Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-1723  

 
 
Betreff: Stadtteilschule Langenhorn
Große Anfrage Nr. 06/2015 von Frau Greguhn, Herrn Kegat, Frau Schenkewitz und Fraktion; SPD
Status:öffentlichDrucksache-Art:Große Anfrage nach § 24 BezVG
Verfasser:von Frau Greguhn, Herrn Kegat, Frau Schenkewitz und SPD-FraktionAktenzeichen:123.30-11
Federführend:Fachamt Sozialraummanagement   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung -
10.09.2015 
Sitzung der Bezirksversammlung zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Die Stadtteilschule Langenhorn wird zum Ende des laufenden Schuljahres geschlossen.

Die Ursachen für den geringen Zuspruch bei den Anmeldungen sind vielfältig und stehen im Kontrast zu der anerkannt guten Arbeit, die an der Schule geleistet wird.

In den vergangenen Jahren haben die vor Ort eingerichteten Internationalen Vorbereitungsklassen (IVK) für minderjährige Flüchtlinge das Schulleben am Grellkamp bereichert. Auch sie sind von der Schließung betroffen, werden auf andere Schulstandorte verteilt, Standorte, an denen regelhaft extra Containerbauten errichtet werden müssen, um die Kinder zu beschulen.

Der Bedarf an IVK dürfte vorläufig mindestens auf hohem Niveau bleiben. Die Zahl der Menschen, die in und um Langenhorn herum, in Wohnunterkünften für Flüchtlinge untergebracht werden, erhöhen sich derzeit weiter.

Insbesondere aber vor dem Hintergrund deutlich gestiegener Einwohnerzahlen in Langenhorn, weiterhin absehbar sehr reger Wohnungsbautätigkeit im Stadtteil und endlicher Kapazitäten der beiden verbleibenden Langenhorner Stadtteilschulen gibt es erhebliche Bedenken im Stadtteil, ob man hier dauerhaft auf den Schulstandort Grellkamp verzichten kann.

So besteht vor Ort die ausdrückliche Wunsch, dass dem Stadtteil die Möglichkeit eines bedarfsgerechten Neustarts für eine langfristig tragfähigen schulischen Nutzung im wahren Wortsinn nicht verbaut wird!

Hinzu kommt, dass vor einigen Jahren durch Schulbau Hamburg erst mehr als 3 Millionen Euro in die vorhandenen Gebäude am Grellkamp investiert wurden und sich die Schule deshalb in einem vergleichsweise (sehr) guten baulichen Zustand befindet.

Zusätzlich zu seiner bisherigen Kernnutzung ist das Schulgelände auch auf andere Weise fest im Stadtteil verankert. Neben Angeboten von Sportvereinen, der regelmäßigen Nutzung der großzügigen Schulbühne bietet u.a. der Jugendmigrationsdienst EvaMigrA vor Ort ein sportlich-pädagogisches Angebot, das von den betroffenen Jugendlichen gut angenommen wird. Gleiches gilt für das Internationale Café.

Bisher scheint unklar zu sein, ob und inwieweit es Konzepte zur sinnvollen, werthaltigen Weiternutzung der vorhandenen Schulgebäude gibt, die eine spätere Reaktivierung des Geländes für eine schulische Nutzung nicht ausschließen.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir deshalb:

 

Vorbemerkung:

Das Bezirksamt kann lediglich Beiträge zu den Fragen 1 f, g, h liefern. Alle anderen Fragen können nur von der Behörde für Schule und Bildung beantwortet werden. Den Fragestellern wird daher eine Anfrage gem. § 27 BezVG empfohlen.

 

1)      Angesichts der derzeit wachsenden Zahl an Plätzen in Wohnunterkünften für

Flüchtlinge in Langenhorn und an Standorten, die sich- im Gebiet des Bezirksamtsbereichs Wandsbek- direkt an der Stadtteilgrenze befinden:

 

Frage:

a)      Mit wie vielen zu beschulenden Flüchtlingskindern und -Jugendlichen aus diesen Unterkünftigen ist zu Beginn des kommenden Schuljahres ca. zu rechnen?

 

b)      Wie viele Flüchtlingskinder haben im laufenden Schuljahr durchschnittlich die

Stadtteilschule Langenhorn (inkl. IVK) besucht?

