Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-1931  

 
 
Betreff: Stellungnahme des Regionalausschusses FuLa zur Stellungnahme der BWVI "Barrierefreie Umgestaltung des U-Bahnhofs Ochsenzoll"
Gemeinsamer Antrag der Fraktionen SPD, Bündnis 90 / Die Grünen, CDU
Status:öffentlichDrucksache-Art:gemeinsamer Antrag
  Aktenzeichen:123.70-24
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Groß Borstel -
14.09.2015 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Groß Borstel vertagt   
05.10.2015 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Groß Borstel zurückgezogen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Viele Jahre haben aktive Bürgerinnen und Bürger in Langenhorn für den Einbau von Aufzügen an U-Bahnstationen in ihrem Stadtteil gekämpft. Insbesondere die „Liftinitiative U-Ochsenzoll hat sich für dieses Ziel sehr eingesetzt.

 

Der Regionalausschuss Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Langenhorn-Groß Borstel begrüßt die seit 2011 unternommenen Anstrengungen von Senat und Hochbahn, den Ausbau der  Hamburger  U-Bahnhaltestellen spürbar voranzutreiben.

 

Darüber hinaus hat der Regionalausschuss gern die Gelegenheit wahrgenommen, sich von Vertretern der Hochbahn über die konkreten Pläne zur baulichen Umsetzung des Aufzuges am U-Bahnhof Ochsenzoll informieren zu lassen, zumal auf diese Weise auch der interessieren Öffentlichkeit ermöglicht wurde, sich ein Bild von den Planungen zu machen und sich zu Wort zu melden.

 

Allerdings wurde im Verlauf dieser Sitzung deutlich, dass der geplante Über-Eck-Fahrstuhl nicht ausreichend groß genug sein könnte, um auch für Fahrerinnen oder Fahrer  von Elektro-Rollstühlen reibungslos benutzbar zu sein. Dies wurde von einer Betroffenen eindrucksvoll vorgetragen.

 

Viele Ausschussmitglieder  kennen  Frau Naumann als engagiertes Vertreterin der „Liftinitiative U-Ochsenzoll, als Anwohnerin und als besonders betroffene Rollstuhlfahrerin, die in der AG ÖPNV bei der LAG für behinderte Menschen mitwirkt und auch dort schon ihre Einwände erklärt hat.

Auch gegenüber der Hochbahn ist sie in den vergangenen Jahren -gemeinsam mit anderen- öffentlich in Erscheinung getreten.

 

Aus Sicht des Regionalausschusses ist es deshalb sehr bedauerlich, dass bei den umfangreichen fachlichen Abstimmungen  nicht auch die wertvolle Praxis-Erfahrung von engagierten Vor-Ort- Betroffenen  zu Rate gezogen wurde.

 

Außerdem kann die Hochbahn spätestens seit der  Regionalausschusssitzung vom 09.02.2015 nicht  behaupten, von Problemen mit Über-Eck-Fahrstühlen sei ihr nicht bekannt. Gerade Menschen mit mehrfachen Behinderungen, die auf einen elektrischen Rollstuhl angewiesen sind, insbesondere wenn Einschränkungen in der Feinmotorik hinzu kommen, reicht  auch die an der Haltestelle Ochsenzoll vorgesehene Breite von 1,40m x 2,10m nicht immer aus.

 

Der Regionalausschuss erklärt gegenüber der Hochbahn AG sein Bedauern darüber, dass auch im Lichte dieser   Erkenntnis  eine mögliche bauliche Alternative (Durchgangsfahrstuhl) nicht ergriffen, sondern an der Ursprungsplanung festgehalten wurde. Dies ist vor allem deshalb ärgerlich,  weil damit auf lange Sicht eine Lösung zementiert scheint, die einigen besonders Betroffenen offenbar nicht helfen wird.

 

Gesellschaftliche Aufgabe ist es, allen Menschen das Fahren mit dem Öffentlichen Personennahverkehr zu ermöglichen. Selbst eine Übererfüllung der  derzeit gültigen baulichen Mindeststandards stellt  aber offensichtlich keine Garantie dar, dass alle Menschen einen Fahrstuhl nutzen können. Deshalb ist es umso wichtiger, bei künftigen Planungen und Abwägungen die Interessen der Menschen stärker in den Blick zu nehmen, die auf barrierefrei erreichbare Haltestellen im U-Bahn-Netz ganz besonders angewiesen sind. Frühzeitige und transparente Bürgerbeteiligung kann hier einen wichtigen Beitrag leisten.

 

 


Petitum/Beschluss:

 

Der Vorsitzende des Regionalausschusses FuLa wird gebeten, folgende Stellungnahme im Namen des Ausschusses an die BWVI sowie an die Hamburger Hochbahn AG zu senden.

 

 

r die SPD-Fraktion: Thomas Kegat

 

r die CDU-Fraktion: Martina Lütjens

 

r die Fraktion Die GRÜNEN: Carmen Wilckens

 


Anlage/n:

 

Keine