Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-5218  

 
 
Betreff: Sanierung Ring 2 Habichtstraße/ Nordschleswiger Straße:
Bäume und Fußgänger schützen!
Stellungnahme der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage vorsitzendes Mitglied
  Aktenzeichen:123.50-04
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Regionalausschuss Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg
15.01.2018 
Sitzung des Regionalausschusses Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Der Regionalausschuss Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg hat sich in seiner Sitzung am 20.11.2017 mit o.g. Thematik auf der Grundlage eines gemeinsamen Antrages der SPD- und GRÜNE-Fraktion befasst und einstimmig folgende Beschlussempfehlung verabschiedet:

 

Vor diesem Hintergrund möge der Ausschuss beschließen:

 

  1. Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord betrachtet die vorgelegten Planungen zur Habichtstraße zum jetzigen Zeitpunkt als unausgewogen und deswegen als unzureichend. Sie kritisiert insbesondere die fehlende Berücksichtigung der Belange von Anwohnenden sowie aller, die mit Rad oder zu Fuß dort unterwegs sind.
  2. Die Bezirksversammlung erwartet auf jeden der nachfolgenden Punkte eine Stellungnahme der jeweils zuständigen Behörde. In der Vergangenheit war es leider nicht üblich, dass Beschlüsse der BV entsprechend beantwortet wurden. Das ist aber schon aus Gründen der Wertschätzung den gewählten Abgeordneten und den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber, die die Abgeordneten repräsentieren, angebracht.
  3. Die vorgesehene Fällung von 20 Bäumen wird massiv kritisiert. Zunächst soll nochmals geprüft werden, auf welche Baumfällungen durch Veränderungen an der Planung verzichtet werden kann. Ein Ausgleich aller Baumfällungen mindestens im Verhältnis 1:1 ist notwendig. Sollten im Planungsraum nicht ausreichend geeignete Standorte zu finden sein, ist das Bezirksamt bei der Suche nach konkreten Ersatzstandorten im nahen Umfeld zu konsultieren. Sie werden dem Regionalausschuss mitgeteilt.
  4. Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord fordert die zuständigen Stellen auf, für Rad- und Fußverkehr getrennte Flächen zu planen.
  5. Sollten ohne massive Baumfällungen keine beidseitigen Radfahrstreifen realisierbar sein, soll zunächst separat geprüft werden, ob durch eine weitestmögliche Verlegung der Bordkanten Raum für zumindest einen Radfahrstreifen geschaffen werden kann. Dieser sollte auf derjenigen Straßenseite angelegt werden, an der mehr Anwohnerinnen und Anwohner leben.
  6. Sollten entgegen dem Willen der Bezirksversammlung Hamburg-Nord dennoch an einer oder beiden Straßenseiten gemeinsame Rad- und Gehwege eingerichtet werden, soll die zuständige Behörde bereits jetzt alles Notwendige einleiten, um ggf. durch Ankäufe eine spätere Verbreiterung der Nebenflächen zu ermöglichen. Ziel soll dabei sein, normgerechte, getrennte Rad- und Gehwege zu errichten. Das Angebot der Kösterstiftung als Grundeigentümerin größerer Flächen in der Habichtstraße, über einen Flächenkauf zu verhandeln, sollte umgehend angenommen werden. Für eine dabei notwendige Verlegung der denkmalgeschützten Einfriedung sollen ggf. Bundesfördermittel akquiriert werden.
  7. Bei den größeren Kreuzungen des Straßenzugs mit Bramfelder Straße, Alter Teichweg und Straßburger Straße sollen sogenannte „Bettelampeln“ für Fußgänger nicht wieder installiert werden. Das bedeutet: Erhält der motorisierte und der Radverkehr Grün, soll dies auch automatisch für den Fußverkehr gelten. Sollte sich die Behörde entgegen dem Beschluss der Bezirksversammlung doch dafür entscheiden, „Bettelampeln“ wieder einzurichten, sollen zumindest intelligente Erfassungssysteme für Fußgänger (Infrarot o.ä.) geprüft werden. Zudem sollen zumindest zu den Hauptverkehrszeiten, wenn ohnehin praktisch immer Fußgänger queren wollen, deren Ampeln parallel und automatisch zu den Kfz-Ampeln geschaltet werden.
  8. Folgende weitere Punkte sollten zudem berücksichtigt werden:

