Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Auszug - Neulegung zweier Stromkabelsysteme im Bereich Langenhorn / Hummelsbüttel (Referenten)  

 
 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel
TOP: Ö 5.1
Gremium: Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 16.09.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:59 Anlass: Sitzung
Raum: Sitzungssaal Langenhorn
Ort: Tangstedter Landstr. 6, 22415 Hamburg
21-0171 Neulegung zweier Stromkabelsysteme im Bereich Langenhorn / Hummelsbüttel (Referent)
     
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage Bezirksamt
  Aktenzeichen:123.70-24
Federführend:Interner Service   
 
Protokoll
Abstimmungsergebnis

Die Referenten Herr Persigehl und Herr Kühne von Stromnetz Hamburg GmbH stellen sich und das heutige Thema vor.

 

Zusammen mit der BUE (Behörde für Umwelt und Energie) hat Stromnetz Hamburg GmbH ein Planfeststellungsverfahren für die erdverlegten 110 kV-Kabel angestrebt. Herr Persigehl erklärt, dass man zu dem jetzigen, noch recht frühen Planungszustand, die Meinung der Bürger*innen einholen möchte.

 

Herr Kühne teilt den aktuellen Planungsstand mit. Stromnetz Hamburg GmbH befindet sich in der Vorantragsphase in der Untersuchungsergebnisse und Daten zusammengetragen und in dem formulierten Plan an die BUE gegeben werden.

 

Der Grund für die Maßnahme besteht darin, dass das Umspannwerk im Foorthkamp derzeit über fünf 25 kV-Kabelsysteme an das Hamburger Stromnetz angebunden ist. Das 25 kV- System entspricht heute nicht mehr dem aktuellen Standard und soll daher ersetzt werden. Diese Maßnahme geht mit dem Neubau des Umspannwerkes Langenhorn einher, der parallel durchgeführt wird. Da der Hochspannungsstandard in Hamburg 110 kV-Leitungen sind, soll das neue Umspannwerk über zwei 110 kV-Trassen angebunden werden.

 

Ein großer Teil der Neubautrasse wird durch bewohntes Gebiet gehen, so dass Stromnetz Hamburg GmbH die Bürger*innen vorab über die Maßnahme informieren möchte.

 

Das Umspannwerk Langenhorn ist über fünf 25 kV-Systeme an das Umspannwerk Poppenbüttel angebunden. Da die alten Kabel auch während der Neuverlegung r eine unterbrechnungsfreie Versorgung in Betrieb und somit dort liegen bleibenssen, muss eine andere Trasse für die neuen Kabel gewählt werden.

 

Stromnetz Hamburg GmbH hat sich entschieden, an eine bereits bestehende 110 kV-Freileitung im Raum Poppenbüttel eine Anbindung zu schaffen, um den Engpass, der im Werk Poppenbüttel vorhanden ist, zu umgehen.

Gebaut wird nach Genehmigung durch die BUE entweder in geschlossener Bauweise oder im Horizontalslbohrverfahren.

 

Herr Kühne erläutert weiter die verschiedenen, insgesamt 13 Varianten, die vom Umspannwerk in Langenhorn ausgehen und stellt die aktuelle Vorzugsvariante mit Redundanz vor, die unter Abwägung der Schutzgüter Mensch, einschließlich menschliche Gesundheit;Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt; Fläche; Boden; Wasser; Luft und Klima; kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter sowie Landschaft ausgewählt wurde.

Diese würde durch den Foorthkamp über Immenhöven, Fritz-Schumacher-Allee und das Naturschutzgebiet Raakmoor geführt werden. Die Redundanztrasse soll den Weg über Laukamp und Hohe Liedt nehmen.

 

Herr Kühne weist auf eine Informationsveranstaltung für Montag und Dienstag den 21. und 22.10.2019 im LaLi (Langenhorner Lichtspielhaus) in der Zeit von 11.00 Uhr bis 19.00 Uhr hin.

 

 

Ein Bürgerchte wissen, in welcher Tiefe die Leitungen an vorhandenen Wohnhäusern vorbei geführt werden.

 

Eine Bürgerin erkundigt sich, warum die Trasse nach Norderstedt weggefallen sei.

 

Ein weiterer Bürger fragt, wie schnell die elektromagnetische Strahlung pro Meter abnimmt.

 

Ein Bürgerchte wissen, ob alle Kabel unterirdisch oder auch oberirdisch gelegt werden sollen.

 

Ein Bürger fragt nach, warum die Variante 2, die durch Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete und nahe an den Bürgerhäusern vorbei führt, weiter favorisiert wird.

