Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-4114  

 
 
Betreff: Stadtteilidentifikation stärken - Für eine U-Bahn-Station "Dulsberg"!
Stellungnahme der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage vorsitzendes Mitglied
  Aktenzeichen:123.50-04
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung -
23.03.2017 
Sitzung der Bezirksversammlung (offen)   
Regionalausschuss Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg -
10.04.2017 
Sitzung des Regionalausschusses Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Der Regionalausschuss Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg hat sich in seiner Sitzung am 16.01.2017 mit o.g. Thematik auf der Grundlage eines gemeinsamen Antrages der SPD-, GRÜNE- und CDU-Fraktion sowie der Gruppen PIRATEN und FDP befasst und mehrheitlich bei Gegenstimmen der Fraktion DIE-LINKE folgende Beschlussempfehlung verabschiedet:

 

 

  1. Das Vorsitzende Mitglied der Bezirksversammlung wird gebeten, sich bei den

zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass die U-Bahn-Station „Straßburger Straße" in

„Dulsberg" umbenannt wird.

 

  1. Sollte einer vollständigen Umbenennung nicht zugestimmt werden, so soll stattdessen

der Name „Dulsberg (Straßburger Straße)“ gewählt oder eine ähnliche Bezeichnung

unter Nennung des Stadtteils gefunden werden.

 

  1. In jedem Falle sollen dem beantragenden Ausschuss die zusätzlichen Kosten für eine

Umbenennung mitgeteilt werden.“

 

 

 

Begründung:

Der Dulsberg ist einer der am dichtesten besiedelten Stadtteile in Hamburg und beherbergt

unter anderem die denkmalgeschützte Siedlung von Fritz Schumacher, den Olympiastützpunkt

Hamburg und die zur Eliteschule des Sports ausgebaute Gesamtschule Alter Teichweg. Viele

BewohnerInnen zeichnet eine hohe Identifikation mit ihrem Stadtteil aus. AnwohnerInnen und

Gewerbetreibende machen im Dialog mit anderen HamburgerInnen aber oftmals die Erfahrung,

dass sie erläutern müssen, wo sich der Stadtteil Dulsberg eigentlich befindet.

 

Im Stadtteilrat Dulsberg gab es in 2016 daher zahlreiche Überlegungen, wie die Bekanntheit desStadtteils Dulsberg sowie seine Außenwahrnehmung innerhalb Hamburgs verstärkt werden

kann. Davon verspricht sich der Stadtteilrat eine weitere Verbesserung der Identifikation der

BürgerInnen auf dem Dulsberg mit dem Quartier und eine damit verbundene Förderung des

Engagements der Menschen für ihren Stadtteil.

 

Symptomatisch für den geringen Bekanntheitsgrad des Stadtteils ist das Fehlen einer nach ihm

benannten Schnellbahnhaltestelle. Weder die zwei U-Bahn-Stationen „Straßburger Straße"

sowie „Alter Teichweg", die im Stadtteil liegen, noch die S-Bahn-Station „Friedrichsberg" an der

Grenze des Stadtteils weisen in ihrem Namen einen Bezug zum Dulsberg auf.

 

Von 103 Hamburger Stadtteilen sind immerhin 47 mit Ihrem Stadtteilnamen direkt oder

umschrieben (z.B. „Langenhorn-Markt") in Materialien und Aushängen des HVV präsent (33

Stadtteile weisen gar keine U- oder S-Bahnstation auf). Bis zum vergangenen Jahr war auf den

HVV-Karten an den Haltestellen der Stadtteil Dulsberg sogar falsch im Bezirk Wandsbek

verortet!

 

Es erscheint angemessen und daher überlegenswert, eine der Stationen im Quartier auch nach

dem Stadtteil "Dulsberg" zu benennen.

 

Prädestiniert für eine Umbenennung wäre die U-Bahn-Station „Straßburger Straße". Sie befindet sich in fußläufiger Entfernung vom Zentrum des Stadtteils mit dem Straßburger Platz.

