Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-3246  

 
 
Betreff: Hamburg wird Fahrradstadt - Freizeitroute 12 zwischen Alsterdorf und Norderstedt aufwerten!
Stellungnahme des Bezirksamtes
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage Bezirksamt
  Aktenzeichen:123.30-04/0004
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung -
15.09.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung (offen)   
Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Verbraucherschutz -
27.09.2016 
Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Verbraucherschutz zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n
Anlagen:
160512_BV_AN_GRÜNE _SPD_Freizeitroute12Aufwerten_Anlage  

Sachverhalt:

 

Der Flughafen Hamburg nutzt für seine verschiedenen Einrichtungen eine Fläche von 570 Hektar. Das gesamte zwischen Hamburg und Norderstedt gelegene Areal kann nicht durchquert werden, weshalb das Verkehrsaufkommen an seinem Rand besonders groß ist. Für den Kfz-Verkehr wurde daher eigens die Ortsumgehung Fuhlsbüttel gebaut. Für den Radverkehr wurden bislang leider noch keine vergleichbaren Maßnahmen ergriffen. Auch er sucht sich aber seinen Weg – und hat ihn in der Freizeitroute 12 (FR 12, [1]) gefunden. Diese Strecke ist auf dem Abschnitt zwischen Sengelmannstraße und Tarpenbekstraße (Norderstedt) die Hauptroute für den Radverkehr von und nach Norderstedt.

Im südlichen Flughafenumfeld (Lufthansa Technik), in der City Nord und bei Philips gibt es viele Arbeitsplätze, die von Norderstedter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf diese Weise gut erreicht werden können. Umgekehrt gibt es Menschen aus Barmbek oder Alsterdorf, die in Norderstedt bei Tesa oder im Garstedter Gewerbegebiet rund um den Gutenbergring arbeiten. Die FR 12 wird also entgegen ihres Namens hauptsächlich von Berufspendlerinnen und -pendlern genutzt. Jeder Radfahrende auf dieser Route bedeutet weniger volle U-Bahnen und weniger Kfz-belastete Straßen andernorts. Diese Route sollte daher baulich aufgewertet werden, um sie noch attraktiver für den Radverkehr zu machen. Dafür wird hiermit ein Paket aus vielen kleineren Maßnahmen vorgeschlagen, die zusammengenommen das Radfahren zwischen Norderstedt und Fuhlsbüttel/Alsterdorf attraktiver machen.

 

 

 

Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung beschließen:

  1. Ampelschaltung Sengelmannstraße / Alsterkrugchaussee

Aus Richtung Norden kommend ist die Ampelschaltung für die Sengelmannstraße querende Radler auf der Alsterkrugchaussee sehr unattraktiv und schwer nachvollziehbar. Es müssen drei aufeinanderfolgende und mit kleinen Inseln getrennte Ampeln überquert werden. Dabei sind für die erste und die zweite offenbar Räumzeiten von 40 bzw. 60 Sekunden hinterlegt. Diese Zeit scheint selbst für auch von Fußgängern genutzte Ampeln zu lang zu sein. Aufgrund der sehr langen Rotphase, während der keine Kfz fahren, führt diese Ampelschaltung dazu, dass viele Radfahrende bei Rot queren. Zudem wird die Reisezeit unnötig verlängert.

Das vorsitzende Mitglied setze sich bei der zuständigen Fachbehörde dafür ein, dass geprüft werden möge, ob eine Ampelschaltung mit kürzeren Räumzeiten und längeren Grünphasen möglich ist.

  1. Zeppelinstraße Nebenfahrbahn

a)      Das vorsitzende Mitglied setzt sich bei der zuständigen Fachbehörde dafür ein, die Radwegbenutzungspflicht auf der Nebenfahrbahn der Zeppelinstraße aufzuheben und diese Einbahnstraße auch für den gegenläufigen Radverkehr freizugeben. Sollte das nicht möglich sein, so setzt das vorsitzende Mitglied sich dafür ein, dass zumindest die Radwegbenutzungspflicht in Fahrtrichtung der Einbahnstraße aufgehoben wird.

b)      Der Bezirksamtsleiter wird gebeten, vom südlichen Ende der Nebenfahrbahn der Zeppelinstraße aus (in Fahrtrichtung Süden) eine Aufleitung auf den Zweirichtungs-Bestandsradweg zu prüfen.

