartenden Tarifsteigerungen ist ein Schritt in die richtige Richtung, kommt unseren Forderungen aber nicht annähernd nahe. Dies ermöglicht lediglich, Personal in den Bereichen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe zu halten und somit bestehende Projekte eventuell aufrecht zu erhalten. Die starke Belastung des Personals aufgrund von knapper Finanzierung und die steigenden Betriebskosten werden hiermit nicht aufgehoben und es besteht die Gefahr, dass wichtige Einrichtungen der OKJA und der Familienhilfe/FamFö im Bezirk Hamburg-Nord nicht mehr weiterarbeiten können.

 

Des Weiteren beziehen Sie sich vor allem auf die Verbesserungen, die in den letzten Jahren geschaffen wurden – unser Argument, dass Hamburg-Nord in den nächsten Jahren stark wachsen wird, beachten Sie dabei nicht. Die Hilfebedarfe in Hamburg-Nord werden in den kommenden Jahren steigen – nicht nur im Bereich der Integration von Flüchtlingen. Durch den Wohnungsneubau werden auch viele junge Familien, nicht nur geflüchtete Familien, nach Hamburg-Nord ziehen und ihre Kinder und Jugendlichen werden eine freie Entwicklung und Freizeitgestaltung einfordern. Um auch diesen Kindern in ihrem (neuen) Umfeld soziale Anknüpfungspunkte und förderliche Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb des schulischen Kontextes zu ermöglichen, ist es notwendig, stabile und vielfältige Angebote der OKJA zu erhalten und zu schaffen.

 

Unbedingt notwendig ist es außerdem, Eltern einen Raum zu bieten, in dem sie ihre Probleme ansprechen und kostengünstige Angebote wahrnehmen können, die sie sich sonst in keinem Fall leisten könnten.

 

Wir möchten noch einmal sehr ernsthaft darum bitten, die wichtige Arbeit der OKJA und der Frühen Hilfen wert zu schätzen und nicht weiter zu kürzen, wie es seit Einführung von SHA im Haushalt 2013/14 geschieht.

Die Umsteuerung der OKJA in Richtung SHA und der zunehmende Mangel in der finanziellen Ausstattung der OKJA verkennen die besondere Aufgabe der offenen Kinder - und Jugendarbeit, die nicht durch Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe oder der Schule zu ersetzen ist. Die OKJA bildet ein niedrigschwelliges Angebot im Stadtteil durch offenen, formlosen und kostenlosen Zugang für alle Kinder und Jugendliche und  ermöglicht infrastrukturelle Anknüpfungspunkte zwischen SHA-Projekten und anderen präventiven und heilenden Unterstützungsangeboten.

Angesichts der Armutsbedrohung von 22,5 % der Kinder und Jugendlichen in Hamburg, brauchen die Familien und jungen Menschen ein wohnortnahes und kostenfreies Angebot als Anlaufstelle, Aufenthaltsort und zur Alltagsunterstützung. So kann ein Beitrag zur Chancengerechtigkeit geleistet werden.

Deshalb muss die OKJA unseres Erachtens nach dauerhaft auskömmlich finanziert werden. Der Hinweis auf den Quartiersfonds kann das nicht leisten.

 

Wir bitten Sie noch einmal ausdrücklich, unsere Kritik in die Verhandlungen zur Haushaltsaufstellung einzubringen und ernst zu nehmen. Der Bereich Kinder-, Jugend-  und Familienhilfe stellt den Grundstein für eine gute Entwicklung der Menschen in Hamburg dar - daher sollte man nicht an der Förderung unserer Kinder und  Jugendlichen sparen.

 

 

Für den Jugendhilfeausschuss:

 

Freie Träger       SPD Fraktion           Grüne Fraktion   DIE LINKE         CDU

Heike Lütkehus    Angelika Bester        Michael Schilf      Karin Haas       Philipp Kroll

Dr. Stefan            Alexander Kleinow    Alske Freter         Wiebke             Anne Sofie Ebdrup

Brauckmann        Thomas Kegat                                       Haßelbusch     Tore Voet van

Kathrin Ahrweiler                                                                                 Vormizeele

Benjamin Ehlers“

 


Petitum/Beschluss:

Der Hauptausschuss nimmt Kenntnis.

 


Anlage/n:

 

Keine