Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-2882  

 
 
Betreff: Ausbau der Velorouten 5, 6 und 13:
Radfahren im Bezirk Nord attraktiver machen!
Stellungnahme der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage vorsitzendes Mitglied
  Aktenzeichen:123.30-04/0004
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung -
14.04.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung (offen)   
Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Verbraucherschutz -
19.04.2016 
Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Verbraucherschutz zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Die Bürgerschaft hat einstimmig beschlossen: Bis zum Ende dieser Legislatur im Jahr 2020 sollen alle Velorouten fertiggestellt sein. Angesichts des bislang nur im innenstadtnahen Bereich fertiggestellten Netzes ist das ein sehr ambitioniertes Ziel, zu dem sich SPD- und GRÜNE Fraktion in Hamburg-Nord klar bekennen. Es werden viele Routen zeitgleich geplant werden müssen. Dabei wird auch untersucht, wo die derzeitige Routenführung noch optimierbar ist. Am Ende sollen alle Veloroute einheitliche, hohe Standards zum Beispiel hinsichtlich des Bodenbelags aufweisen.

Einen Antrag auf Änderung des Verlaufs der Veloroute 4 hat die Bezirksversammlung schon im Januar 2016 beschlossen. Der Senat hat hier bereits sehr positiv reagiert und übernimmt die bezirklichen Vorschläge. [1] Doch auch bei den übrigen im Bezirk verlaufenden Velorouten mit den Nummern 5, 6 und 13 gibt es eine Reihe von Möglichkeiten zur Verbesserung.

 

Veloroute 5

(Verlauf im Bezirk: Hohenfelde-Barmbek-Süd-Barmbek-Nord bzw. Hohenfelde-Barmbek-Süd-Winterhude-Alsterdorf-Fuhlsbüttel)

  • Die Veloroute teilt sich in Barmbek-Süd in zwei Äste auf. Der westliche Ast führt am Stadtpark entlang Richtung U Sengelmannstraße, der östliche über Barmbek-Nord Richtung Steilshoop/Bramfeld und weiter bis Duvenstedt. Grundsätzlich sollte jeder Ast eine eigene Nummerierung erhalten, um beide besser unterscheiden zu können.
  • Zudem verlaufen größere Teile der Route entlang von Hauptverkehrsstraßen, die derzeit nur eingeschränkt nutzbare und fast immer viel zu schmale Radwege aufweisen. Hier sollte grundsätzlich die Verlegung auf die Fahrbahn mittels Radfahrstreifen geprüft werden. Dabei entstünde auch mehr Platz für den Fußverkehr in den Nebenflächen.
  • Die Kreuzung an der U Dehnhaide („Barmbeker Stern“) muss dringend radfahrfreundlicher gestaltet werden. Derzeit müssen bei korrekter Fahrweise von Süd nach Nord sechs Fahrbahnen gequert werden, wofür zwei oder drei Mal an Ampeln gewartet werden muss. Auch sind die viel zu kleinen Warteflächen an den Ampeln einer Zunahme des Radverkehrs nicht gewachsen.
  • Unmittelbar südlich des Barmbeker Bahnhofs stellt die Poppenhusenstraße als Einbahnstraße in Nordrichtung ein großes Hindernis dar: Anders als früher ist die Straße nicht mehr Richtung Süden befahrbar. Das muss bei der Planung des Ausbaus der Route dringend geändert werden.
  • Statt der derzeitigen Führung über Fuhlsbüttler Straße, Drosselstraße und Schwalbenstraße sollte eine alternative Führung über die Fuhlsbüttler Straße bis Hellbrookstraße und dann die Schwalbenstraße geprüft werden. Der Umbau der „Fuhle“ in diesem Bereich hat zu einem deutlich komfortableren Fahren geführt und eröffnet wesentlich bessere Abbiegemöglichkeiten in die Schwalbenstraße und umgekehrt als Höhe Drosselstraße.
  • Im westlichen Ast muss unbedingt auf eine sehr gute Einbindung der Quartiere Alter Güterbahnhof (letzte Flächen im Bau) und Pergolenviertel (bald Baubeginn) geachtet werden. Dadurch können für die Menschen, die künftig hier wohnen werden, frühzeitig Anreize zum Verzicht auf den eigenen Pkw geschaffen werden.
  • In Höhe der City Nord quert die Veloroute den weniger befahrenen Dakarweg: Hier sollte die Veloroute vorfahrtsberechtigt werden, um ein zügiges Vorankommen zu ermöglichen
  • Am Knoten Hebebrandstraße/Sengelmannstraße muss der Radverkehr, der auf der Veloroute am Rand der Kleingärten von Süden kommend in Richtung Norden fährt, derzeit zwei Mal an Ampeln warten, um auf der richtigen Straßenseite die Sengelmannstraße zu befahren. Das ist unattraktiv und sollte zum Beispiel durch Prüfung einer Führung unter der Brücke hindurch oder eine veränderte Ampelananlage verbessert werden.

