Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-2783  

 
 
Betreff: Umzug der Theaterakademie und des Junges Schauspielhauses an den Wiesendamm: Bezirksversammlung Nord begrüßt Chance für eine Barmbeker Theatermeile!
Stellungnahme der Finanzbehörde
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage vorsitzendes Mitglied
  Aktenzeichen:123.30-04/0004
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung -
14.04.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Immer wieder gibt es Gerüchte, dass die Theaterakademie und das Junge Schauspielhaus ihren Standort in der Gaußstraße verlassen müssen. Anfang des Jahres war z.B. der Welt am Sonntag zu entnehmen, dass der Bau oder Umbau eines Gebäudes für die beiden Einrichtungen auf dem kulturpolitischen Plan stehe, „möglicherweise in einem neuen, großen Theaterzentrum an einem neuen Standort“ (WamS, 3.1.2016). Bei diesem neuen Standort solle es sich um das ehemalige Max-Bahr-Gebäude am Wiesendamm handeln.

Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord begrüßt ausdrücklich eine mögliche Ansiedlung der beiden Kultureinrichtungen am Wiesendamm. Die Theaterakademie und das Junge Schauspielhaus würden nicht nur das kulturelle Leben im Bezirk Nord und besonders in Barmbek nachhaltig beleben, sie wären auch ein stadtentwicklungspolitisch wichtiger Schritt, Barmbek als Wohn- und Lebensmittelpunkt noch attraktiver zu machen. Die unmittelbare Nachbarschaft mit Einrichtungen wie Kampnagel, Zinnschmelze und Museum der Arbeit würde zur gegenseitigen kulturellen Befruchtung führen, von der alle Kultureinrichtungen profitierten. Sollte sich dann noch die vom Bezirk immer unterstützte und in den benachbarten Räumen der ehemaligen Theaterfabrik geplante WIESE EG, Zentrum der Freien Theater- und Musikszene, realisieren lassen, entstünde eine Theatermeile, die in Hamburg ihresgleichen sucht.

Aus Sicht der Bezirksversammlung Hamburg-Nord eignet sich die derzeit brachliegende Fläche des ehemaligen Max Bahr-Gebäudes nicht nur kultur- und stadtentwicklungspolitisch optimal für beide Einrichtungen, auch die verkehrliche Erschließung ist hervorragend.

Mit den neuen, passgenauen Räumlichkeiten am Wiesendamm könnte auch endlich das vollzogen werden, was Prof. Elmar Lampson, der Präsident der Hochschule für Musik und Theater, deren Bestandteil die Theaterakademie ist, noch im vergangen Jahr im Abendblatt kritisierte: „Als die Theaterakademie gegründet wurde, hat man A gesagt – Ausbildungsstrukturen geschaffen, die auch sehr gut sind. Aber B hat man nicht gesagt. Eine räumliche Ausstattung unter einem Dach war mit der Theaterakademie nicht verbunden.“ (Hamburger Abendblatt, 22.4.2015)

Die Theaterakademie bietet die achtsemestrigen Bachelorstudiengänge Regie Schauspiel und Regie Musiktheater an, ebenfalls in einem achtsemestrigen Bachelorstudiengang Schauspiel und Gesang sowie in jeweils viersemestrigen Masterstudiengängen Gesang, Oper, Liedgestaltung und Dramaturgie. Als Kooperationspartner fungieren die drei Staatstheater (Deutsches Schauspielhaus, Thalia Theater und Staatsoper) sowie Kampnagel. Die Theaterakademie bildet aber nicht nur aus, sondern präsentiert auch öffentlich ihre Studienprojekte und Abschlussarbeiten, Schauspiel- ebenso wie Opernproduktionen.

Das unter der künstlerischen Leitung von Klaus Schumacher 2005 gegründete Junge Schauspielhaus hat in den zehn Jahren seines Bestehens viele Preise und Auszeichnungen erhalten. Als Sparte für Kinder- und Jugendtheater der größten Sprechbühne Deutschlands, des Deutschen Schauspielhauses, verfügt es über ein eigenes Ensemble und ein viel beachtetes Repertoire.

Die Bezirksversammlung möge daher beschließen:

 

Die Vorsitzende der Bezirksversammlung Hamburg-Nord wird gebeten, der Theaterakademie, dem Jungen Schauspielhaus, dem Lichthof Theater und der Opernloft sowie den zuständigen Behörden (Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, Kulturbehörde sowie Finanzbehörde) zu übermitteln, dass die Bezirksversammlung Hamburg-Nord einen Umzug der Theaterakademie, des Jungen Schauspielhauses, des Lichthof Theaters sowie der Opernloft in den Bezirk Hamburg-Nord ausdrücklich begrüßt.

 

Diese Einrichtungen wären eine deutliche Bereicherung des kulturellen Lebens im Bezirk

und würden daher im Bezirk Nord herzlich willkommen geheißen. Der Bezirk Hamburg-Nord

ist gerne bereit, im Rahmen seiner Möglichkeiten eine Ansiedlung dieser kulturellen

Einrichtungen am Wiesendamm in Barmbek kraftvoll zu unterstützen.

 

Für die SPD-Fraktion Für die GRÜNE Fraktion

Thomas Domres Michael Werner-Boelz

Carsten Gerloff Christoph Reiffert

Alexander Kleinow

 

Die Bezirksversammlung beschließt den geänderten Antrag einstimmig.

 

Die Finanzbehörde nimmt hierzu wie folgt Stellung:

Die Eigentümerin Sprinkenhof GmbH begrüßt und unterstützt grundsätzlich eine kulturelle Nutzung der derzeit leerstehenden Hallenfläche, konkretisiert derzeit die diesbezügliche Planung und prüft die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens.

 


Petitum/Beschluss:

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

 

 

Dagmar Wiedemann

 


Anlage/n:

Keine