a)      Das übliche Parken möglichst weit weg von der Fahrbahn (und damit auf den Nebenflächen) sollte durch den Einsatz von Pollern o.ä. unterbunden werden. Das gilt auch für die Grünsteifen in Höhe der Osterbek, die derzeit regelmäßig beparkt werden. Ohne baulichen Schutz sind die Nebenflächen nicht im notwendigen Umfang nutzbar.

b)      In beiden Plangebieten mangelt es deutlich an Fahrradabstellmöglichkeiten – und zwar nicht nur, aber besonders in der Nähe von U-Bahn- und Bushaltestellen. Es sollten daher dezentral an möglichst viele Orten Fahrradbügel installiert werden. Ggf. können diese auch Falschparken verhindern. Das Bike+Ride-Konzept für die Schnellbahnhaltestellen sollte ebenfalls Berücksichtigung finden.

 

Habichtstraße

  1. Einmündung Hellbrookstraße: Die Bezirksversammlung hat beschlossen, dass das Bezirksamt für das östliche Ende der Hellbrookstraße eine Planung ausarbeiten soll, die Radfahr- oder mindestens Schutzstreifen vorsieht (Drs. 20-4515). Es ist dafür Sorge zu tragen, dass in der Einmündung der Hellbrookstraße in die Habichtstraße ein adäquater Anschluss hergestellt wird. Zudem sollte eine Möglichkeit des Linksabbiegens für den Radverkehr von der Habicht- in die Hellbrookstraße geschaffen werden.
  2. Im Einmündungsbereich Hellbrookstraße soll in dieser auf beiden Spuren ein durchgängiger Radfahrstreifen eingerichtet werden (nicht nur in Fahrtrichtung Habichtstraße). Zugleich scheint ein Verzicht auf den zweispurigen Ausbau der Einmündung in Richtung Barmbek sinnvoll. Das ermöglicht breitere Radfahrstreifen.
  3. Verzicht oder deutliche Verschmälerung der bis zu 2,50 Meter breiten Trennmarkierung in der Bramfelder Straße nördlich und südlich Habichtstraße zugunsten des Erhalts mehrerer Bäume.
  4. Verzicht auf die Fällung der fünf Bäume vor Habichtstraße 138. Für die Anordnung von Fahrspuren und Radfahrstreifen sollten andere Lösungen ohne diese Baumfällungen geprüft werden, bspw. durch leichte Verschwenkung der Fahrbahn.
  5. Prüfung eines Verzichts auf die Fällung der Bäume in der Habichtstraße Höhe Hellbrookstraße, bspw. durch eine Verschwenkung der Fahrbahn.
  6. Verzicht auf Baumfällungen in der Bramfelder Straße Höhe Kita – es sollten andere Lösungen gefunden werden, die die Fällungen unnötig machen.
  7. Die Aufstellflächen für linksabbiegende Radfahrende scheinen zu gering dimensioniert zu sein. Eine Vergrößerung und weniger mittig im Kraftverkehr gelegene Platzierung sollte geprüft werden.
  8. Prüfung von Tempo 30 nachts zum Lärmschutz für die Anwohnerinnen und Anwohner. Die entsprechende Stellungnahme der Behörde auf diesen Beschluss soll dem Regionalausschuss zugeleitet werden.

