Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-2657  

 
 
Betreff: Konzept "Inklusives Bezirksamt Hamburg-Nord"
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage Bezirksamt
  Aktenzeichen:400.05-02
Federführend:Interner Service Beteiligt:Fachamt Sozialraummanagement
Beratungsfolge:
Ausschuss Soziales, Gesundheit und Integration -
18.02.2016 
Sitzung des Ausschusses Soziales, Gesundheit und Integration zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Gem. Beschluss der BV vom 01.12.2016 wurde das Bezirksamt beauftragt, die Implementierung eines integrativen Leitsystems für das Bezirksamt zu prüfen. Das Bezirksamt Hamburg-Nord hat im Oktober 2014 einen Prozess „Vielfaltsmanagement im Bezirksamt Hamburg-Nord“ begonnen, um die gesellschaftlichen Veränderungen in der Struktur ihrer Kundinnen und Kunden besser zu berücksichtigen und den Vielfalts- und Inklusionsgedanken im Bezirksamt zu befördern. Die  Implementierung eines integrativen Leitsystems soll die barrierefreie Orientierung im Bezirksamt für Kundinnen und Kunden und gleichzeitig den Betriebsablauf verbessern (Punkt I.). Zusätzlich soll die Kommunikation nach Innen und Außen barrierefrei gestaltet (Punkt III.) sowie ein barrierefreier Internetzugang (Punkt II.) unterstützt werden.

 

Folgende Aspekte von Inklusion werden berücksichtigt:

 

      Den Inklusionsgedanken im Bezirksamt zu implementieren

      Den geänderten Bedürfnissen von Kundinnen und Kunden aufgrund des demographischen Wandels zu entsprechen

      Die Integration von neu zugewanderten Gruppen mit hohen Sprachbarrieren zu erleichtern

      Die interkulturelle Öffnung von Dienstleistungen im Bezirksamt zu fördern

      Den Gleichstellungsauftrag für benachteiligte Gruppen aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz umzusetzen

 

 

  1. Orientierung im Gebäude

 

Im Bezirksamt Hamburg-Nord besteht bereits ein Orientierungssystem. Dieses System soll im Hinblick auf die veränderte Gesetzeslage und die veränderte Kundenstruktur im Rahmen der Neuzuwanderung ergänzt und ohne eine Überfrachtung des Systems verbessert werden.

Ziel der Maßnahme ist es, eine eigenständige Orientierung im Gebäude für alle Kundinnen und Kunden unabhängig von persönlichen Einschränkungen, wie beispielsweise einer körperlichen Behinderung, Einschränkungen aufgrund des Alters oder bei Sprachschwierigkeiten zu ermöglichen. Die Führung durch das ergänzte Orientierungssystem soll das Auffinden der neuralgischen und von Kunden intensiv frequentierten Zielpunkte erleichtern. Das System wird durch Piktogrammtafeln unterstützt, so dass auch Menschen mit Leseschwierigkeiten eine bessere Orientierung erhalten.   

Die Umsetzungsmöglichkeiten wurden eingehend geprüft. Bei der Prüfung wurde darauf geachtet, dass nur tatsächlich notwendige und von der betroffenen Zielgruppe als sinnvoll erachtete Maßnahmen ins Konzept aufgenommen werden. Im Mai 2015 hat im Bezirksamt eine Begehung mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bezirksamts, die selbst eine körperliche Einschränkung haben, stattgefunden. An der Begehung wurden auch der Schwerbehindertenvertreter und der Personalrat beteiligt. Eine weitere Begehung fand mit zwei Firmen statt, die sich auf inklusive Leitsysteme in öffentlichen Gebäuden spezialisiert haben. Ergebnisse dieser Begehungen sind in das Konzept eingeflossen. Aufgrund des Umfangs der umzusetzenden Maßnahmen sowie im Hinblick auf die Kosten wurde das Konzept auf die unteren Gebäude beschränkt:

 

  • Haupthaus (Kümmellstraße 5-7)
  • Technisches Rathaus (Kümmellstraße 6)
  • Kundenzentrum (Lenhartzstraße)
  • Gesundheitshaus (Eppendorfer Landstraße)

 

Das Bezirksamt sieht die obigen Maßnahmen als einen ersten Schritt an. Weitere Außenstellen, wie zum Beispiel die Kundenzentren Barmbek und Langenhorn, sollen basierend auf den Umsetzungserfahrungen dieses Vorhabens in einem separaten Projekt berücksichtigt werden.

Eine detaillierte Aufstellung der umzusetzenden Maßnahmen und eine vorläufige Kostenkalkulation sind als Anhang beigefügt.

 

 

  1. Barrierefreier Internetzugang

 

Die Senatskanzlei will im Rahmen des Projekts „Barrierefreier Internetzugang“ den Internetauftritt der FHH verbessern. Dazu wurde von der IT-Abteilung der Senatskanzlei ein Konzept erstellt. Das Konzept sieht vor, Inhalte auf der Website der Stadt Hamburg sowohl in leichter Sprache als auch in Gebärdensprache zu berücksichtigen und diese Informationsbereiche neu zu gestalten (Gebärdensprachvideos, leichte Sprache etc.). Eine Beteiligung der Vertreterinnen und Vertreter der betroffenen Zielgruppen ist ebenfalls vorgesehen. Notwendige Anträge für die Finanzierung der Maßnahme sind gestellt. Die Entscheidung über die Finanzierung steht aus.

Das Bezirksamt wird sich bemühen, auf der Arbeitsebene die Umsetzung des Konzepts zu begleiten und die Erkenntnisse über Zugangsbarrieren von Kundinnen und Kunden in das Projekt einfließen zu lassen. Der verbesserte Internetauftritt wird ohne Zusatzkosten auch dem Bezirk zur Verfügung gestellt.

 

 

  1. Kommunikation nach Innen und Außen

 

Die BASFI plant in der AG „Leichte Sprache “ eine Überarbeitung der Broschüren der FHH. Bisher wird die Mehrsprachigkeit nicht berücksichtigt. Um die Mehrsprachigkeit in den Publikationen des Bezirks besser zu berücksichtigen sind jährliche Mittel notwendig. Die Einrichtung eines „Fonds zur Förderung von mehrsprachigen Informationen“ könnte als ein erster Schritt dazu dienen, die Bedarfe in diesem Bereich zu ermitteln und in sinnvolle Vorschläge umzusetzen. Insbesondere im Hinblick auf die Fluchtwanderungen und die anhaltend hohe Zahl an neuen Zuwanderungen würde diese Maßnahme erste Lösungsansätze befördern.

 

Für weitere Informationen siehe Anhang.

 


Petitum/Beschluss:

 

Der Ausschuss wird um Zustimmung gebeten

 

 

 

Harald Rösler

 


Anlage/n:

 

Prozess Vielfaltsmanagement im Bezirksamt Hamburg-Nord:

Hier: Konzept „Inklusives Bezirksamt Hamburg-Nord“