Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-4690  

 
 
Betreff: Das StadtRAD gehört nach Groß Borstel!
Stellungnahme der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage vorsitzendes Mitglied
  Aktenzeichen:123.50-04
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel -
25.09.2017 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Der Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel hat sich in seiner Sitzung am 03.07.2017 mit o.g. Thematik auf der Grundlage eines gemeinsamen Antrages der SPD- und Grünen-Fraktion befasst und einstimmig folgende Beschlussempfehlung verabschiedet:

 

  1. Das vorsitzende Mitglied setzt sich bei der zuständigen Fachbehörde dafür ein, dass eine Erweiterung des StadtRAD-Systems nach Groß Borstel schon in der anstehenden Ausschreibung für den Betreibervertrag Berücksichtigung findet.
  2. Wenigstens zwei Stationen sollten im zentralen Groß Borstel platziert werden, eine weitere im Neubaugebiet Tarpenbeker Ufer im Süden von Groß Borstel.
  3. Eine vierte Station sollte im Groß Borsteler Gewerbegebiet Nähe Lufthansa Technik errichtet werden (Weg beim Jäger / Sportallee). Hierzu sollte mit dem Unternehmen das Gespräch gesucht werden, um möglichst eine private Mit-Finanzierung der Station zu erreichen.

 

Begründung:

 

Jeden Morgen und jeden Nachmittag lässt sich beobachten, dass das Verkehrsaufkommen in Hamburg deutlich zunimmt – U- und S-Bahnen sind sehr voll, auf den Straßen bilden sich Staus. Der für den Verkehr zur Verfügung stehende Platz ist begrenzt, so dass insbesondere Platz sparende Verkehrsmittel gefördert werden müssen.

Neben dem ÖPNV und dem Fußverkehr gehört dazu auch der Radverkehr. Diese drei zusammen bilden den Umweltverbund. Durch Umsteigemöglichkeiten von der U-/S-Bahn auf das Fahrrad wird ermöglicht, zunächst eine längere Strecke mit der U-/S-Bahn zurückzulegen und dann die letzten zwei Kilometer bis zum Arbeitsplatz mit dem Fahrrad zu fahren (oder umgekehrt). Eine große Hilfe ist hier das StadtRAD-Netz. Mit dem StadtRAD können U-/S-Bahn und das Fahrrad auch fern des eigenen Wohnortes kombiniert werden. Durch den Ausbau des StadtRAD-Netzes können so immer mehr Menschen ihren Arbeitsplatz mit einer Kombination aus Bahn und Rad erreichen.

Der Stadtteil Groß Borstel liegt abseits des U- und S-Bahnnetzes. Er kann mit dem ÖPNV nur über Busse erreicht werden. Insbesondere in den Abendstunden lässt die Frequenz der Busverbindungen aber zu wünschen übrig. Daher wäre das StadtRAD hier eine preiswerte Ergänzung zum Busverkehr. So könnte man beispielsweise aus der Innenstadt kommend zur U-Bahnstation Lattenkamp fahren, sich an der dortigen bereits heute vorhandenen StadtRAD Station ein Rad leihen, noch Groß Borstel fahren und es dort wieder abstellen. Leider gibt es in Groß Borstel bislang keinerlei StadtRAD Stationen. Gerade das Neubaugebiet Tarpenbeker Ufer mit 750 neuen Wohnungen im Süden von Groß Borstel lässt aber eine steigende Nachfrage erwarten.

Im östlichen Teil Groß Borstels liegt zudem ein großes Gewerbegebiet mit vielen Arbeitsplätzen. Dorthin gibt es viel Berufsverkehr. Es scheint also naheliegend, auch dieses Gebiet mit Lufthansa Technik als größter Arbeitgeberin mit einzubeziehen. Mit den StadtRAD-Stationen an den Firmengeländen von Philips in Ohlsdorf, bei tesa in Norderstedt und bei der OTTO Group in Bramfeld gibt es bereits gute Beispiele für gelungene Kooperationen zwischen Stadt und Unternehmen, bei denen letztere sich auch finanziell engagieren. An den nächstgelegenen Schnellbahn-Haltestellen Alsterdorf und Ohlsdorf gibt es bereits StadtRAD-Stationen. Nun fehlt also nur noch eine Station vor Ort im Gewerbegebiet.

Für 2018 steht die Neuausschreibung des Betreibervertrages für das StadtRAD-System an. Mit dem Beginn des neuen Betriebszeitraums wird auch eine Erweiterung des Systems möglich sein. Dies sollte in der Ausschreibung schon entsprechend berücksichtigt werden und wäre die beste Gelegenheit, Groß Borstel schnell in das StadtRAD-Netz einzubeziehen.

 

Der Hauptausschuss folgt der Beschlussempfehlung einstimmig.

 

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation nimmt hierzu wie folgt Stellung:

 

Im Rahmen der Neuausschreibung des StadtRAD-Systems sollen Suchräume für neue Stadt­RAD-Stationen in systematischer Weise auf Basis soziogeographischer Daten bestimmt werden. Hierzu zählen insbesondere Zentrumsfunktionen, Einwohnerdichten und Arbeitsplatz­schwer­punkte. Der Stadtteil Groß Borstel hat vor diesem Hintergrund ausreichendes Potenzial. Die Anzahl der Stationen, die hier neu eingerichtet werden können, kann erst im Zuge eines Gesamtkonzepts zur Erweiterung des StadtRAD-Systems bestimmt werden. Mit ersten Ergebnissen konzeptioneller Über­legungen ist im Jahr 2018 zu rechnen. Auch Firmenkooperationen sollen künftig ausgebaut werden. Eine Kooperation zur Errichtung einer StadtRAD-Station im Bereich des Gewerbegebiets Sportalleee / Weg beim Jäger ist aus Sicht der zuständigen Behörde sinnvoll.

 

Die Einrichtung von StadtRAD-Stationen im öffentlichen Raum setzt voraus, dass das zuständige Bezirksamt entsprechende Flächen zur Verfügung stellt. Im zentralen Bereich von Groß Borstel hat die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation bereits im Jahr 2015 die Einrichtung einer StadtRAD-Station geprüft, jedoch konnten hier keine geeigneten Flächen gefunden werden. Insofern empfiehlt die zuständige Behörde, die Bemühungen um die Generierung von Flächen künftig zu verstärken und auch die Nutzung bislang anderweitig genutzter Flächen (insbesondere Parkplätze) noch intensiver als bisher in Betracht zu ziehen.

 


Petitum/Beschluss:

 

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

 

 

Dagmar Wiedemann

 


Anlage/n:

 

Keine