Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Auszug - Bündnis für den Radverkehr Veloroute 4 - Neubergerweg / Hohe Liedt hier: Vorstellung der aktuellen Planung   

 
 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel
TOP: Ö 5.6
Gremium: Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 16.09.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:59 Anlass: Sitzung
Raum: Sitzungssaal Langenhorn
Ort: Tangstedter Landstr. 6, 22415 Hamburg
21-0288 Bündnis für den Radverkehr
Veloroute 4 - Neubergerweg / Hohe Liedt
hier: Vorstellung der aktuellen Planung
     
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage Bezirksamt
  Aktenzeichen:123.70-24
Federführend:Interner Service Beteiligt:D4 - Dezernat Wirtschaft Bauen und Umwelt
 
Protokoll

Herr Otte Referent stellt das Bauvorhaben vor.

Der überplante Abschnitt sind die Straßen Neuberger Weg / Hohe Liedt und

Fibigerstraße bis kurz vor die Tangstedter Landstraße. Die Veloroute verläuft durch den Laukamp,hrt dann westlich weiter in die Hohe Liedt und den Neuberger Weg und biegt dann wieder ab in die Fibigerstraße.

Eine im vergangenen Jahr durchgeführte Verkehrszählung hat ergeben, dass im Neuberger Weg / Hohe Liedt ca. 6.000 Fahrzeuge werktätig unterwegs sind. In der Tangstedter Landstraße sind es 15.000 20.000 Fahrzeuge und in der Fibigerstraße sind es unter 3.000 Fahrzeuge und im Laukamp unter 2.000 Fahrzeuge.

Der Radverkehr beläuft sich auf ca. 900 Radfahrer, die vermehrt morgens unterwegs sind. Hierbei handelt es sich vorwiegend um den Schülerverkehr. Ab 13.00 Uhr wird in die andere Richtung zurückgefahren.

Abhängig von dem Belastungsbereich und vom Querschnittsbereich der Straßen kann Mischverkehr, ein Schutzstreifen oder ein Gehweg, der auch für Radverkehr freigegeben wird, gewählt werden. Der Neubergerweg hat bis zur U-Bahn Brücke rund 7 Meter Fahrbahnbreite. Danach verjüngt sich dieser Bereich auf knapp 5 Meter.

Diese Gesamtbetrachtung wurde in mehreren Versionen mit der Straßenverkehrsbehörde und der BWVI (Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation) abgestimmt. Nach der Erstverschickung und den Eingang der Stellungnahmen, die in einen Abwägungsvermerk verarbeitet wurden, befindet sich die Planung kurz vor der Schlussverschickung.

 

Es handelt sich um 4 Lagepläne.

 

Auf der Südseite beginnt der Radverkehr ab der Fibigerstraße bis kurz vor die Tangstedter Landstraße, hier ist eine Anschlussplanung geplant. Der Radverkehr kann auf der Fahrbahn und auf dem 3,18 m breiten Gehweg als Servicelösung geführt werden. Aufgrund der beengten Verhältnisse und der Straßenbäume kann der Radverkehr nicht über einen Radfahrstreifen auf der Fahrbahn geführt werden.

 

Auf der Nordseite wird der Abschnitt zwischen Fibigerstraße und der U-Bahn Brücke mit einem 2,25 m breiten Radfahrstreifen geplant. Eine Aufleitung in Richtung Westen ist geplant. Da keine Nutzungspflicht für Radwege besteht, darf der Radfahrer entscheiden, ob er weiter im Mischverkehr fährt oder auf der Nebenfläche als Servicelösung. Daher ist dort eine Veloweiche eingeplant.

 

Ein Baumgutachten wurde für die Südseite in Auftrag gegeben. Die Bäume stehen sehr dicht an der Fahrbahn und weisen hohe Wurzelaufwerfungen auf. Man plant einen barriefreien Gehweg einzurichten.

 

Auf der Nordseite im Neubergerweg ist aufgrund der vorhandenen Breite ein Radfahrstreifen geplant.

 

Auf jeder Seite wird versucht eine Breite von 3 Metern herzurichten. Das Mindestmaß sind 2,50 Meter.