 

Nordschleswiger Straße

  1. Aus den vorliegenden Plänen ist nicht ersichtlich, dass Rücksicht auf die bezirkliche Planung des Umbaus des Alten Teichwegs genommen wurde. Diese sieht beidseitig Radfahrstreifen vor – die entsprechend im Kreuzungsbereich mit der Nordschleswiger Straße zu berücksichtigen sind.
  2. Gleiches gilt für die Berücksichtigung des Ausbaus der Veloroute 6 im Eulenkamp. Hier ist dafür Sorge zu tragen, dass eine mögliche Führung des Radverkehrs auf Radfahrstreifen nicht durch die nun anstehenden Maßnahmen erschwert oder verhindert wird.
  3. Auf die Baumfällung in der Straßburger Straße soll verzichtet werden.
  4. Wo noch nicht für den gegenläufigen Radverkehr freigegebene Einbahnstraßen auf die Nordschleswiger Straße münden (bspw. Augustenburger Ufer), sollten im Zuge der Baumaßahmen ggf. notwendige bauliche Veränderungen vorgenommen werden.

 

Begründung:

Die Stadt Hamburg plant die Sanierung großer Teile der Habichtstraße sowie der Nordschleswiger Straße (Ring 2). Am 9. Oktober 2017 wurden die Pläne im Regionalausschuss vorgestellt. Obwohl die Schussverschickung bereits erfolgt ist, sagten die anwesenden Planer zu, noch folgende Verbesserungsvorschläge ernsthaft zu prüfen und ggf. umzusetzen. Einstimmig beschlossen wurde auch, dass die Planung noch einmal den Stadtteilräten Dulsberg und Barmbek-Nord vorgestellt werden soll. Baubeginn soll im März 2018 sein.

Der genannte Straßenzug hat für den Radverkehr eine hohe Bedeutung und ein hohes Potenzial für eine Zunahme der Nutzung mit Rad – hier verläuft die Bezirksroute 28. Die vorgelegte Planung stellt insbesondere im Fall der Habichtstraße eine einseitige Bevorzugung des Kraftverkehrs dar, die zu geringe Rücksicht auf Rad- und Fußverkehr nimmt:

  • Es wird ein gemeinsamer Geh- und Radweg geplant, durch den Konflikte zwischen Rad fahrenden und zu Fuß gehenden Menschen vorprogrammiert sind. Insbesondere zu Hauptverkehrszeiten wollen Radlerinnen und Radler zügig zu Arbeits- oder Lernort gelangen.
  • Fahrradbügel werden nur in sehr geringer Anzahl platziert.
  • Es ist nicht erkennbar, dass bei der Planung berücksichtigt wurde, dass die Habichtstraße nach Daten des Umweltbundesamts in Sachen NO2 die belastetste Straße Hamburgs ist. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass irgendeine Verbesserung der untragbaren Situation im Straßenraum (Lärm, Staub, Luftverschmutzung insgesamt) angestrebt ist.
  • Die Einmündung der Hellbrookstraße in die Habichtstraße wird noch weiter ausgebaut und soll nun statt drei gleich vier Fahrspuren plus Radfahrstreifen in Richtung Bramfelder Straße aufweisen. In Gegenrichtung ist dagegen kein Radfahrstreifen vorgesehen, obwohl in der Hellbrookstraße selbst bereits einer existiert. Hier ist unverständlich, warum ein zweispuriges Abbiegen in die Hellbrookstraße von der Habichtstraße aus zwingend notwendig ist, während der Radverkehr erneut den Kürzeren zieht. Vor dem Hintergrund, dass der Bezirk beschlossen hat, dass die Radverkehrssituation in der Hellbrookstraße verbessert werden soll, offenbart sich an dieser Stelle eine mangelnde Einbeziehung bezirklicher Belange in die Landesplanung.

