Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - 20-1216  

 
 
Betreff: Umbenennung der Max-Nonne-Straße und der Konjetznystraße: Öffentliche Sondersitzung des Regionalausschusses
Interfraktioneller Antrag
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
  Aktenzeichen:123.70-24
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Groß Borstel -
20.04.2015 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Groß Borstel ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Seit Monaten ist eine Debatte um die Benennung von Straßen nach Max Nonne und Georg Ernst Konjetzny entbrannt. Max Nonne gilt nicht nur als Nestor der deutschen Neurologie. Er war auch Befürworter der Euthanasie und Verfasser einer Gedenkschrift aus dem Jahre 1942, in der er ausführte, dass die Tötung behinderter Kinder kein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und damit kein unmoralischer Akt sei, sondern ein erlaubter, nützlicher Akt“.

Konjetzny, der von 1935 bis 1950 Direktor der Chirurgischen Klinik des UKE war, war nicht nur Mitglied der NSDAP, der SA und zahlreicher anderer NS-Organisationen, sondern auch von 1933 bis 1938 förderndes Mitglied der SS.

In einer Stellungnahme der Kulturbehörde vom 8.12.2014 zu einem Antrag der Bezirksversammlung fordert die Behörde diese auf, durch den Vorschlag alternativer Namen ein Umbenennungsverfahren für beide Straßen in Gang zu setzen. Auf Grund des in Hamburg sehr unausgewogenen Verhältnisses der Straßenbenennung nach Frauen bzw. Männern empfiehlt die Kulturbehörde, möglichst Frauen als Namensgeberinnen vorzuschlagen.

Die Fraktionen sind darüber hinaus der Meinung, dass durch die Neubenennung der Straßen auch ein Gegengewicht zu den bisherigen Namensgebern geschaffen werden soll. Es soll daher eine Benennung nach einer Person erfolgen, die sich durch ihre antifaschistische Grundhaltung, ihren Einsatz für die Menschenrechte und ihr Bekenntnis zur Menschenwürde auszeichnete. Auch soll die so zu würdigende Person einen regionalen Bezug aufweisen.

Seit Bekanntwerden der Stellungnahme der Kulturbehörde sind zahlreiche positive Rückmeldungen zum Umbenennungsvorhaben und eine Reihe von Vorschlägen für die Benennung der beiden Straßen beim Bezirksamt und den Fraktionen eingegangen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind dies:

r die Max-Nonne-Straße:

        Ursula de Boor

        Katharina Leipelt

        Emmy Schindler

        Loki Schmidt

        Am Bornbach

r die Konjetznystraße:

        Frederick Geussenhainer

        Hans (Conrad) Leipelt

        Robert Peucker

        Hans Schwenkel

r beide Straßen:

        Herta Haas

        Elsa Bernstein

        Lothar Kreyssig

        Magdalena Schoch

        Prof. Thea Louise Schönfelder

Im Rahmen einer Sondersitzung des Regionalausschusses Fuhlsbüttel-Langenhorn-Alsterdorf sollen vor Ort die Gründe für die Umbenennung erläutert sowie die bisher eingegangenen Vorschläge kurz dargestellt werden, um dann mit den Anwohnerinnen und Anwohnern in eine Diskussion treten zu können.

Neben den Anwohnerinnen und Anwohnern der beiden Straßen sollen auch alle Personen zu dieser Sitzung eingeladen werden, die Vorschläge unterbreitet haben.

 


Petitum/Beschluss:

 

Vor diesem Hintergrund möge der Regionalausschuss beschließen:

  1. Noch vor der Sommerpause soll eine öffentliche Sondersitzung des Regionalausschusses Fuhlsbüttel-Langenhorn-Alsterdorf stattfinden, in der die Gründe für die Umbenennung der Max-Nonne-Straße und der Konjetznystraße sowie die eingegangenen Alternativvorschläge vorgestellt werden.

 

  1. Als Expertin soll zu dieser Sitzung Dr. Rita Bake, die stellvertretende Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung und Autorin des Buches „Ein Gedächtnis der Stadt. Nach Frauen und Männern benannte Straßen, Plätze, Brücken in Hamburg“ (www.hamburg.de/contentblob/4461544/data/gedaechtnis-der-stadt.pdf) eingeladen werden.

 

  1. Die zu findenden alternativen Straßennamen sollen möglichst folgenden Kriterien entsprechen:

-      Die Straßen sollen nach Personen benannt werden

-      Vorrangig sollen Frauen durch die Benennungen gewürdigt werden

-      Mit den neuen Straßennamen soll die antifaschistische Grundhaltung, das Bekenntnis zu den Menschenrechten sowie der Einsatz für die Menschenwürde der jeweiligen namensgebenden Person honoriert werden

-      Die jeweiligen Personen, nach der die Straßen benannt werden sollen, sollen einen regionalen Bezug aufweisen.

 

  1. Eine Beschlussfassung über die Namensgebung folgt in einer der auf die Sondersitzung folgenden Sitzungen des Regionalausschusses Fuhlsbüttel-Langenhorn-Alsterdorf.

 

 

 

 

r die SPD-Fraktion: Thomas Kegat, Jörg Lewin

r die CDU-Fraktion: Martina Lütjens. Nizar Müller

r die GRÜNE Fraktion: Carmen Wilckens, Michael Werner-Boelz

r die Fraktion DIE LINKE: Rachid Messaoudi

 

 


Anlage/n:

 

Keine