 

Im Bereich des Naturbades sind Fahrradstellplätze geplant. Die Nebenflächen werden teilweise durch Eichenspalten vor parkenden Fahrzeugen geschützt.

 

 

Eine Bürgerin erkundigt sich, ob der Radfahrstreifen auf der Straße aufgemalt ist oder über eine Abgrenzung verfügt.

 

Der Radfahrstreifen ist an der dortigen Fahrbahnerweiterung, so Herr Otte, aufmarkiert

 

Ein Bürgerchte wissen, ob die Einrichtung einer Fahrradstraße zwischen Fibigerstraße und den Schulen mit der Einschränkung Kfz-Verkehr erlaubt hergerichtet werden kann.

 

Eine Bürgerin fragt nach den durch das Einbringen der Eichenspalten wegfallenden Parkplätzen.

 

Ein weiterer Bürger schlägt aufgrund des geplanten Mischverkehres die Einrichtung einer Tempo 30 Zone zwischen Fibiger Straße und Tangstedter Landstraße vor. Er merkt an, dass der vorgesehene Streifen an der Einmündung Laukamp / Hohe Liedt sehr schmal ist, so dass er beim Queren Bedenken wegen Konflikten mit dem Begegnungsverkehr hat. Ferner möchte er wissen, worin die Unterscheidung zwischen der Erst- und der Schlussverschickung besteht.

 

Ein Bürger erkundigt sich, ob die Anzahl der die Hohe Liedt befahrenen LKW für diese Straße gemessen wurde.

 

 

Herr Otte erklärt, dass

-          eine Erweiterung der Fahrbahn um die Einmündung Laukamp / Hohe Liedt geplant ist.

-          Die Abtrennung zwischen dem Kfz-Verkehr und den Radfahrern mit einer üblichen 25 cm breiten Weißstrichmarkierung vorgesehen ist.

-          Aufgrund des im Neubergerweg, in dem sich die Schulen befinden, vorherrschenden Duchgangsverkehres eine Fahrradstraße nicht angedacht ist.

-          Die Umsetzung der Einrichtung einer Tempo 30 Zone nach Prüfung durch die Straßenverkehrsbehörde nicht vorgesehen sei.

-          Die in der Erstverschickung vorgestellte Variante wird nach Abwägung der Stellungnahmen, umgesetzt. Punkte wie zusätzliche Querungsmöglichkeiten, Sitzgelegenheiten, mehr Fahrradanlehnbügel wurden mit hinzugefügt.

Alternativvarianten kamen aufgrund der besonderen Straßensituation nicht in Betracht.

-          Den LKW Verkehr durch die Hohe Liedt / Neubergerweg fahren zu lassen wurde ebenfalls geprüft und bestätigt, da es keine Alternativrouten gibt, die hierfür die Voraussetzungen erfüllen Dies wäre z.B. keine Tempo 30-Zone, zu niedrige U-Bahnbrücken oder die Geeignetheit für Fahrzeuge mit nur einem Gewicht von 7,5 Tonnen.

-          die Anzahl des Schwerverkehres zur Zeit bei knapp über 2 Prozent liegt.

 

 

Ein Bürger kritisiert, dass die Straße Hohe Liedt/Neubergerweg zu einer LKW Straße ausgebaut werden soll.

 

Diese Kritik ist nach Aussage von Frau Sydow nicht korrekt. An sie wurde kein Antrag auf Ausbau zu einer LKW Straße herangetragen.

 

 

Herr Kranz teilt mit, dass die Fraktion Die Grünen im Erstverfahren bereits vielfältige Änderungsvorschläge Einbahnstraße, beidseitiger Schutzstreifen, Einrichtung einer Tempo 30-Zone - übermittelt haben, die jedoch alle nicht berücksichtigt worden sind. Die massive Kritik an dieser Planung bleibt daher aufrecht erhalten. Die heute vorgebrachten Fragen müssen weiter bewegt werden. Er verweist auf den von seiner Fraktion vorgelegten Antrag, die Planung des Knotens zurückzustellen. Hinsichtlich der Befürchtung der Einrichtung einer LKW Trasse erklärt Herr Kranz, dass es Bezirksstraßen, Senatsstraßen und Bezirksstraßen mit überbezirklicher Bedeutung gibt. Letztere gilt für die Hohe Liedt / Neubergerweg.