  1. Planespotter-Platz

Zwischen Flughafenstraße und Holtkoppel gibt es einen gemeinsamen Geh- und Radweg (Teil der Freizeitroute (FR) 12). Der Bezirksamtsleiter möge prüfen lassen, ob der höchste Punkt dieses Weges durch Zurückversetzen der Zäune zum Flughafen aufgeweitet und so ein attraktiver Platz (mit Bänken und Mülleimern) für Planespotter geschaffen werden kann. Das Ziel ist, Konflikte zwischen Planespottern und Radfahrer*innen zu reduzieren. Die entsprechenden Umbaumaßnahmen sollen mit Kostenschätzung auf die Liste der zu priorisierenden Tiefbaumaßnahmen für den Radverkehr gesetzt werden.

  1. Einmündung des Fuß- und Radweges in die Holtkoppel (Abzweigung nach Süden) bzw. Kniep

Das vorsitzende Mitglied setzt sich bei der zuständigen Fachbehörde dafür ein, dass geprüft werden möge, ob statt der derzeitigen Regelung (FR 12 hat durch Aufpflasterung keine Vorfahrt) eine durch bauliche Maßnahmen unterstützte Bevorrechtigung der Nord-Süd-Fahrtrichtung möglich ist. Die heutigen Bordsteinkanten sollten entfallen oder in ihrer Höhe reduziert werden. Die betreffende Fläche gehört zum allgemeinen Grundvermögen und wird nicht vom Bezirksamt verwaltet.

  1. Querung Holtkoppel

Der Bezirksamtsleiter möge prüfen lassen, ob an der Querung der Holtkoppel auf der Südseite eine Reduktion der Höhe der Bordsteinkante  möglich ist. Möglicherweise ist hier eine Instandsetzung ausreichend (Fahrbahn abgesackt).

  1. Weg zwischen Holtkoppel und Krohnstieg

Der Bezirksamtsleiter möge auf dem gepflasterten Weg dafür sorgen, dass die in den Ritzen wachsenden Gräser entfernt werden. So wird die ursprüngliche Breite des Weges wieder für den Verkehr nutzbar gemacht. Diese Unterhaltungsmaßnahme soll in Zukunft regelmäßig erfolgen.

 

 

  1. Querung Jugendparkweg

 

Der Bezirksamtsleiter lässt prüfen, inwiefern die Straße Jugendparkweg westlich der Querung der FR 12 zwingend als asphaltierte Fahrbahn erforderlich ist und für den Kfz-Verkehr zugänglich sein muss. Sollte diese Prüfung negativ ausfallen, könnte der Jugendparkweg westlich der Querung der FR 12 entsiegelt  (ökologischer Ausgleich) und durch einen in Parkanlagen üblichen Geh- und Radweg ersetzt werden. Die gepflasterten Abschnitte der FR12 nördlich und südlich des Jugendparkweges könnten durch eine einheitliche Pflasterung verbunden werden.

  1. Querung Eekboomkoppel

Die Straße Eekboomkoppel hat gegenüber der FR 12 Vorfahrt. Da die Eekboomkoppel für den Verkehr in Langenhorn nur von geringer, die FR12 jedoch von hoher Bedeutung ist, liegt es nahe, die Vorfahrtsregelung hier umzukehren.

Das vorsitzende Mitglied setzt sich bei der zuständigen Fachbehörde dafür ein, dass diese prüfen möge, ob einer möglichen Vorfahrtsregelung für die FR12 gegenüber der Straße Eekboomkoppel zugestimmt werden kann. Die zuständige Fachbehörde berät das Bezirksamt Hamburg-Nord, welche bauliche Lösung zustimmungsfähig wäre. Eine solche Lösung ist in der Plast 9 im Kapitel 6.5.2 a) beschrieben. Als Beispiel kann die Hainbuchenallee in Allermöhe gelten. Die Unfalllage dort ist nach Aussage des örtlichen PKs unauffällig.

Die erforderlichen Baumaßnahmen sollen mit Kostenschätzung auf die Liste der zu priorisierenden Tiefbaumaßnahmen für den Radverkehr gesetzt werden.