Das Bezirksamt schrieb in einer Stellungnahme zu den Planungen, diese „orientieren sich einseitig an den Belangen des MIV und lassen eine Rücksichtnahme auf stadträumliche Aspekte und Aufenthaltsqualität für Nutzer, die nicht als Autofahrer unterwegs sind, vermissen.“ Dieser Aussage ist vollumfänglich zuzustimmen.

Belegt wird dies auch dadurch, dass 20 Bäume gefällt werden sollen. Die meisten Bäume sollen rund um die Kreuzung mit der Bramfelder Straße verschwinden – zu Gunsten einer massiven Aufweitung der Kreuzung. Das ist abzulehnen.

 

Der Hauptausschuss folgt der Beschlussempfehlung einstimmig.

 

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation nimmt dazu wie folgt Stellung:

 

Zu 1.:

Der Beschluss bezieht sich auf die schlussverschickten Planungen zu den Projekten „Habichtstraße“ und „Nordschleswiger Straße“ zwischen Hellbrookstraße und der Brücke über die Osterbek, die die Vertreter des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) am 9. Oktober 2017 im Regionalausschuss Barmbek / Uhlenhorst / Hohenfelde / Dulsberg vorgestellt haben.

Gemäß dieser Planung soll auf weiten Strecken der Habichtstraße mit der Grundinstandsetzung beidseitig ein gemeinsamer Geh- und Radweg angeordnet werden. Diese Lösung ist einvernehmlich zwischen der zuständigen Behörde und der Behörde für Inneres und Sport - Polizei (BIS) abgestimmt worden. Sie beruht im Wesentlichen darauf, dass die Anzahl der Kfz-Fahrstreifen nicht reduziert werden kann und die beidseitig vorhandenen geschlossenen Baumreihen und die darin eingebetteten Pkw-Stellplätze erhalten werden sollen.

Zu Beginn der Planungsarbeiten sind auch andere Varianten geprüft worden. Dabei ist deutlich geworden, dass der vorhandene Straßenraum nicht ausreichend Platz bietet, um für alle Nutzungen und Belange eine zufriedenstellende Lösung zu bieten. Die Straße ist beidseitig von großen und erhaltenswerten Bäumen gesäumt. Sowohl für die Anlage von Radfahrstreifen, als auch für den Bau von Radwegen müssten die Bäume gefällt werden. Daher sind diese Varianten nicht weiter verfolgt worden.

 

Zu 2.:

Siehe Antworten zu den einzelnen Fragen.

Zu weiteren Details und anderen damit zusammenhängenden Fragestellungen zur Grundinstandsetzung der Habichtstraße und der Nordschleswiger Straße wird auf die Stellungnahmen der zuständigen Behörde zu den Bezirks-Drs. 20-5046, 20-5048 und 20-5049 verwiesen.

 

Zu 3.:

Der LSBG hat die am 9. Oktober 2017 vorgestellte Planung nochmals geprüft und mit folgendem Ergebnis überarbeitet.

In Höhe Bramfelder Str. 157 können durch eine Verschiebung des Übergangs vom Radweg auf den Radfahrstreifen zwei Bäume erhalten werden.

Alle weiteren Baumfällungen sind notwendig zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, insbesondere zur Errichtung von Radfahrstreifen.

Damit müssen insgesamt 18 Bäume gefällt werden. Im Planungsbereich können 19 Bäume neu gepflanzt werden.

Der LSBG wird gemeinsam mit dem Fachamt Management des öffentlichen Raums des Bezirksamtes nach weiteren Standorten für Ersatzpflanzungen an Straßenabschnitten in der Nähe suchen. Dabei können auch Standorte an Bezirksstraßen in Betracht kommen.

 

Zu 4.:

Der Bau von getrennten Rad- und Gehwegen wäre nur nach einem umfangreichen Erwerb von Flächen privater Anlieger / Eigentümer beidseitig der Habichtstraße möglich.