Die Verkehrsbehörde, die an der Planung dieser besonderen Straßen massiv beteiligt ist, hat diese Straße als eine Ausweichstrecke für LKW definiert. Im Falle einer gleichzeitigen Sperrung der Tangstedter Landstraße und der Langenhorner Chaussee (und der LKW zur Durchfahrt unter der Brücke am Langenhorn Nord Bahnhof zu hoch ist), nimmt er die Route über die Hohe Liedt / Neubergerweg.

Herr Kranz bezweifelt, dass sich die Regelwerke, die dieser Planung zugrunde liegen, auf Schulwege beziehen, da hier auch Kinder, die altersmäßig nicht mehr auf dem Fußweg fahren dürfen gezwungen werden, auf der Straße im Mischverkehr zu fahren oder alternativ auf dem Fußweg mit den Fußnger in Konflikt kommen.

Er bittet entsprechend des vorgelegten Antrages, die Planung zurückzustellen, um eine gemeinsam abgestimmte Planung zu entwickeln.

 

 

Herr Messaoudi erklärt, dass seine Fraktion DIE LINKE den Antrag begrüßt. Für den Radverkehr sollte eine angebotsbasierte Politik gemacht werden, da der Radverkehr gestärkt werden soll. Hierzu reicht das aktuelle, den Prüfungen zugrunde liegende Regelwerk nicht aus. Er empfindet es als obskur, dass für diese Straße, in der aufgrund der Nähe zu Schulen die vorgelegte Planung erarbeitet wurde, nicht genügend auf den Schutz der vielen Schüler*innen eingegangen wurde.

 

Frau Dr. Sellenschlo stellt für die CDU Fraktion klar, dass eine Veloroute den Fahrradverkehr beschleunigen soll. Bei Benutzung der gleichen Spur zusammen mit Fußngern, befürchtet sie erhebliche Konflikte. Aus diesem Grund spricht sie sich klar dagegen aus, Bürgersteige und Veloroute gemeinsam zu bestücken. Sie lobt das im Nordwesten entstehende Hochbord.

Sie fragt kritisch nach, warum die Straße Hohe Liedt/Neubergerweg ganzjährig für eine Situation offengehalten wird, die zu einer erheblichen Einschränkung für Schüler*innen führt, anstatt dass die Polizei im Falle einer gleichzeitigen Sperrung der Tangstedter Landstre und der Langenhorner Chaussee eine Umleitung vornimmt.

 

Herr Lewin weist aus seiner Erfahrung darauf hin, dass immer eher eine Prüfung durchgeführt wird,  ob etwas nicht umgesetzt werden kann, anstatt zu prüfen, ob etwas umgesetzt werden kann. Er erklärt, dass man gemeinsam darauf drängen sollte, für eine Umsetzung der Wünsche zu plädieren.

 

Frau Akbas drückt ihre Enttäuschung über das vorgelegt Konzept aus, das ihrer Meinung keine Veloroute darstellt und nicht modern sei. Es fehlen neue Radweg und die Sicherheit von Kindern wurde nicht berücksichtigt. Aus ihrer Sicht ist keine Veränderung zum aktuellen Stand vorhanden. Sie möchte wissen, wie die Veloroute in der Fibigerstraße und im Laukamp, in denen intensiv geparkt wird, umgesetzt werden soll.

 

Herr Kranz erklärt, dass die Fibigerstraße im Hinblick auf die Veloroute überplant werden soll.

 

Eine inkonsequente Planung, so Herr Noß, wird hier verfolgt. Der Nutzungsanspruch der Straßen ist immer gleich, jedoch werden regelhaft unterschiedliche Planungen hierfür verfolgt. Er stellt fest, dass die Möglichkeiten, jedoch nicht der Bedarf berücksichtigt werden. Er weist daraufhin, dass nicht nur mit dem Fahrrad, sondern auch zu Fuß die Schule erreicht  wird und merkt an, dass die Fußnger und ihre Sicherheit in der Planung nicht ausreichend berücksichtigt worden sind.

 

 

Eine Bürgerinchte, dass in der Planung auch die Kindergärten der Umgebung mit berücksichtigt werden.

 

 

Der Ausschuss nimmt zur Kenntnis.