  1. Bordsteinabsenkung Eekboomkoppel Richtung Rittmerskamp

Vom Rittmerskamp kommend führt rechts ein Wanderweg von der Eekboomkoppel in die nördlich der Eekboomkoppel liegenden Grünfläche (der Weg trifft im weiteren Verlauf auf die FR 12). Hier befindet sich jedoch trotz des vorhandenen Wanderweges ein Hochbord. Die Absenkung des Bordsteins an dieser Stelle wird auf die Liste der zu priorisierenden Maßnahmen zur Finanzierung aus dem Fonds „Barrierefreier Bezirk“ gesetzt.

  1. Weg zwischen Eekboomkoppel/Rittmerskamp und Kulenstück

Der Bezirksamtsleiter setzt sich mit besonderem Nachdruck bei der Bundesforstverwaltung dafür ein, dass diese den zugewachsenen Weg samt der Verzweigung am südlichen Ende wieder in der ursprünglichen Breite von drei Metern herstellt und mit einem verkehrssicheren Belag ausstattet. Zudem müssen in den Weg ragendes Buschwerk und Bäume zurückgeschnitten werden.

  1. Weg zwischen Masenkamp und Tarpenring

Der Bezirksamtsleiter möge prüfen lassen, ob der genannte Weg auf drei Meter Breite ausgebaut werden kann. Zudem sollte die versteckt liegende Einfahrt aus Richtung Süden besser erkennbar gemacht bzw. begradigt werden. Für die erforderlichen Baumaßnahmen soll eine Kostenschätzung entwickelt werden, außerdem ein Vorschlag aus welchem Titel die Maßnahme finanziert werden könnte.

  1. Querungshilfe Tarpen

Das vorsitzende Mitglied setze sich bei der zuständigen Fachbehörde dafür ein, dass an der westlichen Einmündung des Tarpenring in die Straße Tarpen eine Querungshilfe über die Straße Tarpen geprüft werden möge (z.B. eine Sprunginsel analog zur westlich benachbarten Kreuzung). Aus Richtung Süden kommend müssen Radler hier zu Zeiten des Berufsverkehrs oft sehr lange warten, bis sie eine Möglichkeit zum Linksabbiegen in die Straße Tarpen erhalten.

  1. Fahrradstreifen Tarpen

Das vorsitzende Mitglied setze sich bei der zuständigen Fachbehörde dafür ein, dass die Straße Tarpen mindestens zwischen Tarpenring und der Sprunginsel an der Landesgrenze mit Radfahrstreifen ausgestattet wird. Heute gibt es hier nur nicht benutzungspflichtige Hochbordradwege oder Tempo 50 im Mischverkehr, beides genügt nicht der Verkehrssicherheit.

 

 

Für die SPD-FraktionFür die GRÜNE Fraktion

Thomas DomresMichael Werner-Boelz

Thomas KegatThorsten Schmidt

 

Die Bezirksversammlung beschließt den Antrag einstimmig.

Das Bezirksamt nimmt hierzu wie folgt Stellung:

 

Zu 1.:

Hierzu kann der Bezirk Hamburg-Nord keine Stellung nehmen, da die Zuständigkeit bei der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) liegt.

Die BWVI hat hierzu bereits eine gesonderte Stellungnahme abgegeben (Drs. 20-3061).

 

Zu 2.:

a)      Hierzu kann der Bezirk Hamburg-Nord keine Stellung nehmen, da die Zuständigkeit bei der Behörde für Inneres und Sport (BIS) liegt.

b)      Eine Prüfung ist abhängig von der Stellungnahme der BIS zu Punkt 2a).

Bei einem positiven Ergebnis wird die Maßnahme für das bezirkliche Bauprogramm 2017 vorgeschlagen.

 

Zu 3.:

Der gemeinsame Geh- und Radweg zwischen Flughafenstraße und Holtkoppel befindet sich im genannten Bereich im Besitz des Bezirks, Fachbereich Stadtgrün. Die Fläche unmittelbar hinter dem Zaun in Richtung der Bundesstraße 433 / Zeppelinstraße befindet sich im Besitz des Bundes und wird nicht vom Bezirksamt Hamburg-Nord verwaltet. Die Schaffung einer Aufenthaltsfläche ist demnach nur durch einen möglichen Ankauf von einer Teilfläche des Bundes zu realisieren.

