Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-2957  

 
 
Betreff: Verbesserung der Ampelschaltung für Fußgänger am Knoten Borsteler Chaussee/Köppenstraße/Brödermannsweg und Tempo 30 im Klotzenmoor nördlich Köppenstraße
Stellungnahme des Bezirksamtes
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage Bezirksamt
  Aktenzeichen:123.70-24
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel -
06.06.2016 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Der Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß-Borstel hat sich in seiner Sitzung am 04.04.2016 mit o.g. Thematik auf der Grundlage eines interfraktionellen Antrages sowie der FDP-Gruppe und der Gruppe Piraten befasst und einstimmig folgende Beschlussempfehlung verabschiedet:

 

Der Herr Bezirksamtsleiter wird aufgefordert sich bei den zuständigen Landesbehörden dafür einzusetzen, dass folgende Maßnahmen realisiert werden:

 

1. An dem Verkehrsknoten Borsteler Chaussee /Köppenstraße/Brödermannsweg sind insbesonders für die Überquerung der Fahrbahn der Borsteler Chaussee die Grünphasen für die   Fußnger deutlich zu verlängern.

 

2. Im Klotzenmoor, nördlich der Einmündung der Köppenstraße in direkter Nachbarschaft zu den östlich des Klotzenmoors gelegenen sozialen Einrichtungen

ist eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Km/h einzuführen.

 

Begründung:

 

Nach der Eröffnung der Einrichtung des BHH Sozialkontors in Groß Borstel auf der Ostseite des Klotzenmoors nutzen die dort ansässigen Menschen mit unterschiedlichsten Mobilitätseinschränkungen verstärkt die Wegebeziehung über die Köppenstraße zu den Geschäften und zur Bushaltestelle an der Borsteler Chaussee. Noch im Jahre 2016 soll aus Bezirksmitteln finanziert diese Wegestrecke barrierefrei hergestellt werden. Schon jetzt ist an der Kreuzung der Borsteler Chaussee mit der Köppenstraße verstärkt zu beobachten, dass die relativ kurzen Grünphasen bei der Querung der Borsteler Chaussee r diesen Personenkreis, aber auch zahlreiche ältere Menschen, dazu führen, dass diese nicht mehr angstfrei die Fahrbahn queren . Während für viel Geld der barrierefreie Weg hergestellt wird, besteht hier die Gefahr, dass durch das "gedankenlose Beibehalten von Standardsignalschaltungen" die oben dargestellte Mobilitätsfreundlichkeit wieder empfindlich gestört wird.  Aus diesem Grunde wird folgender Antrag gestellt:

 

Der Hauptausschuss folgt der Beschlussempfehlung einstimmig.

 

Die Polizei Hamburg hat dem Bezirksamt hierzu folgende Stellungnahme übersandt:

 

Zum Prüfauftrag 1 geben wir einen Beitrag der BWVI / LSBG weiter, zum Prüfauftrag 2 nehmen wir zusammen mit den Mitarbeitern des Polizeikommissariats 23 wie folgt

Stellung:

 

Zu 1.:

 

Eine Überprüfung der Grünzeiten für den Fußgängerverkehr ergab, dass Fußgängerinnen und Fußgänger entsprechend den geltenden Richtlinien und Vorgaben auch mit einer geringeren Gehgeschwindigkeit als 1,2 m/s in den meisten Schaltprogrammen die gesamte Furtlänge bei Grün überschreiten können. An die Freigabezeit schließt sich nach dem Umspringen des Signals für die Fußgängerinnen und Fußgänger auf Rot noch die sogenannte Räumzeit an. Diese wird für die gesamte Furtlänge über die Fahrbahn errechnet und stellt sicher, dass die Fußgängerinnen und Fußgänger, die in der letzten Sekunde der Grünzeit die Fahrbahn betreten,  auch zu Beginn der Rotzeit noch die Fahrbahn sicher verlassen können, bevor der Kraftfahrtzeugverkehr (Kfz-Verkehr) seine Freigabe erhält.

 

Eine Verlängerung der Grünzeit für den Fußgängerverkehr ist problematisch, da in dem Straßenzug der Borsteler Chaussee derzeit zu fast allen Zeiten Stauungen des Kfz-Verkehrs zu beobachten sind. An der Kreuzung Borsteler Chaussee/ Köppenstraße ist die Grenze der problemlosen Abwicklung des Kfz-Verkehrs erreicht. Eine Verlängerung der Grünzeit für Fußgängerinnen und Fußgänger hätte zur Folge, dass an diesem Knoten in der Borsteler Chaussee der Kfz-Verkehr künftig nur mit Stauungen abgewickelt werden könnte. Daher kann dem Beschluss der Bezirksversammlung nicht gefolgt werden. (Beitrag BWVI / LSBG)

 

Ziff. 2.:

Initiiert durch Angehörige der Einrichtungen im Klotzenmoor 62 wurde im vergangenen Jahr ein Bewertungsverfahren zur Einrichtung einer Fußgängerampel mit Blindenakustik anstelle des vorhandenen Zebrastreifens durchgeführt. In der Gesamtbewertung wurde festgestellt, dass an dieser Stelle der Bau einer Fußgängerlichtzeichenanlage notwendig erscheint, um den Gefährdungen sehbehinderter und blinder Personen noch besser entgegenwirken zu können, zumal sich in zumutbarer Entfernung keine andere gesicherte Querungsstelle befindet. Der aktuell vorhandene Fußgängerüberweg er-schien den Straßenverkehrsbehörden als nicht mehr ausreichend, da heutzutage vermehrt behinderte Personen mit dem normalen Linienbus (ÖPNV) ihren Arbeitsplatz in den Elbewerkstätten erreichen. Die Signalanlage wurde im November letzten Jahres straßenverkehrsbehördlich angeordnet und soll noch in 2016 realisiert werden – ein genauer Termin steht aktuell noch nicht fest.

 

Hinsichtlich einer Streckengeschwindigkeitsbegrenzung hatte die örtliche Straßen-

verkehrsbehörde noch einmal das Umfeld der Einrichtungen überprüft und ist zu dem

Ergebnis gekommen, dass dieses nicht zwingend notwendig erscheint. Die wenigen

Betroffenen nutzen derzeit den Zebrastreifen und freuen sich schon auf die kommende Fußgängerampel. Fahrbahnüberquerungen außerhalb dieser geregelten Stelle finden durch den betroffenen Personenkreis nicht statt. Das Verkehrsaufkommen und die Unfalllage

ergeben auch keinen Hinweis auf eine besondere Gefährlichkeit dieses Streckenabschnitts. Insofern erscheint aktuell die Einrichtung einer Tempo-30-Strecke dort nicht erforderlich.

 


Petitum/Beschluss:

 

 

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

 

 

Harald Rösler

 


Anlage/n:

 

Keine