 

c)      Auf welche Schulen werden diese Kinder künftig verteilt?

(Bitte einzeln pro Schule nach Anzahl aufschlüsseln.)

 

d)      Müssen dafür neue Raumkapazitäten an den jeweiligen Standorten geschaffen

werden? Wenn ja: in welcher Form wird dies geschehen?

 

e)      Ist es vorgesehen, dass die Schüler nach erfolgreicher Qualifizierung durch die

IVK an der Schule verbleiben? Wenn ja: Inwieweit werden an den Schulen für diese Schüler Kapazitäten vorgehalten?

 

f)        Welche Hilfs- und Bildungsangebote außerhalb ihrer Wohnunterkünfte gibt es regelhaft für die Flüchtlinge (inkl. Erwachsene)?

 

Die Hilfs- und Bildungsangebote in Langenhorn stehen prinzipiell allen Bewohnern von Unterkünften offen. Die vorhandenen Angebote können der Stadtteilbeschreibung in der Anlage entnommen werden. Die Beschreibung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dies ist wg. der Fülle an Angeboten und wechselnder Programme nicht möglich.

 

g)      Welche davon liegen außerhalb und welche innerhalb Langenhorns?

 

Bildungsangebote anderer Bezirke werden vom Bezirksamt nicht erfasst. Im Portal Hamburg aktiv (http://hamburg-aktiv.info/) kann der Großteil der Bildungsangebote in der Stadt nach Bezirken und Stadtteilen gefiltert und herausgesucht werden. Hierauf wird daher verwiesen.

 

h)      Gibt es Überlegungen, innerhalb des Stadtteils (weitere) solche Angebote zu

schaffen?

 

Nein, soweit es das Bezirksamt Hamburg-Nord betrifft.

 

2)      Die derzeitige Nutzung der Schule umfasst neben der schulischen Nutzung auch

noch weitere Angebote, etwa von sozialen Trägern und Sportvereinen

 

Frage:

a)      Welche Vereine/Träger/Sonstige bieten/boten im laufenden Schuljahr auf dem

Gelände der Stadtteilschule Langenhorn außerschulische Angebote und wie sind/waren die jeweiligen durchschnittlichen wöchentlichen Nutzerzahlen?

 

b)      Inwieweit ist es vorgesehen, den Vereinen/Trägern/Sonstigen die nahtlose Fort-

führung (inklusive Ferien) oder Ausweitung ihrer bisherigen Angebote am Standort zu ermöglichen?

 

c)      Falls eine solche Fortführung von der Grundeigentümerin nicht gewährleistet

werden kann, wurden/werden Ersatzstandorte angeboten? Wenn ja: Wo? Wenn nein: Warum nicht?

 

3)      Das Schulgelände der Stadtteilschule Langenhorn dürfte in Zukunft in einem

wachsenden Stadtteil für eine Schulnutzung wieder dringend gebraucht werden! Die Gebäude befinden sich in einem guten Zustand und bieten sich für eine Zwischennutzung an.

 

Frage:

a)      wie soll das Schulgelände mit allen Räumlichkeiten und den Außenanlagen für

den Schulbereich in Langenhorn nach Auslaufen der Stadtteilschule genutzt werden?

 

b)      Welche Behörde/n ist/sind künftig für das Grundstück zuständig?

 

4)      Nach Auslaufen der Stadtteilschule Langenhorn verbleiben zwei Stadtteilschulen

im Stadtteil, die zum Teil mit erheblichen Mitteln ausgebaut wurden/werden. Beide liegen im östlichen Teil von Langenhorn, an der östlichen Seite der Tangstedter Landstraße. Westlich der Langenhorner Chaussee gibt es künftig kein weiterführendes Schulangebot im Stadtteil

 

Frage:

a)      Wie beurteilen die zuständigen Behörden langfristig und vor dem Hintergrund zu

erwartender baulicher Nachverdichtung diese räumliche Unwucht im Langenhorner Schulangebot?

b)      Wie hoch ist der Anteil, der Kinder, die nach der vierten Klasse im Langenhorner

Schulkreis verbleiben?

c)      Wo gehen Kinder zur Schule, die mit dem Übertritt in die weiterführende Schule

diesen Schulkreis verlassen?

 


       14.07.2015

 

Tom Oelrichs

 


Anlage/n:

 

Stadtteildaten Langenhorn