Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Drucksache - XX-3849  

 
 
Betreff: 100 Jahre Hamburger Stadtpark
Aktivitäten des Bezirksamtes und des Stadtparkvereins - Übersicht über die geplanten Maßnahmen
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage Bezirksamt
Federführend:Fachamt Management des öffentlichen Raums   
Beratungsfolge:
Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude -
10.02.2014 
Sitzung des Regionalausschusses Eppendorf-Winterhude zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Im Zusammenhang mit dem 100. Geburtstag des Hamburger Stadtparks wurden bzw. werden vom Fachbereich Stadtgrün folgende Maßnahmen realisiert, die aus unterschiedlichen Quellen, darunter dem Sanierungsfond Hamburg 2020, finanziert werden.

Die Lage der Einzelmaßnahmen (4-15) ist in Anlage 1 dargestellt.

 

 

Maßnahmen, die den gesamten Stadtpark betreffen:

 

1.) Wegebau Allgemein:

Erneuerung der Deckschicht von 30.000 qm wassergebundenen Wegen im Stadtpark (Übersichtsplan: Anlage 2)

 

Baukosten:               150.000 €

Umsetzung:               Dez. 2013 – April 2014

 

2.) Ausstattung

Im gesamten Stadtpark werden 170 Bänke und 100 Papierkörbe erneuert bzw. überarbeitet.

 

Baukosten:               62.000 €

Umsetzung:               Dez. 2013 – April 2014

 

 

3.) Beschilderung/ Leitsystem

Für den gesamten Stadtpark wird ein Orientierungs- Informations- und Beschilderungssystems entwickelt und umgesetzt.

 

Baukosten:               130.000 €

Umsetzung:               Mai 2014

 

 

 

Einzelmaßnahmen:

 

4.) Rosengärten:

Historie              Die Rosengärten bilden den südlichen Abschluss der 2002 wiederhergestellten Platanenallee nördlich des Stadtparksees. Die vier Hecken umschlossenen Teilgärten wurden ab 1925 nach Entwürfen von Fritz Schumacher und Gartendirektor Otto Linne als sogenannte ‚Senkgärten‘ angelegt und waren schon zu dieser Zeit im Inneren durch niedrige Trockenmauern gegliedert. Aufwendige Rosenpflanzungen, Polsterstauden und Sommerblumen bildeten die innere Bepflanzung, mit Kletterrosen bewachsene Ranksäulen stellten den äußeren Rahmen dar.

                            Die jeweils quadratischen und kreisförmigen Grundrisse liegen spiegelsymmetrisch zur Mittelachse der Platanenallee und werden zusätzlich durch eine auf den von August Gaul gestalteten Pinguinbrunnen zulaufende Querachse unterteilt.

                            Nach Kriegszerstörungen wurden die Rosengärten 1952 umgestaltet. Die wesentlichen Kreis- und Rechteckformen wurden beibehalten, die innenliegenden Pflanzflächen aber in Wasserbassins umgewandelt. Als Baumaterial für die neu aufgesetzten Trockenmauern fanden Kriegstrümmer Verwendung. Die Rosenpflanzung, ergänzt um Stauden und Sommerblumen, wurde individueller und weniger formal als die ursprüngliche schematische Flächenpflanzung angelegt.

Planungsidee              Ziel der Maßnahme war, die Themengärten aufzuwerten und die Rose in ihrer Schönheit und Vielfalt wieder thematisch in den Mittelpunkt zu rücken.

                            Aufgrund der langjährigen Nutzung als Rosenstandort, aber auch um die mittlerweile aufgekommenen Wurzelunkräuter zu unterdrücken, musste hierfür ein umfangreicher Bodenaustausch durchgeführt werden.

                            Die vier Teilgärten wurden in den Farbspektren Apricot-Gelb-Weiß, Weiß-Rosa, Rosa-Rot und Rot-Apricot angelegt. Als Begleitpflanzen wurden zur Auflockerung und farblichen Akzentuierung Stauden zwischen den Rosen platziert, die sich jedoch bewusst unterordnen.

                            Die bisherige Heckenumrahmung aus Liguster wurde durch eine Eiben-Hecke ersetzt, die Rasenflächen um die zentralen Wasserbecken ergänzt bzw. neu hergestellt.

