Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-3950  

 
 
Betreff: Parkraum auch für zwei Räder – Fahrradparkkonzept Komponistenviertel erstellen
gemeinsamer Antrag der SPD- und Grünen-Fraktion
Status:öffentlichDrucksache-Art:gemeinsamer Antrag
  Aktenzeichen:123.30-04/0004
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung -
16.02.2017 
Sitzung der Bezirksversammlung ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Es ist erklärtes Ziel aller in der Bezirksversammlung vertretenen Fraktionen, den Radverkehr zu fördern. Aus diesem Grund wurde auch gemeinsam beschlossen, dass ein bezirkliches Radverkehrskonzept erstellt, werden solle. Klar ist aber auch: Wer mit dem Rad unterwegs ist, braucht an seinem Zielort eine passende Möglichkeit, sein Rad sicher und in der Nähe zum Ziel zu parken. Dazu gehört nicht nur, sein Fahrrad einfach irgendwo abzustellen, sondern auch, es anzuschließen – bestenfalls überdacht oder beleuchtet. In jedem Fall aber muss das Rad so stehen können, dass es andere, besonders zu Fuß gehende, nicht behindert oder gar gefährdet. Das ist derzeit häufig der Fall, wenn Baumschutzbügel oder Verkehrsschilder zum Anschließen genutzt werden und das abgestellte Rad auf Geh- oder Radwege oder auf die Fahrbahn ragt.

Für die Schnellbahnhaltestellen existiert bereits ein eigenes Bike+Ride Konzept. Dessen  Ziel ist, bis 2020 die Zahl der Radstellplätze an U- und S-Bahn-Haltestellen auf 28.000 auszubauen. 2015 gab es erst 16.000 davon. Im Durchschnitt sollen jährlich 1.200 neue Stellplätze errichtet werden. Die Zahl der gesicherten Mietplätze soll dabei von 1.200 im Jahr 2015 auf 5.600 im Jahr 2025 steigen. Ein gutes Beispiel für eine derart ausgebaute Abstellanlage stellt die U-Bahn-Haltestelle Saarlandstraße dar, die 2015 fertiggestellt wurde. Ein Konzept, das die Radparkbedarfe außerhalb von Schnellbahn-Haltestellen analysiert, prognostiziert und darauf aufbauend den Ausbaubedarf festlegt, fehlt leider bisher.

Exemplarisch sollte daher für einen bestimmten Bereich des Bezirks gezielt der bestehende Bedarf für Fahrradparken erfasst und dann Standorte für Abstellanlagen identifiziert werden. In der Hamburger Altstadt wurden solche Untersuchen bereits erfolgreich durchgeführt und die vorgeschlagenen Maßnahmen im Anschluss auch umgesetzt.

In Hamburg-Nord wäre für eine beispielhafte Untersuchung am besten ein Quartier geeignet, das hoch verdichtet und mit wenig privatem Fahrradparkraum ausgestattet ist, da hier die größten Schwierigkeiten auftreten, sein Rad sicher abzustellen. Zudem sollten auch Bereiche mit Einzelhandel und Gastronomie vorhanden sein, da dieser im Alltag einen wichtigen Zielort des Radverkehrs gerade im näheren Wohnumfeld  darstellt. Ebenso sollten größere und kleinere Gewerbebetriebe vorhanden sein, da ein wesentlicher Teil des Radverkehrs Berufsverkehr ist und gerade kleinere Betriebe oftmals keine privaten Parkflächen zur Verfügung stellen können.

Die genannten Kriterien treffen sehr gut auf das sogenannte Komponistenviertel in Barmbek-Süd zu. Hier gibt es sowohl eine dichte Bebauung mit hohem Altbauanteil, als auch Straßenzüge mit Ladenlokalen, gastronomischen und weiteren Gewerbebetrieben. Ein für dieses Quartier erstelltes Fahrrad-Parkkonzept hätte ein hohes Potenzial, Lösungen auch für andere Teile Hamburg-Nords zu liefern. Für die externe Erstellung eines Konzepts muss mit Kosten von 50.000 Euro gerechnet werden.

 

 

 

 


Petitum/Beschluss:

 

Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung beschließen:

  1. Im Bezirk Hamburg-Nord soll ein Fahrradparkkonzept erstellt werden, das sowohl den Bedarf für das Radparken als auch Potenziale für Abstellanlagen im öffentlichen Raum aufzeigt. Dabei soll sowohl das wohnortnahe Radparken, als auch das Abstellen von Rädern an Zielorten wie Läden, gastronomischen Betrieben und am Arbeitsplatz berücksichtigt werden. Die Möglichkeit, auch Fahrradanhänger und Lastenräder zu parken, soll ebenfalls untersucht werden.
  2. Als Quartier für die Untersuchung wird das in Barmbek-Süd gelegene „Komponistenviertel“, erweitert um Randbereiche, ausgewählt. Der Konzeptraum besteht aus einem Areal, das durch die folgenden Gewässer bzw. Straßen (hier jeweils beide Straßenseiten) begrenzt wird: Osterbekkanal, Schleidenstraße, Biedermannplatz, Adolph-Schönfelder-Straße, Hamburger Straße, Winterhuder Weg, Herderstraße (vgl. Anlage).
  3. Zur Erstellung des Konzepts stellt die Bezirksversammlung Hamburg-Nord aus eigenen Mitteln bis zu 50.000 Euro bereit.
  4. Das fertige Konzept wird im Regionalausschuss Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg öffentlich vorgestellt.

 

Für die SPD-FraktionFür die GRÜNE Fraktion

Thomas DomresMichael Werner-Boelz

Jörg W. LewinThorsten Schmidt

Christoph Reiffert

 

 

 

 

 

 

 

 


Anlage/n:

 

Konzeptraum