 

Da die Materialien des HVV sowieso in regelmäßigen Abständen erneuert werden müssen, weil

sich immer wieder Änderungen im Streckennetz, der Ausstattung (Barrierefreiheit) oder der

Benennung ergeben, würde eine Umbenennung im wesentlichen nur Kosten im Rahmen der

Umfirmierung innerhalb der Station verursachen. Hier bietet der barrierefreie Ausbau der Station Straßburger Straße im Jahr 2018 eine günstige Gelegenheit.

 

Der Hauptausschuss folgt der Beschlussempfehlung mehrheitlich.

 

Auf Grundlage von Auskünften der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) und des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) nimmt die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) wie folgt Stellung:

 

Zu 1.:

Eine Umbenennung der Haltestelle "Straßburger Straße" in "Dulsberg" stellt für die Fahrgäste keine Verbesserung hinsichtlich Orientierung oder Einordnung der Haltestelle im Streckennetz der HOCHBAHN dar. Es handelt sich um eine etablierte Haltestellenbezeichnung, die von den Fahrgästen anerkannt, geübt und verstanden wird. In dieser Angelegenheit sind der HOCHBAHN auch keine Beschwerden bekannt. Die Haltestellenbezeichnung "Dulsberg" ist hinsichtlich Wegeleitung und Orientierung eine unspezifische Bezeichnung gegenüber der Bezeichnung "Straßburger Straße".

 

Das Auffinden und Erreichen aller Ziele ist insbesondere durch die neuen Auskunftssysteme in elektronischer Form wesentlich einfacher geworden. Hierbei kann wahlweise der Haltestellenname bzw. das Aktivitätszentrum oder auch der Straßenname mit Hausnummer direkt eingegeben werden, um z. B einen persönlichen Fahrplan zu erhalten. Daher ist durch den Haltestellennamen "Straßburger Straße", welcher sich durch sämtliche Informationsmedien des HVV zieht, eine geographische Zuordnung der Haltestelle für Informationssuchende besser geeignet als der Name des Stadtteils Dulsberg, welcher vorwiegend Ortskundigen sowie Anwohnerinnen und Anwohnern bekannt sein dürfte.

 

Im Übrigen ist die Verwendung von Straßennamen als Haltestellenbezeichnung üblich und sachgerecht. Aus Sicht der HOCHBAHN ist die eingeführte Haltestellenbezeichnung im Interesse aller Fahrgäste beizubehalten. Darüber hinaus wird darauf verwiesen, dass diverse Stadtteile keine eigenen Haltestellenamen haben wie z. B. Uhlenhorst mit der Haltestelle "Mundsburg" oder Hohenfelde mit den Haltestellen "Lübecker Straße" und "Uhlandstraße".

 

Zu 2.:

Die Führung von Doppelnamen und/oder Ergänzungen in der Haltestellenbezeichnung soll im Sinne der Eindeutigkeit möglichst unterbleiben. Eine Bezeichnung "Dulsberg (Straßburger Straße)" würde einer vollständigen Umbenennung der Haltestelle entsprechen und ist daher abzulehnen. Im Übrigen siehe Antwort zu 1.

 

Zu 3.:

Eine Umbenennung bzw. Namensergänzung der Haltestelle würde erhebliche Kosten verursachen. Um eine durchgängig einheitliche Fahrgastinformation zu gewährleisten, müsste der Haltestellename in einem der vielen regionalen und überregionalen Informationsmedien geändert werden. Darüber hinaus müssten auch in der Beschilderung des Bahnhofes selbst sowie in allen Schnellbahnplänen, Tarifplänen, sonstigen Plänen, in den Linienbändern aller Fahrzeugen, in den Linientafeln auf allen Bahnsteigen und Vitrinen der U1, den Haltestellenansagen in allen Zügen und betroffenen Buslinien, in der vorhandenen Software und in den Fahrkartenautomaten/Fahrkartendruckern Änderungen vorgenommen werden. Nach Einschätzung der HOCHBAHN würden sich allein die Kosten für die zu erneuernde Beschilderung der Haltestelle auf ca. 20.000 € belaufen. Eine verlässliche Schätzung der Gesamtkosten für eine Umbenennung bzw. Namensergänzung der Haltestelle "Straßburger Straße" unter Einbeziehung aller vorgenannten Punkte ist daher nicht möglich.

 


Petitum/Beschluss:

 

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

 

 

Dagmar Wiedemann

 


Anlage/n:

 

Keine