 

Baukosten:               350.000 €

Umsetzung:               Oktober 2011 – Juni 2012

 


5.) Ehemaliges Erdlager:

Das ehemalige, zwischen großer Festwiese, Spielplatz am Planschbecken und Spielwiesenweg gelegene Erdlager wurde geräumt; die auf dem Gelände vorhandenen Betriebsgebäude abgebrochen. Die 8.500 qm große Fläche soll als offene Rasenfläche helfen, den wachsenden Nutzerdruck auf den Stadtpark aufzufangen. Zudem werden Poller aufgestellt, die von den Besuchern zum Aufbau eines Slackline –Parcours genutzt werden können.

 

Baukosten:               200.000 €

Umsetzung:               Mai 2013 - Mai 2014

 

6.) Wegebau Spielwiesenweg

Planungsidee              Der Spielwiesenweg stellt in Verbindung mit der Einfahrt vom Südring die zentrale Verkehrserschließung des Stadtparks dar, der gegenwärtig als kombinierte Grand-/ Pflasterfläche ausgebildet ist.

              Im Rahmen der anstehenden Maßnahme soll dieser Weg nun in dem Teilabschnitt zwischen Südring und Planschbecken entsprechend der historischen Gestaltung auf einer Breite von

              5,50 m als Asphaltfläche ausgebaut werden. Die Oberfläche wird dabei, entsprechend der vor einigen Jahren überarbeiteten Zufahrt zum Planetarium von Linnering, kugelgestrahlt, damit sich der Weg auch optisch in die Gestaltung des Parks integriert.

              Die vorhandene Beleuchtung des Weges bleibt erhalten, versenkbare Poller an der Zufahrt vom Südring sollen die Zufahrtskontrolle verbessern.

              Da die Zufahrt gegenwärtig noch für verschiedene Baumaßnahmen, wie z.B. die Erneuerung des Planschbeckens, benötigt wird, wurde im Herbst 2013 lediglich die bituminöse Tragschicht eingebaut.

              Die Deckschicht einschl. der Oberflächenbehandlung erfolgt dann nach Abschluss der übrigen Arbeiten voraussichtlich im Mai 2014.

 

Baukosten:               350.000 €

Umsetzung:               Tragschichten einschl. Kanten und Entwässerung: Herbst 2013;

              Deckschicht: Frühjahr 2014

 

7.) Spielplatz am Planschbecken (einschl. Erneuerung des Planschbeckens):

Planungsidee:               Es ist vorgesehen, auf das vorhandene Planschbecken ein neues Betonbecken aufzusetzen. Die bisherige Fußwaschrinne soll dabei entfallen und dafür der um das Planschbecken umlaufende Fußweg auf 3m verbreitert werden.

              Die höhere Beckenlage kann durch eine Reduzierung des bisherigen, starken Gefälles im umgebenden Sandspielbereich ausgeglichen werden, sodass der Höhenunterschied von ca. 40 cm zwischen dem äußeren Weg und der Sandspielfläche erhalten bleibt. Die Stützmauer selbst wird ebenso wie der außen umlaufende Erschließungsweg erneuert. 11 neue Linden schließen den nur noch in Resten vorhandenen „Lindenring“, eine ausreichende Anzahl von Bänken wird weiterhin zum Verweilen einladen.

              Die älteren, teilweise noch aus den 50er Jahren stammenden Spielgeräte sind abgängig und werden entsprechend dem Ergebnis des Beteiligungstermins durch eine Sand-Matschanlage, einen Leuchtturm mit Rutsche, zwei Doppelschaukeln, eine Nestschaukel, einen Hangelbogen und Hängematten zum Schaukeln und Ausruhen ersetzt.

              Das vorhandene, den Raum um das Planschbecken prägende Spielschiff wird gründlich überholt.

              Bei der ursprünglichen Gestaltung des Planschbeckens in den 1920er Jahren, war der umlaufende Erschließungsweg mit zwei in die Sandspielfläche hineinragenden Bastionen versehen, die jedoch zusammen mit dem damaligen Café-Gebäude dem Krieg zum Opfer fielen. Als Reminiszenz daran ist nun vorgesehen, wieder zwei unterschiedlich dimensionierte, mit Bänken und zusätzlichen Bäumen ausgestattete Bastionen anzulegen, die sich jedoch in ihrer Gestaltung an die aktuelle Formen- und Materialsprache anlehnen. Die nördliche Bastion soll entsprechend der ursprünglichen Planung eine direkte Wegeanbindung an den Spielwiesenweg erhalten, an dem beidseitig Fahrradstellplätze angeordnet werden.