 

Veloroute 6

(Hohenfelde-Barmbek-Süd-Dulsberg)

  • In der Überlegung ist offenbar, die Veloroute ab Mundsburger Damm über Hartwicusstraße und Immenhof verlaufen zu lassen. Diese Führung hat den Vorteil, die Kuhmühle unterqueren zu können. Dafür müssten die Wege im Park zu beiden Seiten der Kuhhle befestigt werden.
  • An den Querungen mit Lerchenfeld, Richardstraße und Wagnerstraße muss es Verbesserungen geben. Derzeit sind entweder keine Ampeln vorhanden oder vorhandene Ampeln für Radfahrende nicht mit akzeptablem Aufwand erreichbar. Wenn eine Bevorrechtigung der Veloroute an diese Querungen auch durch Umbauten nicht in Frage kommen sollte, sollten zumindest gut erreichbare Ampeln vorhanden sein, die automatisch parallel mit anderen Ampeln der querenden Straßen geschaltet sind, ggf. über Schleifen im Boden vom Rad direkt oder notfalls durch einige Dutzend Meter zuvor angebrachte Taster frühzeitig ausgelöst werden können.
  • An der Sprunginsel Friedrichsberger Straße Höhe Lortzingstraße sollte Tempo 30 für eine sichere Querung eingerichtet werden. Im Berufsverkehr ist es damit besser möglich, mit dem Rad über die Straße zu gelangen.
  • Die Kreuzung am S-Bahnhof Friedrichsberg sollte im Zuge der Umgestaltung des Straßenzugs Krausestraße/Mühlenstraße radfahrfreundlicher gestaltet werden. Für eine komfortable Fahrt insbesondere in Ost-West-Richtung sollten die Wartezeiten für den Radverkehr verkürzt werden.
  • Im Bereich Dulsberg regt der Stadtteilrat an, dass die Route künftig über Stormarner Straße, Eulenkamp und Tilsiter Straße geführt wird. In Eulenkamp und Stormarner Straße sollte dabei das Kopfsteinpflaster durch eine radfahrgerechte Oberfläche ersetzt werden. Wünschenswert wäre am Übergang zwischen Eulenkamp und Stormarner Stre eine geradlinige Führung über den Parkplatz. Dort ist jetzt keine Durchfahrt möglich.

Veloroute 13

(Hoheluft-Ost-Eppendorf-Winterhude-Barmbek-Süd)

  • In Winterhude sollte die Route zwecks Abkürzung über Cäcilienstraße statt über Dorotheenstraße/Maria-Louisen-Straße geführt werden. Hierfür muss die Einfahrt aus der Sierichstraße für Radfahrende freigegeben werden. Dies schlägt so auch das bezirkliche Radverkehrskonzept vor.
  • Mit der U-Bahn, dem Holthusenbad und umliegenden Schulen stellt der Knotenpunkt Goernestraße/Kellinghusenstraße eine wichtige Quelle bzw. ein wichtiges Ziel für den Radverkehr dar. Durch die Einrichtung von Radfahrstreifen und den Umbau der westlichen Goernestraße werden sich die Bedingungen für den Radverkehr hier ohnehin verbessern. Nun sollte auch geprüft werden, diesen Bereich in das Veloroutennetz einzubeziehen. Die benachbarte Loogestraße bietet aufgrund ihres sehr großen Straßenquerschnitts gute Möglichkeiten für die Führung der Route Richtung Eimsbüttel.
  • Bereits im Januar 2016 wurde im Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude beschlossen, im Bereich Hegestraße die Ausstattung mit Ladezonen zu überdenken. Dies erscheint sinnvoll, damit die geplanten Radfahrstreifen nicht auf Dauer von parkenden Kfz versperrt werden.

