Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-2064  

 
 
Betreff: Anbindung Groß Borstels an den ÖPNV verbessern
Stellungnahme der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage vorsitzendes Mitglied
  Aktenzeichen:123.30-04/0004
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung -
15.10.2015 
Sitzung der Bezirksversammlung zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

In der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 3. September 2015 wurden den Ausschussmitgliedern die bereits zuvor öffentlich vorgestellten Pläne der Hochbahn zur Streckenführung der geplanten neuen U-Bahnlinie 5 präsentiert. Der erste Streckenabschnitt soll demnach über Bramfeld, Steilshoop und Barmbek-Nord zur U-Bahn-Haltestelle Sengelmannstraße führen. Geplant ist, dass die Linie U5 dann über den Stadtpark, die Innenstadt und den Siemersplatz zum Osdorfer Born führen soll.

Im Rahmen der Debatte im  Ausschuss wurde von Seiten einzelner Ausschussmitglieder eine Anbindung Groß Borstels an das U-Bahn-Netz gefordert. Nach Auskunft des Vertreters der Hochbahn müsste sich aber solch eine Investition wirtschaftlich darstellen lassen. Auch von der Linienführung (ober- oder unterirdisch) sowie der Bauweise (offen oder nicht) her müsste sie in das umliegende Stadtgefüge passen. Bei allen drei Aspekten sind im Bezug auf den Stadtteil Groß Borstel große Schwierigkeiten zu erwarten.

Unabhängig davon ist aber allen bewusst, dass Groß Borstel mit seinen rund 8.000 Einwohnerinnen und Einwohnern unzureichend in das bestehende Netz des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) integriert ist. Groß Borstel ist als einziger Stadtteil im Bezirk Hamburg-Nord nicht an ein schienengebundenes ÖPNV-System angebunden. Insbesondere in den Abendstunden ist das Angebot an Busverbindungen wenig attraktiv.

Mit dem geplanten Bau von zusätzlichen 750 Wohneinheiten im Baugebiet Groß Borstel 25 (Tarpenbek Ufer) wird in den kommenden Jahren auch die Einwohnerschaft Groß Borstels erheblich steigen. Das wird Auswirkungen haben müssen auf das Angebot des HVV, da  deutlich mehr Menschen Groß Borstel erreichen bzw. von dort in die Innenstadt gelangen wollen. Vor diesem Hintergrund scheint es notwendig, ein kluges Konzept für eine bessere Erschließung Groß Borstels mit dem ÖPNV zu erstellen, das auch finanziell tragbar ist.

Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung beschließen:

  1. Die Bezirksversammlung begrüßt die Planungen des Senats zum Bau der neuen U-Bahnlinie U5 und die damit verbundene Verbesserung der Schienenverkehrs-Anbindung der im Bezirk Hamburg-Nord liegenden Stadtteile Barmbek-Nord, Winterhude, Uhlenhorst und Hohenfelde.
  2. Die Bezirksversammlung fordert das Vorsitzende Mitglied auf, sich beim Senat bzw. der Hochbahn dafür einzusetzen, dass ein Konzept zur besseren Erschließung Groß Borstels mit dem ÖPNV entwickelt wird. Dabei soll insbesondere die Realisierung des Bebauungsplangebietes Groß Borstel 25 Berücksichtigung finden.

 

 

r die SPD-Fraktion:Thomas Domres, Jörg W. Lewin

r die GRÜNE Fraktion:Michael Werner-Boelz, Thorsten Schmidt

 

Die Bezirksversammlung beschließt den Antrag einstimmig.

 

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation nimmt teilweise auf der Grundlage von Auskünften der Hamburger Verkehrsverbund GmbH hierzu wie folgt Stellung:

 

Zu 2.:

 

U-Bahnanschluss

Die Hamburger Hochbahn AG hat im Zusammenhang mit der langfristigen Weiterentwicklung des U-Bahn-Netzes eine Konzeptstudie über mögliche künftige Ausbauoptionen des U-Bahn-Systems erstellt. Berücksichtigt wurden dabei insbesondere folgende Parameter: Einwohnerzahlen, Einwohnerdichte, Wohnungsbaupotentiale, Stadtentwicklungsvorhaben, Standorte Bildung und Gesundheit, ÖPNV-Erreichbarkeits-analyse sowie Nachfrage im Busnetz.