 

Baukosten:               1,7 Mio €

Umsetzung:               Dezember 2013 - Mai 2014

 

8.) Steingarten

Planungsidee:              Der Steingarten an der ehemaligen Hindenburgstraße wurde 1927 als botanischer Sondergarten angelegt. Als geschlossener Gartenraum mit Ilexhecken eingefasst, bot er auf abgestuften Terrassenflächen Raum für über 500 verschiedene Steingarten- und Heidepflanzen, die entsprechend ihren unterschiedlichen Lebensbereichen zoniert waren. Die Terrassen wurden mit Trockenmauern aus rotem Wesersandstein eingefasst, die offenen Fugen mit Polsterstauden bepflanzt.

              Die einstmals hohe Qualität der Anlage ging in den Nachkriegsjahren verloren. Heute ist die Anlage nur noch mit herkömmlichen bodendeckenden Gehölzen und Stauden bepflanzt. Die raumbildenden Trockenmauern sind in weiten Teilen abgängig, zum Teil schon zerstört.

 

              Zur Sicherung dieses bedeutsamen Gartenareals ist nun eine umfassende Sanierung des Gartens einschließlich der Mauern und Beetflächen vorgesehen.

              Ein in den 60er Jahren eingebrachtes Wasserbecken wird ausgebaut und – in Anlehnung an den ursprünglichen Grundriss der Anlage – durch eine mittige Rasenfläche ersetzt. Die Einfassungsmauern der verschiedenen Terrassen werden neu aufgesetzt, fehlendes Material ergänzt.

              Die beiden Zugänge werden durch den Ausbau der vorhandenen Stufen barrierefrei umgestaltet, die Möblierung durch seniorengerechte Bänke ersetzt und alle Wegeflächen mit einer neuen Deckschicht versehen.

              Die im Laufe der Jahre entstandenen Lücken in der umgebenden Ilexhecke werden geschlossen und die Hecke erhält wieder eine umlaufende Vorpflanzung aus Stauden, die auch im Inneren der Anlage punktuell zum Einsatz kommen. Auch wenn es aus Unterhaltungsgründen nicht möglich ist, alle ehemaligen Staudenflächen innerhalb des Areals wieder herzustellen, so soll doch auf diesem Wege der Charakter des Steingartens aufgenommen werden.

              Dazu gehört auch, dass die angrenzenden Erschließungswege ebenfalls instandgesetzt werden und der Platz um den Brunnen wieder eine kreisrunde Heckeneinfassung erhält.

              Entsprechend den veränderten Nutzungsgewohnheiten wird der Trampelpfad zum Landhausweg als befestigter Weg hergestellt.

 

Baukosten:               150.000 €

Umsetzung:               Nov. 2013 – April 2014

 

9.) Adam & Eva Garten

Planungsidee              Der Adam & Eva Garten ist ebenso wie der Diana Garten Bestandteil der historischen Themengärten, die sich nördlich an den Stadtparksee sowie die im 2. Weltkrieg zerstörte Stadthallen angeschlossen haben. Er entspricht in seiner heutigen Struktur noch in weiten Teilen dem ursprünglichen Zustand, im nördlichen Heckenareal stehen Oskar Ulmers Skulpturen Adam & Eva, die dem Garten seinen Namen geben.

Zur Sicherung dieses Gartens sollen nun die historischen Treppenanlagen grundlegend saniert werden, lediglich die in der Süd-Ost Ecke befindliche Treppe ist aufgrund von Schäden im Fundament in einem so schlechten Zustand, dass sie vollständig erneuert wird. Die beiden südlichen Treppen werden zudem um Schiebehilfen ergänzt.

Ebenfalls saniert werden die Sockel der beiden namensgebenden Skulpturen sowie die wassergebundenen Wegeflächen einschließlich ihrer historischen Einfassung aus Klinkern

 

Baukosten:               75.000 €

Umsetzung:               März – April 2014

 

10.) Diana Garten

Planungsidee              Der Diana Garten ist ebenso wie der Adam & Eva Garten Bestandteil der historischen Themengärten, die sich nördlich an den Stadtparksee sowie die im 2. Weltkrieg zerstörte Stadthallen angeschlossen haben. Er entspricht in seiner heutigen Struktur noch in weiten Teilen dem ursprünglichen Zustand und wird von der Skulptur ‚Diana auf der Hirschkuh‘ von Georg Wrba dominiert.