Die Bezirksversammlung möge daher beschließen:

Das vorsitzende Mitglied der Bezirksversammlung setzt sich bei der zuständigen Fachbehörde für folgende Punkte im Bezug auf Führung und Ausgestaltung der Velorouten 5,6 und 13 ein:

 

Veloroute 5

  1. Beide Äste der Veloroute im Bereich des Bezirks Hamburg-Nord sollten zur besseren Unterscheidbarkeit mit einer separaten Nummerierung (z.B. 5a/5b) versehen werden.
  2. Die Hauptverkehrsstraßen Mundsburger Damm, Oberaltenallee, Hamburger Straße und Barmbeker Markt sollen im Zuge der für 2018 geplanten Grundinstandsetzung so gestaltet werden, dass für den Rad- und Fußverkehr eine bessere Nutzbarkeit gegeben ist.
  3. Die Kreuzung an der U-Bahnstation Dehnhaide („Barmbeker Stern“) soll bei der Instandsetzung des Straßenzugs radfahrfreundlicher gestaltet werden. Ziel sollte sein, Umwege und vielfaches Warten an Ampeln zu vermeiden und dort, wo dies nicht vermeidbar ist, für ausreichend Aufstellflächen zu sorgen.
  4. In den überbreiten Straßen Reesestraße und Hufnerstraße sollen Radfahrstreifen angelegt werden, um ein sicheres Vorankommen zu ermöglichen.
  5. Die Poppenhusenstraße soll künftig wieder in beide Richtungen befahrbar sein.
  6. Statt der Führung der Veloroute über Drosselstraße und Schwalbenstraße soll eine alternative Führung über Hellbrookstraße und Schwalbenstraße geprüft werden, da hier bessere Abbiegemöglichkeiten bestehen.
  7. Im Straßenzug Adolph-Schönfelder-Straße-Biedermannplatz-Schleidenstraße-Saarlandstraße sollten aufgrund der großen Straßenbreite Radfahrstreifen geprüft werden. Ehemalige Radwege sollten dem oft untermaßigen Gehweg zugeschlagen werden oder einen neuen, fahrbahnbegleitenden Gehweg bilden.
  8. Beim Ausbau der Veloroute soll auf eine gute Anbindung an die Quartiere Alter Güterbahnhof und Pergolenviertel geachtet werden.
  9. Bei der Querung des Dakarweg nördlich der Jahnbrücke sollte aufgrund des höheren Verkehrsaufkommens die Veloroute 5 vorfahrtsberechtigt werden.
  10. Am Knoten Hebebrandstraße/Sengelmannstraße soll geprüft werden, ob der Radverkehr in Richtung Norden unter der vorhandenen Brücke Hebebrandstraße hindurchgeführt werden oder zumindest die Ampelananlage deutlich verbessert werden kann.

 

Veloroute 6

  1. Zwischen Mundsburger Damm und Uferstraße soll eine Führung der Veloroute über Hartwicusstraße und Immenhof geprüft werden, da diese den Vorteil hat, die Kuhmühle unterqueren zu können. In diesem Fall müssten die Wege im Park zu beiden Seiten der Kuhmühle befestigt werden.
  2. An der Querung mit dem Lerchenfeld soll zur Verbesserung der schlechten Querungssituation eine Ampelanlage geprüft werden, die parallel mit der Ampel an der Eilenau geschaltet ist. Wünschenswert wäre hier ein Hinweis an Radfahrende, wie lange die Rotphase für sie noch dauert.
  3. An der Querung Richardstraße und der Querung Wagnerstraße sollen eine Bevorrechtigung der Veloroute und die dafür notwendigen Umbauten geprüft werden. Sollte dies nicht möglich sein, soll
    1. die Haltelinie der Bedarfsampel, die nördlich der Uferstraße steht, aus Fahrtrichtung Wandsbek südlich der Uferstraße eingerichtet werden, um Radfahrenden eine Querung zu ermöglichen;
    2. mittels Schleifen im Boden oder Tastern, die in der Uferstraße jeweils einige Meter vor der Querung für Radfahrende gut erreichbar angebracht sind, die Möglichkeit geschaffen werden, die vorhandene Bedarfsampel auszulösen.
  4. In der Friedrichsberger Straße soll im Bereich der Sprunginsel Höhe Lortzingstraße Tempo 30 für eine sichere Querung angeordnet werden.
  5. Die Kreuzung am S-Bahnhof Friedrichsberg sollte im Zuge der Umgestaltung des Straßenzugs Krausestraße/Mühlenstraße radfahrfreundlicher gestaltet werden, insbesondere, sollte die notwendige Querung in Ost-West-Richtung zügiger möglich sein.
  6. Im Bereich Dulsberg sollte die Routenführung so geändert werden, dass sie über Stormarner Straße-Eulenkamp-Tilsiter Straße verläuft. Dabei sollte in Eulenkamp und Stormarner Straße das Kopfsteinpflaster durch eine radfahrgerechte Oberfläche ersetzt werden. Zudem sollte am Übergang zwischen Eulenkamp und Stormarner Straße eine geradlinige Führung über den Parkplatz ermöglicht werden.