Der LSBG hat daher Kontakt zu allen betroffenen anliegenden Grundeigentümern aufgenommen mit dem Ziel, einen ca. 1 bis 2 Meter breiten Streifen (je nach örtlicher Gegebenheit) anzukaufen. Diese Gespräche sind noch nicht abgeschlossen. Die Grunderwerbsverhandlungen werden anschließend vom zuständigen Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) geführt.

 

Da im Bereich der Köster-Stiftung die denkmalgeschützte Mauer am Vorgarten versetzt, bzw. neu errichtet werden müsste, ist auch das Denkmalschutzamt beteiligt worden. Das Denkmalschutzamt lehnt jegliche Veränderung an der Einfriedungsmauer ab.

 

Zu 5.:

Diese Variante ist bereits geprüft worden. Bei der Anlage eines Radfahrstreifens auf nur einer Seite müssten die Bäume auf einer Straßenseite gefällt werden.

Im Übrigen siehe Antwort zu 1.

Zu 6.:

Siehe Antwort zu 4. sowie zu Bezirks-Drs.  20-5046.

 

Zu 7.:

Um eine bedarfsgerechte Abwicklung der Verkehrsströme zu gewährleisten, ist es an den Knotenpunkten Habichtstraße / Bramfelder Straße und Nordschleswiger Straße / Straßburger Straße weiterhin erforderlich, die Option der separaten Fußgängeranforderung offenzuhalten. Dadurch können die Räumzeiten zwischen den Signalfreigaben verringert werden, wenn keine Fußgängerinnen oder Fußgänger zu berücksichtigen sind. Dies hat zur Folge, dass zusätzliche Kapazitäten für die Freigabe des Kfz-Verkehrs verfügbar werden. Von einer entsprechend kürzeren Schaltung profitieren gleichzeitig die Fußgängerinnen und Fußgänger in der Hauptrichtung parallel zur Habichtstraße, bzw. zur Nordschleswiger Straße.

Die Kreuzungen sind darüber hinaus mit einer Schaltung zur Beschleunigung des Busverkehrs versehen. Diese kann nur effektiv zum Einsatz kommen, wenn die Steuerung der Lichtsignalanlage flexibel agieren kann. Um den Komfort für den Fußverkehr trotzdem zu gewährleisten, werden die Lichtsignalanlagen zur selbsttätigen Erfassung des Fußverkehrs mit Wärmbildkameras ausgestattet.

An der Lichtsignalanlage am Knotenpunkt Nordschleswiger Straße / Alter Teichweg und an den übrigen Ampeln bekommen die Fußgänger regelmäßig bei jedem Umlauf eine Grünphase.

 

Zu 8.:

Poller können nicht direkt neben einer Parkbucht am Gehweg aufgestellt werden, da sie das Aussteigen auf der Beifahrerseite behindern würden. Die Parkstände werden jedoch mit anderem Pflaster befestigt als die Gehwege, so dass die Abgrenzung der Parkflächen erkennbar ist.

Der LSBG wird nochmals prüfen, ob weitere Poller oder Fahrradanlehnbügel gesetzt werden können, auch um das regelwidrige Parken zu verhindern.

In der Planung sind bereits zusätzliche Fahrradbügel, insbesondere an den Bus- und U-Bahnhaltestellen, vorgesehen. Die Standorte sind auch mit dem B+R-Konzept für Fahrradabstellmöglichkeiten an U-Bahnhaltestellen abgestimmt worden.

 

Zu 9.:

In der Hellbrookstraße existieren zurzeit keine Radfahr- oder Schutzstreifen. Die Radfahrenden fahren gemeinsam mit dem Kfz-Verkehr auf der Fahrbahn oder nutzen den dortigen, sehr schmalen und nicht benutzungspflichtigen Radweg. Die Planung zur Habichtstraße berücksichtigt die aktuelle Wahlmöglichkeit und schafft sowohl eine Anbindung an den Radweg, als auch eine sichere Zusammenführung mit dem Kfz-Verkehr. Zukünftige Planungen mit Radfahr- oder Schutzstreifen in der Hellbrookstraße können problemlos an die neu gestaltete Einmündung angeschlossen werden, da eine ausreichende Straßenbreite vorhanden ist.

