Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-2960  

 
 
Betreff: Erdkampsweg: Lücke im Radverkehrsnetz schließen – Schulweg sichern!
Stellungnahme der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage vorsitzendes Mitglied
  Aktenzeichen:123.30-04/0004
Federführend:Fachamt Management des öffentlichen Raums   
Beratungsfolge:
Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel -
06.06.2016 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Der Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Groß Borstel hat sich in seiner

Sitzung am 22.02.16 auf der Grundlage eines Antrages von SPD- und GRÜNE-Fraktion mit

dem Thema befasst und die nachfolgende Beschlussempfehlung mehrheitlich bei Gegenstimmen der CDU-Fraktion verabschiedet:

 

„Das Vorsitzende Mitglied setzt sich bei der zuständigen Fachbehörde dafür ein, dass der

Erdkampsweg im Bereich zwischen Wacholderweg und Langenhorner Chaussee im Sinne einer Fortsetzung des südlichen Teiles des Erdkampsweges umgestaltet wird. Dazu soll vorrangig die Markierung von breiten Radfahrstreifen, notfalls auch Schutzstreifen, geplant werden.“

 

Begründung:

Der Erdkampsweg stellt als Hauptverkehrsstraße nicht nur eine wichtige Verbindung für den Kfz-Verkehr, sondern auch für den stadtteilübergreifenden Fahrradverkehr dar. Radler_innen, die z.B. aus Richtung Ohlsdorf oder Barmbek in Richtung Langenhorn oder Norderstedt fahren wollen, wählen oftmals den Erdkampsweg als Route durch Fuhlsbüttel. Dies liegt insbesondere daran, dass weite Teil der Strecke zwischen dem Bahnhof Barmbek  über Ohlsdorf und Fuhlsbüttel nach Langenhorn in der letzten Zeit saniert wurden: Auf 5,8 Kilometern Länge sind dies die Fuhlsbüttler Straße, die Kreuzung Brombeerweg / Ratsmühlendamm sowie ein Teil des Erdkampswegs zwischen Ratsmühlendamm und Wacholderweg. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde auch eine in weiten Teilen attraktive und sichere Infrastruktur für den Radverkehr geschaffen.

 

Leider weist diese Wegekette eine Lücke von 700 m am mittleren Erdkampsweg zwischen Wacholderweg und Langenhorner Chaussee auf. Südlich dieses Abschnitts radelt man bequem auf Radfahrstreifen. Nordwestlich der Langenhorner Chaussee verläuft der Erdkampsweg als ruhige Wohnstraße und Tempo 30-Zone bis zum Weg hinter der Lärmschutzwand des Flughafens (Freizeitroute 12), der insbesondere von Berufspendelnden intensiv genutzt wird.

 

Im Abschnitt des Erdkampswegs zwischen Wacholderweg und Langenhorner Chaussee gibt es zwar Hochbordradwege, diese sind jedoch nur 80 cm breit, oftmals zugeparkt und führen -besonders gefährlich- meist hinter einer Reihe parkender Autos entlang.

 

In der Drucksache 20-1751 „Zukunft des mittleren Erdkampswegs” [1] hat der Senat bereits deutlich gemacht, dass auf Grund des großen Handlungsbedarf im sonstigen Hamburger Straßennetz in der näheren Zukunft keine Umgestaltung dieses Abschnittes geplant ist. Trotzdem bestätigt die Fachbehörde jedoch, dass die Situation des Radverkehrs im Erdkampsweg „verbesserungswürdig” ist.

 

Auch die Bezirksversammlung Hamburg-Nord erkennt an, dass eine sofortige Grundinstandsetzung des Erdkampsweges auf Grund des baulichen Zustandes der Fahrbahn noch nicht erforderlich ist. Dies darf jedoch nicht der einzige Maßstab für die Umgestaltung von Verkehrsanlagen sein. Sonst bestehen Lücken im Verkehrsnetz, wie sie nun am Erdkampsweg entstanden ist, für viele Jahre. Um aber tatsächlich viele Menschen davon zu überzeugen, das Auto stehen zu lassen und mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, sind durchgehende, attraktive und sichere Radverkehrsanlagen erforderlich. Es sollte daher zumindest geprüft werden, ob nicht eine „preiswerte Lösung” zum Schließen dieser nur 700 m langen Lücke gefunden werden kann. So wäre es z.B. denkbar, Radfahrstreifen aufzubringen, ohne den aktuellen Querschnitt der Fahrbahn zu verändern. Die große Breite der Fahrbahn könnte dies durchaus zulassen.

 

Neben der wünschenswerten Einheitlichkeit der Verkehrsführung für Radfahrende kommt ergänzend hinzu, dass auf Radfahrstreifen erheblich weniger Menschen als Geisterradler auf der falschen Seite unterwegs sind als auf Radwegen. Die hohe Gefährdung durch die Benutzung linksseitiger Radwege ist ein zusätzlicher Pluspunkt, der für eine Führung des Radverkehrs in einem eigenen Bereich auf der Straße spricht.

 

Besondere Brisanz erlangt die Situation des Radverkehrs am mittleren Erdkampsweg dadurch, dass an diesem Abschnitt der Straße das Gymnasium Alstertal liegt. Wie bei allen anderen Schulen auch gelangen viele Schüler_innen mit dem Rad zur Schule. Gerade die jüngeren unter ihnen fahren aber kaum auf der Fahrbahn, sondern nutzen oft den maroden, mit 80 cm viel zu schmalen Radweg und sind an Einmündung wie beim Hermann-Löns-Weg von der Fahrbahn aus gesehen hinter parkenden Fahrzeugen verborgen. Der besorgte Elternrat der Schule ist bereits mit dem Anliegen an die Bezirkspolitik herangetreten, die Situation am mittleren

Erdkampsweg zu verbessern.

 

Der Hauptausschuss folgt der Beschlussempfehlung mehrheitlich bei Gegenstimmen der CDU-Fraktion.

 

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation nimmt hierzu wie folgt Stellung:

 

 

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) verweist auf die Antwort in

Drs. 20/1751 und teilt weiterhin die Auffassung, dass die Situation für den Radverkehr im

Erdkampsweg von Etzestraße/Wacholderweg bis Alsterkrugchaussee verbesserungswürdig ist.

 

Nicht geteilt wird die Auffassung, dass eine „preiswerte Lösung“ durch z.B. Aufbringen eines Schutz- oder Radfahrstreifens, ohne den aktuellen Querschnitt der Fahrbahnzustand zu verändern, zum schnelleren Erfolg führen könnte. Diese Lösung bedarf ebenso einer konkreten Planung unter Berücksichtigung aller verkehrstechnischen Rahmenbedingungen. Dem Bezirksamt wird freigestellt, die erforderliche Überplanung selbst vorzunehmen und mit der BWVI abzustimmen.

 


Petitum/Beschluss:

 

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

 

 

Dagmar Wiedemann

 


Anlage/n:

 

Keine