 

Veloroute 13

  1. Geprüft werden soll die im bezirklichen Radverkehrskonzept bereits vorgeschlagene neue Führung über Cäcilienstraße statt über Dorotheenstraße/Maria-Louisen-Straße. Dafür wäre eine Freigabe der Einfahrt aus der Sierichstraße in die Cäcilienstraße für Radfahrende notwendig.
  2. Es sollte eine direkte Anbindung des U-Bahnhofs Kellinghusenstraße erfolgen, der neben dem Holthusenbad und Schulen eine größere Quelle bzw. ein größeres Ziel des Radverkehrs darstellt. Die Loogestraße sollte dabei aufgrund ihres sehr großen Straßenquerschnitts in die Route einbezogen werden.
  3. Der Beschluss des Regionalausschusses Eppendorf-Winterhude vom 2.2.2016 (Drs. 20-2552), der die Einrichtung von Ladezonen prüfen lassen möchte, wird unterstützt, da ausreichend Ladezonen die Wahrscheinlichkeit des Zuparkens der geplanten Radfahrstreifen verringern.

 

 

Für die SPD-Fraktion              Für die GRÜNE Fraktion

Jörg W. Lewin              Thorsten Schmidt

Alexander Kleinow              Christoph Reiffert

 

Der Antrag wird mehrheitlich bei Gegenstimmen der CDU-Fraktion beschlossen.

 

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation nimmt hierzu wie folgt Stellung:

 

Veloroute 5

 

Zu 1. (Nummerierung der beiden Äste der Veloroute 5):

 

Über die Nummerierung bzw. Bezeichnung der Velorouten soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden, zumal es derartige Gabelungen auch bei anderen Velorouten gibt und gemäß dem Koalitionsvertrag weitere Radverkehrsachsen definiert und in das Veloroutennetz übernommen werden sollen, so dass sich die Nummerierung noch ändern kann. Derzeitige Arbeitstitel sind für die Hauptroute nach Duvenstedt „Veloroute 5“ und für den westlichen Abzweig Richtung City Nord „Veloroute 5a“.

 

Zu 2. und 3. (Nutzbarkeit der Hauptverkehrsstraßen und des „Barmbeker Sterns“):

 

Im Zuge des Ausbaus der Veloroute ist beabsichtigt, die Nutzbarkeit dieser Straßen ein­schließlich der Knotenpunkte für den Fuß- und Radverkehr zu optimieren. Genauere Aussagen können erst während des Planungsprozesses getroffen werden.

 

Zu 4. (Radfahrstreifen in Reesestraße und Hufnerstraße):

 

Auch aus Sicht der BWVI bietet sich augenscheinlich die Anlage von Radfahrstreifen in diesen Straßen an. Genauere Aussagen können erst getroffen werden, wenn der Planungsprozess läuft.

 

Zu 5. und 6. (Freigabe der Poppenhusenstraße für Radverkehr in beiden Richtungen sowie Routenverlauf im Bereich Fuhlsbüttler Straße):

 

Die BWVI greift den Vorschlag zur Änderung des Routenverlaufes auf, geht jedoch noch darüber hinaus, indem die neu gestaltete Fuhlsbüttler Straße auf einem längeren Abschnitt in die Veloroute einbezogen und die Fahrtrichtungen auf Grund der Straßengeometrie getrennt werden:

 

In Fahrtrichtung Norden ist ab der Brücke über den Osterbekkanal folgender neuer Routenverlauf angedacht: Poppenhusenstraße – Wiesendamm – Fuhlsbüttler Straße – Langenfort – Rümker­straße. In Fahrtrichtung Süden ist ab der Rümkerstraße folgender neuer Routenverlauf angedacht: Langenfort – Fuhlsbüttler Straße – Hufnerstraße.

