Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-1974  

 
 
Betreff: Neue Namen für die Max-Nonne-Straße und die Konjetznystraße
Beschluss des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Groß Borstel
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussempfehlung Ausschuss
  Aktenzeichen:123.70-24
Federführend:Interner Service Beteiligt:Bezirksamtsleitung
    D4 - Dezernat Wirtschaft Bauen und Umwelt
Beratungsfolge:
Hauptausschuss -
06.10.2015 
Sitzung des Hauptausschusses ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Der Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Groß Borstel hat sich in seiner Sitzung am 14.09. aufgrund eines gemeinsamen Antrags der SPD- und Bündnis90/Die Grünen-Fraktionen zu dem Thema beraten und mehrheitlich mit Stimmen der Fraktionen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und DIE LINKE  folgenden Beschluss gefasst:

„1) Der Regionalausschuss Fuhlsbüttel-Langenhorn-Alsterdorf-Groß Borstel beschließt folgende Straßenumbenennungen im Stadtteil Langenhorn:

Ursula-de-Boor-Straße (neu) anstatt von Max-Nonne-Straße (alt).

Annie-Kienast-Straße (neu) anstatt von Konjetznystraße (alt).

 

2) Die neuen regulären Straßenschilder sind mit Straßennamenzusatzschildern mit erläuternden biographischen Daten der jeweiligen Namensgeberin zu ergänzen.“

 

Begründung

In der April-Sitzung des Regionalausschusses Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Langenhorn-Groß Borstel (FuLa) wurde von den Fraktionen SPD, CDU, Die Grünen und Die Linke gemeinsam ein Antrag eingebracht mit dem Ziel, in Langenhorn zwei Straßenumbenennungen vorzunehmen. Dieser Antrag wurde im Juni vom Hauptausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord unverändert beschlossen.

Hintergrund für diese interfraktionelle Initiative: Sowohl die Max-Nonne-Straße als auch die Konjetznystraße tragen bisher Namen von Männern, deren Verdienste auf dem Gebiet der Medizin aus heutiger Sicht deutlich von ihrer aktiven und exponierten Mitwirkung im Nationalsozialismus überschattet werden. Auf diesen Umstand war von engagierten Bürgern schon seit Jahren immer wieder hingewiesen worden. Und aus einer Stellungnahme der Kulturbehörde vom Dezember 2014 geht hervor, dass auch sie eine Umbenennung dieser beiden Straßen für geboten hält.

Der interfraktionelle Antrag sah vor, dass bei der Namensfindung vier Kriterien maßstäblich sein sollten:

  • Die beiden Straßen sollten nach einer Person benannt werden,
  • die sich durch ihre antifaschistische Grundhaltung ausgezeichnet hat und für Ihren Einsatz für Menschenrechte und die Würde des Menschen.
  • Der regionale Bezug der zu benennenden Person
  • Weibliche Personen sollten möglichst bevorzugt werden

In der Folge des oben beschriebenen Antrages kam es Ende Juni zu einer Vor-Ort-Sondersitzung des Regionalausschusses FuLa in den Räumen der Schule Neubergerweg. In dieser Sitzung wurden zahlreiche Namensvorschläge überwiegend von Bürgerinnen und Bürgern vorgetragen und zur Diskussion gestellt.

Fast alle Namensvorschläge haben mindestens einen, viele gleich mehrere der o.g. „Soll-Kriterien“ erfüllt und kommen für eine Benennung von Straßen in Frage.

Alle vier Kriterien werden jedoch insbesondere von zwei Personen erfüllt:

Ursula de Boor (1915-2001, Ärztin, Widerstandskämpferin am UKE (candidates of humanity), Einzelhaft im Polizeigefängnis Fuhlsbüttel)

Annie Kienast (1897-1984, Verkäuferin, Sozialdemokratin seit 1918, Betriebsrätin sei 1922, Einsatz für die Rechte von Frauen, Aktivistin im Widerstand, nach dem Krieg Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft, Gewerkschafterin (Mitbegründerin DAG). Seit 1967 in Langenhorn, Einsatz für Bau des Seniorenheims Röweland)

Beide Namen sind der Ehre einer Straßenbenennung würdig und bilden darüber hinaus ein deutliches Gegengewicht zu den bisherigen Namensgebern der beiden umzubenennenden Straßen.

Sie sind darum Straßenbezeichnungen mit lediglich geographisch-örtlichem Bezug (z.B: „Am Bornbach“) in diesem Fall deutlich vorzuziehen.

 


Petitum/Beschluss:

Der Hauptausschuss möge Kenntnis nehmen.

 


Anlage/n:

 

Keine