 

 

Herr Persigehl erklärt, dass die DIN 1998 bundesweit die Legeprofile für alle Leitungsträger vorgibt, so dass jeder weiß, wo Leitungen in der Erde liegen. Die Leitungen von Stromnetz Hamburg GmbH liegen ganz unten im Gehweg an der Hauswand.

 

Die elektromagnetischen Felder nehmen exponentiell ab. Die in der Bundesemissionsschutzverordnung vorgegebenen Grenzwerte werden auf Gehweghöhe eingehalten.

 

Herr Kühne erläutert, dass die bevorzugte Variante aufgeteilt wird zwischen Laukamp und Fritz-Schumacher-Allee. Es steht bei dieser Aufteilung noch nicht fest, ob die westliche, östliche oder (bei Wegfall der Laukamp-Variante) beide Seiten der Fritz-Schumacher-Allee gewählt werden.

Die Wahl der Trassenführung durch ein Wohngebiet und nicht durch einen Kleingartenverein zu bauen, wurde getroffen, da ein vernünftiges Arbeiten dort mit Baugeräten nicht möglich ist. In dem Informationstermin am 21./22.10.19 im LaLi wird hierüber näher eingegangen.

 

Ein Bürger kritisiert, dass die Öffentlichkeit nicht über die anstehende Planung informiert worden sei.

 

Frau Lütjens merkt an, dass am 21.10.2019 der nächste Regionalausschuss FOLAG stattfindet, und kritisiert, dass aufgrund der Überschneidung die Regionalausschussteilnehmer nur bedingt teilnehmen können.

 

Auf die Frage einer Bürgerin, ob ein Gutachten für Denkmalschutz aufgrund des Alters der user in der Fritz-Schumacher-Allee und der Wärmentwicklung durch das Leitungssystem erstellt worden sei, erklärt Herr Kühne, dass beides noch in Bearbeitung ist.

 

 

Herr Prott erkundigt sich, warum die Tangstedter Landstraße nicht zu den favorisierten Varianten von Stromnetz Hamburg GmbH gehört.

 

Herr Kühne erklärt, dass es hierfür verschiedene Gründe gebe. Unter anderem sei ein Grund die Länge der Trasse.

 

Frau Schenkewitzchte wissen, was für ein Material für die Ummantelung der Kabel benutzt wird und ob das Kabel den späteren Erddruck aushalten wird.

 

Herr Kühne informiert, dass die Ummantelung mit einem speziellen Kunststoff VB isoliert wird. Die Kabel sind von dem Druck, der in 1,30 Meter Tiefe vorhanden ist, nicht tangiert.

 

Frau Timm fragt nach, welche Auswirkungen die bevorzugte Variante 13 auf die Bewohner und die Straßen habe.

 

Herr Kühne weist auf Verkehrseinschränkungen und erhöhten Bauverkehr und -lärm während der Bauphase hin.

 

Herr Messaoudi drückt sein Interesse dahingehend aus, dass die zum Teil sehr fachkundigen Bürger*innen, die als Gäste erschienen sind, ihre Unterlagen der Gremienbetreuung und damit dem Ausschuss aber auch dem Vorhabenträger zur Verfügung stellen möchten.

Er erkundigt sich nach den Abwägungsgründen zwischen dem offenen und dem Horizontalspülbohrverfahren und bittet um Weitergabe an alle Beteiligten, damit eine bessere Vorbereitung der Fragen möglich ist.

Die Terminlegung für die Informationsveranstaltung auf einen Montag und Dienstag in der Zeit von 11.00 Uhr bis 19.00 Uhr ist aus seiner Sicht sehr unglücklich gewählt. Er bittet um Prüfung, ob hierfür nicht ein Wochenende gewählt werden kann, damit die Möglichkeit der Teilnahme gegeben ist.

Ferner unterstützt er den Vorschlag eines Bürgers, die Synergieeffekte zu nutzen, die durch die bereits geplanten Baumaßnahmen an der Tangstedter Landstraße frei werden und die 110 kV-Trasse dort mit hineinzulegen.

 

Frau Dr. Sellenschlo teilt die Auffassung ihres Vorredners, dass die Baustelle Tangstedter Landstraße verschoben wird und sich für die Trassenführung Nr. 11 entschieden wird. Sie spricht sich gegen eine Trassenführung durch bebautes Gebiet und durch ein Landschaftsschutzgebiet aus. Aus ihrer Sicht bietet sich die Kabelführung durch die Tangstedter Landstraße an, da hier keine Kabel verlegt sind und auch die elektromagnetische Strahlung keine Auswirkung auf die über die Straße fahrenden Fahrzeuge habe.

 

 

Der Ausschuss nimmt zur Kenntnis.