Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-2857  

 
 
Betreff: Trendsport belastet Bäume
Stellungnahme des Bezirksamtes
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage Bezirksamt
  Aktenzeichen:123.50-04
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung -
14.04.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung (offen)   
Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Verbraucherschutz -
19.04.2016 
Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Verbraucherschutz zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Der Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Verbraucherschutz hat sich in seiner Sitzung am 19.01.2016 mit o.g. Thematik auf der Grundlage eines Antrages der CDU-Fraktion befasst und einstimmig folgende Beschlussempfehlung verabschiedet:

 

 

Der Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Verbraucherschutz spricht sich dafür aus, dass seitens des Bezirksamtes Hamburg-Nord geprüft wird, ob

 

  1. die Slackline Anlage im Hamburger Stadtpark, um Haltepunkte für Schlingentrainer und Cross Seile ergänzt wird.
  2. in der Grünanlage "Alsterwiese Schwanenwik" eine kombinierte Slackline-/ Schlingentrainer- und Cross Seil-Anlage bis zum April 2016 seitens des Bezirksamtes Hamburg-Nord errichtet wird.
  3. in der Grünanlage "Hayns Park/Meenkwiese" eine kombinierte Slackline-/ Schlingentrainer- und Cross Seil-Anlage bis zum Juni 2016 seitens des Bezirksamtes Hamburg-Nord errichtet wird.
  4. in weiteren Grünanlagen, wie in der Grünanlage an der Wellingsbütteler Landstraße, im Bezirk Hamburg-Nord derartige Anlagen aufgestellt werden sollten und dem UVV über das Ergebnis dieser Prüfung bis zum Juni 2016 zu berichten.

 

Der Herr Bezirksamtsleiter wird gebeten, für die zeitnahe Prüfung der Punkte 1. bis 4. Sorge zu tragen.

 

 

 

Begründung:

Mit Slacklining, dem Suspension Schlingentrainer und dem Cross Seil oder Schwungseil für Muskeltraining haben neue Trendsportarten in den Hamburger Sportanlagen und Parks Einzug erhalten.

 

Wie seitens der Verwaltung in der Sitzung des UVV am 24. November eindrucksvoll ausgeführt, führen diese neuen Trendsportarten aber zu massiven und irreparablen Schäden an den dafür benutzen Bäumen. Bäume sind hierfür schlicht nicht geeignet. Hierauf hat auch der NABU bereits wiederholt hingewiesen.

 

Selbst kräftige, gesunde und fest verwurzelte Bäume mit einem großen Stammumfang sind den Zug-, Druck–, Scher- und Reibungskräften durch die angebrachten Gurtbänder oder durch fehlenden stammumschließenden Reibungsschutz nicht gewachsen. So entstehen am Baum zum einen Reibungsschäden, die auftreten, wenn das Seil direkt am Baum befestigt wird und so dessen Rinde abscheuert. Zum anderen gibt es Schäden durch die Zugkräfte, die auf den Bäumen lasten. Gerade bei Sprüngen auf der Slackline erreichen sie eine Zuglast von bis zu 3,5 Tonnen. Auch für den Suspension Schlingentrainer und das Schwungseil werden häufig Bäume als Fixpunkt genutzt und so ähnlichen Kräften wie bei der Slackline ausgesetzt.

 

Diese äußeren Belastungen stellen eine massive Gefährdung für die betroffenen Bäume dar, die nicht nur auf die Wachstumsphase zwischen Januar und Mai beschränkt ist. Werden die für den Baum lebensnotwendigen nährstoffführenden äußeren Schichten zerstört, ist die Versorgung der darüber liegenden Baumkrone unterbrochen. Erfolgt die Beschädigung rund um den Stamm, stirbt der Baum ab. Kommt es zu Verletzungen der Borke durch Schäl- oder Reibungskräfte können holzzerstörende Pilze über die Wunden in den Baum eindringen und diesen längerfristig schädigen oder zerstören.

 

Immerhin stellen Bäume wertvolle ökologische Dienstleistungen von erheblichem Wert zur Verfügung: Sie sind Sauerstoffproduzenten, Schadstofffilter und Klimaschützer.

 

Der Hauptausschuss folgt der Beschlussempfehlung einstimmig.

 

Das Bezirksamt nimmt hierzu wie folgt Stellung:

 

Zu 1.

 

Der Fachbereich Stadtgrün hat beim Hersteller der Slacklinepfosten nachgefragt. Die Anbringung von Ösen für Schlingentrainer wird kritisch gesehen.

Die vom Hersteller verwandten Ösen sind mit 4 cm Durchmesser, für Cross-Seile mit bis zu 5 cm Durchmesser zu klein.

Die Montage eines Kranzes zur Anbringung von Schlingentrainer ist im Fallschutzkies nicht ratsam, die langen Slacklinepfosten im Stadtpark sind Übungspfosten für Anfänger. Es muss sichergestellt werden, dass dieser Kranz nicht zum Spannen von Slackline zweckentfremdet wird (Fallhöhe), diese Zweckentfremdung kann die Stadt auf öffentlichen Spielplätzen nicht ausschließen. Weiterhin sieht der Hersteller die Montage auf Grund möglicher Strangulierungsgefahr kritisch.

 

Zu 2-4.

 

Der Fachbereich hat die Fragen geprüft und würde für die folgenden Grünanlagen/Spielplätze eine Empfehlung für Slacklinepfosten aussprechen, da in diesen vermehrt Slackline gespannt werden:

 

GA Meenkwiese                                                                                    2 Pfosten

GA Eppendorfer Park                                                                       2 Pfosten

GA Weidestr./Johannes Prassek Park                                           2 Pfosten

GA/KSP  Wellingsbütteler Landstr                                          3 Pfosten

GA/KSP Grünzug Essener Str./Duisburger Str.               2 Pfosten.

 

Eine Finanzierung aus der Rahmenzuweisung ist nicht möglich, da diese Mittel in erster Linie für die Wahrnehmung der Verkehrssicherung in Grünanlagen und auf Kinderspielplätzen verwandt werden.

 

Es werden pro Pfosten Kosten von ca. 4.000,00 € veranschlagt. Es wird anheim gestellt, zur Umsetzung in den vorgenannten Anlagen, Sondermittel in Höhe von 44.000,00 € vorzusehen

 


Petitum/Beschluss:

 

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

 

 

Harald Rösler

 


Anlage/n:

Bilder

 

 

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