Der LSBG wird die Planungen so überarbeiten, dass im direkten Einmündungsbereich in der Hellbrookstraße bereits ein Radfahrstreifen auch in Fahrtrichtung Barmbek vorgesehen wird.

Fahrradfahrende, die aus der Habichtstraße nach links in die Hellbrookstraße abbiegen wollen, können die dort vorgesehene signalisierte Radfahrerfurt über die Habichtstraße nutzen.

 

Zu 10.:

Siehe Antwort zu 9.

Die Einmündung erhält keine zusätzlichen Kfz-Fahrstreifen, die Planung orientiert sich am Bestand.

Die Planungen sollen so überarbeitet werden, dass im direkten Einmündungsbereich in der Hellbrookstraße ein Radfahrstreifen auch in Fahrtrichtung Barmbek vorgesehen wird. Dadurch entfällt ein Kfz-Fahrstreifen in Fahrtrichtung Barmbek

 

Zu 11.:

Die Mittelinseln in der Bramfelder Straße sind für die Sicherheit der querenden Fußgänger erforderlich. Die dort angrenzenden Sperrflächen markieren lediglich den Übergang zwischen den Abschnitten ohne und mit Mittelinsel. Solche Mittelinseln sollten grundsätzlich eine Mindestbreite von 2,55 Metern nicht unterschreiten, damit sich z. B. Personen mit Kinderwagen oder einer Mobilitätseinschränkung dort aufstellen können.

 

Zu 12.:

Grundsätzlich soll ein Rechtsabbiegestreifen für den Kfz-Verkehr rechts neben dem Radfahrstreifen für geradeaus fahrende Radfahrer angelegt werden.  Diese Anordnung des Rechtsabbiegestreifens rechts neben dem Radfahrstreifen bringt mehr Sicherheit für den Radverkehr. Die Radfahrerinnen und Radfahrer befinden sich im Blickfeld der Autofahrer, der Radfahrstreifen wird bereits vor dem eigentlichen Abbiegevorgang gekreuzt und die Zahl der zu beachtenden Verkehrsteilnehmer beim Abbiegen wird verringert.

Der Erhalt der Bäume ist auch bei einer Führung der Radfahrenden auf einem Radweg in der Nebenfläche, unter Berücksichtigung der aktuellen Richtlinien nicht möglich. Der vorhandene Radweg ist mit 1,2 m nicht regelkonform. Bei Herstellung eines regelkonformen Radweges und unter Berücksichtigung aller Mindestmaße (Radweg 1,62 m und Sicherheitsstreifen 0,65 m) müsste der Tiefbord des Radweges auch deutlich näher an die Bäume verschoben werden.

Eine Verschwenkung des gesamten Fahrbahnquerschnittes nach Südwesten ist wegen der gegenüber liegenden Bushaltestelle nicht möglich.

 

Zu 13.:

Die Aufleitung des Radfahrstreifens auf einen Radweg im Bereich der Tankstellenausfahrt würde besondere Gefahren für die Radfahrerinnen und Radfahrer mit sich bringen, deshalb erfolgt diese Aufleitung weiter nördlich der Ausfahrt.

Eine Aufleitung des Radfahrstreifens im Bereich zwischen Bushaltestelle und Tankstellenausfahrt kommt aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht in Betracht. Bei einer solchen Aufleitung  wären einerseits Konflikte der Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer mit wartenden Busfahrgästen und querenden Fußgängerinnen und Fußgänger an der Ampel sowie andererseits Konflikte mit Kraftfahrerinnen und Kraftfahrern, die die Ein- und Ausfahrt zum Tankstellengelände nutzen, sehr wahrscheinlich.