              Zur Sicherung dieses Gartens sollen nun die historische Zyklopen-Mauer, die das nördliche Podest von dem südlich vorgelagerten Senkgarten trennt, einschließlich des Skulpturensockels grundlegend saniert werden.

              Bei der Erneuerung der Mauerfundamente kann das oberhalb der Mauer befindliche Kieferngehölz nicht erhalten werden. Es soll daher an dieser Stelle ein neuer Heckenblock aus Buchsbaum, ergänzt um ein vorgelagertes Staudenbeet, angepflanzt werden, sodass sich die Blickbeziehungen innerhalb des Gartens verbessern.

              Ebenfalls überarbeitet werden alle wassergebundenen Wegeflächen einschließlich ihrer historischen Einfassung aus Klinkern.

 

Baukosten:               75.000 €

Umsetzung:               Februar – April 2014

 

11.) Pinguinbrunnen

Bei dem östlich der Rosengärten gelegenen Pinguinbrunnen werden die von August Gaul geschaffenen Brunnenfiguren durch Kunststoffrepliken ersetzt. Zudem sollen die gemauerten Pfeiler der umlaufenden Pergola überarbeitet und die Pfeilerköpfe gegen eindringendes Wasser abgedichtet werden.

 

Baukosten:               45.000 €

Umsetzung:               März – Mai 2014

 

12.) Lindenkarree (südliches Ende der Platanenallee)

Am südlichen Ende der 2002 als Platanenallee wieder hergestellten Nordachse befinden sich im Bereich des ehemaligen, im 2. Weltkrieg zerstörten, Park Cafés noch die Reste der beiden das Gebäude ehemals flankierenden Lindenkarrees.

Im östlichem Karree, bei dem die Topographie bereits stärker überformt wurde, sollen lediglich die Reste eines Lagerhäuschens abgebrochen werden.

Im westlichen Karree ist beabsichtigt, die abgängigen Klinkerwege durch wassergebundene Wege zu ersetzten und am Rande des Karrees einen neuen Sitzplatz mit Blick auf den Stadtparksee zu errichten.

Ergänzt werden beide Maßnahmen durch eine Überarbeitung der Strauchschicht.

 

Baukosten:               35.000 €

Umsetzung:               März – Mai 2014

 

13.) Wasserbecken

Das Wasserbecken im Brunnengarten sowie der Skulpturenbrunnen im Steingarten sollen neu gedichtet werden – zudem werden die Einläufe überarbeitet, um die Verstopfungsgefahr durch schwimmendes Laub zu reduzieren.

 

Baukosten:               25.000 €

Umsetzung:              Mai 2014

 

14.) Kolbe-Figuren

Die Sockel der beiden von Georg Kolbe geschaffenen Skulpturen am Übergang der großen Festwiese zum Korridor, der zum ehemaligen Wasserturm führt, wurden überarbeitet.

 

Baukosten:               10.000 €

Umsetzung:               Mai 2013

 

15.) Liebesinsel:

Nachdem vom Pächter bereits das auf der Insel befindliche Gebäude saniert und um einen Toilettentrakt ergänzt wurde, soll im Frühjahr 2014 auch die Vegetation sowie die Möblierung auf der Insel überabreitet werden – weitergehende Maßnahmen wie Ufersicherung und Wegebauarbeiten sollen im Frühjahr/ Sommer 2014 geprüft und ggf. nachfolgend umgesetzt werden.

 

Baukosten:               15.000 €

Umsetzung:              1. BA: Februar – Mai 2014

 

 

Aktivitäten des Stadtpark Vereins Hamburg e.V.:

 

Der Stadtpark Verein Hamburg e.V. hat dem Bezirksamt beigefügten Sachstandsbericht vorgelegt.


 

 

Petitum/Beschluss:

 

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

 

 

 

Harald Rösler


 

Anlage/n:

 

Übersichtsplan der geplanten Maßnahmen
Übersichtsplan Wegebau
Sachstandsbericht des Stadtpark Vereins Hamburg e.V.