Im Rahmen der Konzeptstudie wurden städtebaulich, verkehrlich, betrieblich und wirtschaftlich sinnvolle Ausbauoptionen für die U-Bahn entwickelt und deren grundsätzliche Machbarkeit und Sinnhaftigkeit geprüft. Diese Ausbauoptionen enthalten zusätzliche Haltestellen sowie zusätzliche Strecken auf der Basis heutiger und perspektivischer Nachfragepotentiale.

Eine Anbindung von Groß Borstel an das U-Bahn-Netz wäre wünschenswert. Allerdings wurde der Stadtteil im Rahmen der Konzeptstudie nicht als Potentialgebiet gemäß der genannten Kriterien identifiziert, sodass eine Anbindung gegenüber anderen Gebieten (siehe Abbildung) nachrangig ist.

Quelle: Hamburger Hochbahn AG

Bus-Anbindungen

Die zentralen Wohnbereiche des Stadtteils Groß Borstel im Bezirk Hamburg Nord werden durch die Buslinien M23, 34, 114 und 214 erschlossen. In Randlage zum Stadtteil verkehren die Buslinien 39, 281 und 292. Im Nachtverkehr wird der Stadtteil durch die Linie 605 und die Linie 114 an Wochenenden und vor Feiertagen bedient.

Die Erschließungsqualität wird durch die Lage der Haltestellen und ihrer Einzugsbereiche im Siedlungsgebiet beschrieben. Daraus ergibt sich bei Ansatz der Planungsgrundsätze des Hamburger Verkehrsverbunds, dass der Stadtteil Groß Borstel durch das derzeitige Liniennetz und die Lage der Haltestellen angemessen erschlossen ist.

Das Verkehrsangebot der Buslinien in den Abendstunden entspricht den Angeboten in vergleichbaren Stadtteilen. Die Linie M23 bietet im Spätverkehr eine 20-minütige Fahrtenfolge bis etwa 23 Uhr und anschließenden bis zum Betriebsschluss alle 40 Minuten ein Fahrt an. Die Linie 114 verkehrt im Spätverkehr durchgehend bis zum Betriebsschluss alle 20 Minuten. Hier wurde bereits zum Fahrplan 2011 der bis dahin angebotene 40-Minuten-Takt der letzten beiden Fahrten an allen Tagen auf einen 20-Minuten-Takt verdichtet.

Damit entspricht das Angebot der Buslinien in Groß Borstel unter angemessener Berücksichtigung der Nachfrage den in Hamburg anzuwendenden Planungsgrundlagen sowohl für die Gestaltung des Liniennetzes als auch des Fahrplanangebotes im Spätverkehr, so dass hier derzeit kein zusätzlicher Handlungsbedarf gesehen wird.

Die Anbindung des Bebauungsplangebietes Groß Borstel 25 an den öffentlichen Personennahverkehr ist über mehrere Buslinien sichergestellt, deren Haltestellen sich in fußläufiger Entfernung zum Plangebiet befinden. Entlang der Kollaustraße verkehrt die Metrobuslinie 5, auf der Straße Nedderfeld verkehrt die Buslinie 281. Entlang der Borsteler Chaussee verkehren die Buslinien 114 und 214, auf der Straße Rosenbrook die Schnellbuslinie 34 und der Nachtbus 605.

Die nächstgelegenen Zugänge zum ÖPNV sind die Haltestellen Köppenstraße der Linien 34 und 114 sowie Jägerlauf der Linie 281. Die im B-Plan vorgesehene neu zu errichtende Fuß- und Radwegebrücke über die Tarpenbek an den Brödermannsweg wird auch die ÖPNV-Erreichbarkeit verbessern. Weitere Anbindungen nach Süden bis zum Nedderfeld sind aufgrund der Güterumgehungsbahn nicht möglich.

Quelle: HVV

 

 


Petitum/Beschluss:

 

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

 

 

Dagmar Wiedemann

 


Anlage/n:

 

Keine