Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-3125  

 
 
Betreff: Integration braucht Raum zur Begegnung -
Gemeinschaftsräume zum Austausch in Hamburg-Nord schaffen
Gemeinsamer Antrag von SPD- und GRÜNE-Fraktion
Status:öffentlichDrucksache-Art:gemeinsamer Antrag
  Aktenzeichen:123.30-04/0004
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung -
16.06.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n
Anlagen:
Welcome-Lounge_Barmbek_AnlageKonzeptskizze  

Sachverhalt:

 

Integration bedeutet aktiven Austausch, die Begegnung miteinander, das Erlernen der deutschen Sprache und das Kennenlernen kultureller Eigenheiten. Die hohe Bereitschaft der Geflüchteten zur Integration und der Wunsch, wieder ein eigenständiges Leben zu führen, sind gute Voraussetzungen für das Gelingen dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe. Essenzieller Teil der Integration ist auch, Menschen aus Staaten mit autoritären oder diktatorischen Regimen den Wert gelebter Demokratie und aktiver Teilhabe des Einzelnen daran ganz praktisch näherzubringen. Für all diese Aufgaben werden Räume zur Begegnung und zum Austausch benötigt.

Die öffentlichen Folgeunterbringungen haben sehr begrenzte räumliche Kapazitäten und insbesondere an den Wochenenden sind die Gemeinschaftsräume nicht durchgängig verfügbar. In Hamburg gibt es daher bereits mehrere Begegnungsstätten für den interkulturellen Austausch, in denen Geflüchtete sich treffen, die deutsche Sprache erlernen oder sich schlicht treffen können. In Harburg findet sich beispielsweise das „Café Refugio“ oder im Karoviertel das „Why Not!“. Im Norden Hamburgs fehlt eine solche Einrichtung noch.

Die Initiative „Welcome to Barmbek“ hat nach Schließung der von ihr betreuten Zentralen Erstaufnahme Wiesendamm Kapazitäten frei und ist bereit für die Einrichtung und den Betrieb eines solchen Begegnungszentrums. Angedacht ist die Gründung einer Begegnungsstätte in Barmbek namens „Welcome-Lounge“, die, ähnlich wie die bereits genannten Projekte, Raum für Begegnung und Austausch bieten soll. Gleichzeitig sollen dort Deutschkurse, Hausaufgabenhilfe und Kulturabende stattfinden.

Die „Welcome-Lounge“ hat so das Potenzial, ein niedrigschwelliger Anlaufpunkt für die Geflüchteten in Barmbek und darüber hinaus zu werden. Das Konzept sieht vor, dass die Einrichtung von einem Organisationsteam bestehend aus Mitgliedern von „Welcome to Barmbek“ und Geflüchteten geleitet werden soll. Vorteilhaft an dieser Organisationsform ist, dass die Geflüchteten nicht einfach „betreut“ werden, sondern ihre Bedürfnisse selbst ganz aktiv in die „Welcome-Lounge“ einbringen und diese im Sinne bürgerschaftlichen Engagements mitgestalten können.

Für die Umsetzung dieses Integrationsprojekts werden Räumlichkeiten in Barmbek gesucht. Ideal wäre ein Standort in der Nähe der ehemaligen ZEA am Wiesendamm, da viele Aktive in diesem Bereich wohnen. Weitere Einrichtungen wie die Unterkünfte Hufnerstraße, Museum der Arbeit und Tessenowweg liegen in der Nähe und die ÖPNV-Erschließung ist optimal.

Ferner muss die Finanzierung der Miete für die Räumlichkeiten sichergestellt werden. Die Initiative „Welcome to Barmbek“ verfügt über keine ausreichenden Eigenmittel und kann lediglich die Grundausstattung stellen. Die Initiative möchte ihre Arbeit schnellstmöglich aufnehmen.

 


Petitum/Beschluss:

 

Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord möge daher beschließen:

 

  1. Die Bezirksversammlung begrüßt das Engagement der Initiative „Welcome to Barmbek“, mit der Einrichtung der „Welcome-Lounge“ einen Ort der Begegnung von Geflüchteten miteinander und mit alteingesessenen Hamburgerinnen und Hamburgern zu schaffen.
  2. Der Bezirksamtsleiter wird geben, die Initiative bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten zu unterstützen. Räumlichkeiten in der Nähe des Wiesendamms, in jedem Fall aber mit guter Nahverkehrsanbindung wären dabei optimal.
  3. Eine Anmietung von Räumlichkeiten soll möglichst schnell und zunächst bis zum Jahresende erfolgen. Für Miet- und Nebenkosten sollen dabei aus dem Titel zur Unterstützung der Arbeit von Ehrenamtlichen mit Geflüchteten bis zu 5.000 Euro aufgewendet werden.

 

Für die SPD-FraktionFür die Fraktion der GRÜNEN

Thomas DomresMichael Werner-Boelz

Alexander KleinowChristoph Reiffert

Dr. Alice OttoDr. Anıl Kaputanoğlu

 


Anlage/n:

 

Projektbeschreibung „Welcome-Lounge“ der Initiative „Welcome to Barmbek

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Welcome-Lounge_Barmbek_AnlageKonzeptskizze (227 KB)