 

Begründung für den gewählten Routenverlauf:

 

  • Linksabbiegen von Drosselstraße in Schwalbenstraße ist problematisch;
  • Belag in Schwalbenstraße (Natursteinpflaster in städtebaulich sensiblem Umfeld) müsste radverkehrstauglich verändert werden;
  • bessere Erschließung des Stadtteilzentrums Barmbek-Nord;
  • Fuhlsbüttler Straße und Hufnerstraße weisen bereits anforderungs­gerechte Radverkehrsführungen auf;
  • im Langenfort sind bereits Schutzstreifen geplant;
  • Freigabe der Poppenhusenstraße für Radverkehr in Gegenrichtung erfordert Umbau der Einfahrsituation vom Wiesendamm aus;
  • Richtungstrennung ergibt in Fahrtrichtung Süden weniger Lichtsignalanlagen.

 

In Fahrtrichtung Süden wäre die Poppenhusenstraße also nicht mehr Bestandteil der Veloroute. Gleichwohl ist unabhängig vom Verlauf der Veloroute eine Freigabe dieser Einbahnstraße für Radgegenverkehr grundsätzlich wünschenswert.

 

Zu 7. (Radfahrstreifen im Straßenzug Adolph-Schönfelder-Straße – Biedermannplatz – Schleidenstraße – Saarlandstraße):

 

Im Zuge des Ausbaus der Veloroute ist beabsichtigt, die Radverkehrsführung dieser Straßen ein­schließlich der Knotenpunkte für den Fuß- und Radverkehr zu verbessern. Aussagen über die Art der Radverkehrsanlagen können erst getroffen werden, wenn der Planungsprozess läuft. Gut ausgebaute und anforderungsgerecht breite Radwege können grundsätzlich ebenso sinnvoll sein wie Radfahrstreifen. In die Entscheidung fließt eine Vielzahl von Aspekten ein, insbesondere  die Sicherheit und der Fahrkomfort für den Radverkehr, die Zusammensetzung des Verkehrs ins­gesamt (Schwerverkehrsanteil) sowie sind die Platzverhältnisse vor Ort. Ziel sollte eine weit­gehend kontinuierliche und attraktive Radverkehrsführung sein.

 

Zu 8. (Anbindung der Quartiere Alter Güterbahnhof und Pergolenviertel):

 

Die Anbindung des Quartiers Alter Güterbahnhof an die beiden Äste der Veloroute 5 ist über die vorhandenen bzw. geplanten Schutzstreifen in den Straßen Alte Wöhr und Hellbrookstraße sichergestellt. Gleiches gilt für das Pergolenviertel – hier soll der Ast zur City Nord ab Saarland­straße direkt entlang des Pergolenviertels trassiert werden.

 

Zu 9. (Dakarweg und Knoten Hebebrandstraße / Sengelmannstraße):

 

Im Zuge des Ausbaus der Veloroute wird ein hoher Fahrkomfort mit möglichst wenigen Unterbrechungen angestrebt. Insoweit erscheinen die Vorschläge grundsätzlich sinnvoll. Eine Überprüfung soll im Rahmen der konkreten Planung erfolgen.

 

Veloroute 6

 

Zu 11. und 12. (Führung über Hartwicusstraße und Immenhof sowie Querung Lerchenfeld):

 

Der Vorschlag wird von der BWVI positiv bewertet und aufgenommen. Somit ist vorgesehen, die Veloroute 6 in beiden Fahrtrichtungen durchgängig auf der nördlichen Kanalseite zu führen. Die hierfür erforderlichen Querungen per Lichtsignalanlge am Mundsburger Damm und am Lerchen­feld wurden bereits im Rahmen der dort laufenden Planungen zur Busoptimierung integriert. Eine radverkehrsfreundliche Gestaltung der Radwege zwischen Unterführung Kuhmühlenbrücke und Immenhof ist sinnvoll und muss im Detail mit den Belangen des Denkmalschutzes abgestimmt werden, da der gesamte Bereich (Gertrudkirche, Grünanlage, Kuhmühlenteich, Hochbahnbrücke) ein Denkmalensemble darstellt. Weiterhin befindet sich hier eine Hundeauslauffläche.