Eine Verschwenkung der Fahrbahn ist auch hier wegen des zu geringen Platzangebots auf der gegenüber liegenden Straßenseite nicht möglich.

Im Übrigen siehe Antwort zu 3.

 

Zu 14.:

Siehe Antwort zu 3.

 

Zu 15.:

Die Aufstelltaschen haben eine ausreichende Länge von jeweils über 3 Metern und eine Breite von 2 Metern.

Die Aufstellflächen für linksabbiegende Radfahrer liegen in der Verlängerung des geradeaus führenden Radfahrstreifens und sind somit von keinem kreuzenden Verkehr betroffen. Mehrere linksabbiegende Radfahrerinnen und Radfahrer können sich hintereinander aufstellen.

Die Lage der Aufstellflächen auf der Fahrbahn ergibt sich aus der Anordnung der Radfahrstreifen linksseitig der Rechtsabbiegefahrspuren.

Im Übrigen siehe Antwort zu 12.

 

Zu 16.:

Der Straßenzug Habichtstraße / Nordschleswiger Straße wurde im Rahmen des Programms der lautesten Straßen des Lärmaktionsplanes auf eine mögliche nächtliche Geschwindigkeitsreduktion geprüft.

Im Ergebnis konnte der Abschnitt zwischen Eulenkamp und Alter Teichweg aufgrund der negativen Auswirkungen auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nicht für eine nächtliche Tempo-30 Regelung aus Gründen des Lärmschutzes empfohlen werden.

Der Abschnitt zwischen Alter Teichweg und Bramfelder Straße ist grundsätzlich für Tempo-30-nachts geeignet. Hier sind jedoch weniger Personen betroffen, als im Vergleich zu anderen Strecken in Hamburg. Daher gehört dieser Abschnitt nicht zu den zehn Pilotstraßen, deren Umsetzung im Regierungsprogramm vereinbart wurde.

 

Zu 17.:

Die bezirkliche Planung zum Umbau des Alten Teichwegs ist berücksichtigt worden. Dabei ist auch die Einrichtung von Radfahrstreifen im Alten Teichweg im unmittelbaren Kreuzungsbereich geprüft worden. Für Radfahrstreifen müssten mehrere Straßenbäume gefällt werden, da die Fahrstreifenaufteilung nicht reduziert werden kann. Da das Verkehrsaufkommen im Alten Teichweg es zulässt, die Radfahrenden im Mischverkehr gemeinsam mit dem Kfz-Verkehr zu führen, wurde entschieden, die Bäume zu erhalten und dort auf die Radfahrstreifen zu verzichten.

 

Zu 18.:

Siehe Antwort zu 17.

Auch hier gilt, dass das Verkehrsaufkommen es zulässt, die Radfahrenden im Mischverkehr gemeinsam mit dem Kfz-Verkehr zu führen. Sollte die weitere Planung zur Veloroute 6 im Eulenkamp ergeben, dass es sinnvoll ist, auch im Kreuzungsbereich Radfahrstreifen anzulegen, wird die Planung in der Nordschleswiger Straße angepasst.

 

Zu 19.:

Die Fällung eines Baumes ist erforderlich, da hier die wichtige Bushaltestelle, die auch Umstiegshaltestelle zur U-Bahn ist, verlängert werden muss. Diese Haltestelle ist derzeit für die dort eingesetzten Busse zu kurz.

 

Zu 20.:

Eine Freigabe von Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr erfolgt grundsätzlich durch das örtlich zuständige Polizeikommissariat. Entsprechende Absichten sind im Planungsverlauf nicht geäußert worden. Die baulichen Voraussetzungen sind jedoch durch die vorliegende Planung gegeben oder können zukünftig durch nur geringfügige Anpassungen geschaffen werden.

 

 


Petitum/Beschluss:

 

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

 

Dagmar Wiedemann

 

 


Anlage/n:

 

Keine