Die Fläche nord-östlich des Geh- und Radweges gehört zum allgemeinen Grundvermögen und wird ebenfalls nicht durch das Bezirksamt Hamburg-Nord verwaltet.

Zudem ist nicht klar, ob es aus Sicht der Luftsicherheitsbehörde denkbar wäre, im Bereich der Einflugschneise eine Aufenthaltsfläche zu schaffen. Eine Aussage hierzu kann zuständigkeitshalber nur die BWVI treffen.

 

Zu 4.:

Da die Fläche zum allgemeinen Grundvermögen gehört, kann der Bezirk Hamburg-Nord hierzu keine Stellung nehmen. Die Zuständigkeit liegt beim Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG).

 

Zu 5.:

Der Zustand wurde durch die zuständige Wegeaufsicht geprüft. Die Schäden werden im Rahmen der Straßenunterhaltung beseitigt.

 

Zu 6.:

Der Abschnitt zwischen Holtkoppel und nördlich Jugendparkweg ist eine Ausgleichfläche, die sich im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bundesforstbetrieb Trave befindet. Der Bezirk Hamburg-Nord ist dementsprechend nicht zuständig.

Die Fläche im weiteren Verlauf in Richtung Norden bis zum Krohnstieg gehört dem Bezirk, Fachamt MR, Fachbereich Stadtgrün. Der Fachbereich wird, wie in der Vergangenheit auch, jedoch in kürzeren Intervallen, den Pflasterweg so unterhalten, dass er in voller Breite nutzbar bleibt.

 

 

 

Zu 7.:

Die benannte Fläche ist eine dem öffentlichen Verkehr gewidmete Straßenfläche und dient der Erschließung mehrerer Grundstücke. Diese Wegeverbindung ist auch die rückwärtige Anbindung der Schule Krohnstieg und die einzige Zufahrtsmöglichkeit zu dem dortigen Sportplatz. Daher wird die betreffende Fläche des Jugendparkwegs als nicht entbehrlich angesehen.

 

Zu 8.:

Zu einer möglichen Umkehrung der Vorfahrtregelung benötigt der Bezirk eine grundsätzliche Aussage der Behörde für Inneres und Sport (BIS). Erst wenn die BIS eine Stellungnahme dazu abgegeben hat, können weiterführende Schritte durch den Bezirk getätigt werden.

 

Zu 9.:

Der Verbindungsweg zwischen Rittmerskamp und der Freizeitroute 12 ist nicht im Besitz des Bezirkes. Eine Bordsteinabsenkung wird für das Programm „Barrierefreier Bezirk“ vorgeschlagen.

 

Zu 10.:

Das Fachamt MR, Stadtgrün wird sich bei der Bundesforstverwaltung dafür einsetzten, dass der Weg durch die Ausgleichsfläche wieder in seiner ursprünglichen Breite von 3,0 m nutzbar ist und die Sträucher, die in den Weg hineinragen, zurückgeschnitten werden.

 

Zu 11.:

Das Fachamt MR, Stadtgrün prüft, ob der Weg durch das Landschaftsschutzgebiet auf 3,0 m Breite ausgebaut werden kann und inwieweit die Einmündung in den Tarpenring so optimiert werden kann, dass diese deutlich besser wahrgenommen wird.

Eine Projektierung und Kostenschätzung kann allerdings erst im Herbst/Winter 2016 erfolgen.

 

Zu 12. und 13.:

Hierzu kann der Bezirk keine Stellung nehmen, da es sich bei der Straße Tarpen um eine Hauptverkehrsstraße handelt und die Zuständigkeit bei der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) liegt.

 


Petitum/Beschluss:

 

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

 

 

 

Harald Rösler

 

[1] gruenlink.de/151q (Quelle: ADFC Hamburg)  oder 

www.geoportal-hamburg.de/Geoportal/geo-online
> "Transparenzportal Hamburg"

> "Transport und Verkehr"

> "Velo- und Freizeitroutennetz Hamburg"

> "Freizeitroute12" auswählen

 


Anlage/n:

 

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