 

Zu 13. (Querungen Richardstraße und Wagnerstraße):

 

Eine Bevorrechtigung der Veloroute gegenüber Richardstraße und Wagnerstraße war bereits im Zuge der Einrichtung der dortigen Fahrradstraße mit negativem Ergebnis geprüft worden. Gründe sind der auf den beiden Straßen gegenüber der Veloroute stärkere Verkehr sowie der Bus­verkehr auf der Wagnerstraße. Eine Vorverlegung der Haltelinien der Fußgängerlichtsignal­anlagen (F-LSA) war von der Straßenverkehrsbehörde als nicht anodnungsfähig eingestuft worden. Ein Einfahren in den Knotenbereich bei stockendem Verkehr ist gemäß der Straßen­verkehrsordnung (StVO) nicht zulässig. Die Installation von Anforderungsschleifen in der Fahrradstraße zur Auslösung der F-LSA kann geprüft werden. Insgesamt haben jedoch andere Maßnahmen im Veloroutennetz aus Sicht der BWVI eine höhere Priorität.

 

Zu 14. (Tempo 30 in der Friedrichsberger Straße):

Die Anordnung von Tempo 30 im Bereich der Querung der Veloroute 6 über die Friedrichsberger Straße kann im weiteren Prozess zum Ausbau der Velorouten überprüft werden. Insgesamt haben jedoch andere Maßnahmen im Veloroutennetz aus Sicht der BWVI eine höhere Priorität.

 

Zu 15. (Radverkehrsfreundliche Gestaltung des Knotens am S-Bahnhof Friedrichsberg)

 

Die BWVI teilt die Einschätzung, dass an diesem Knoten funktionale Defizite für den Radverkehr bestehen. Daher ist die Optimierung der Radverkehrsführung im Knoten ein integraler Bestandteil der Überplanung des Straßenzuges Krausestraße – Mühlenstraße – Brauhausstraße.

Mit dieser wurde der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) beauftragt.

 

 

 

 

Zu 16. (Änderung des Routenverlaufes in Dulsberg)

 

Dieser Vorschlag, der die BWVI bereits über den Stadtteilbeirat Dulsberg erreicht hatte, wird in das Velorouten-Planungsnetz übernommen. Die Route soll den Verlauf Stormarner Straße – Eulenkamp – Tilsiter Straße erhalten. Die neue Führung erfordert einen geradlinigen Verlauf über den als Parkplatz genutzten Platz am Knoten Stormarner Straße / Eulenkamp sowie einen radverkehrsfreundlichen Belag in der Straße Eulenkamp.

 

Veloroute 13

 

Zu 17. (Führung über Cäcilienstraße):

 

Dieser Vorschlag wurde vom LSBG im Rahmen der Verkehrsplanung für die Veloroute 13 mit negativem Ergebnis geprüft. Auf Grund der tageszeitabhängigen Einbahnstraßenregelung in der Sierichstraße ist von 12 Uhr bis 4 Uhr keine Einfahrt in die Cäcilienstraße möglich.

 

Zu 18.(Anbindung des U-Bahnhofes Kellinghusenstraße an die Veloroute):

 

Der Vorschlag ist auch aus Sicht der BWVI sinnvoll und wird aufgegriffen. Somit wird die Veloroute zwischen Iseplatz und dem Knoten Heilwigstraße / Goernestraße nunmehr über Loogestraße – Loogeplatz – Goernestraße geführt.

 

Begründung für den gewählten Routenverlauf:

 

  • bessere Anbindung von Eppendorf (Holthusenbad, U-Bahn-Haltestelle Kellinghusenstraße);
  • weniger Abbiegevorgänge erforderlich;
  • Loogestraße mit bretem Straßenraum erlaubt anforderungerechte Radverkehrsführung;
  • anforderungsgerechte Radverkehrsführung am Loogeplatz wird im Rahmen der Bus­optimierungsplanng Kellinghusenstraße bereits berücksichtigt.

 

Zu 19. (Unterstützung des Beschlusses 20-2552 zur Einrichtung von Ladezonen):

 

Der Hinweis wird zur Kenntnis genommen und grundsätzlich als sinnvoll beurteilt.

 

Ein Vertreter der BWVI wird die geplanten Änderungen im Verlauf der Velorouten am 29. März 2016 im Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Verbraucherschutz vorstellen.

 


Petitum/Beschluss:

 

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

 

 

Dagmar Wiedemann

 

[1]  sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1004082

 


Anlage/n:

Keine