Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Auszug - Flächenentwicklung Gewerbe Rübenkamp/Ecke Hellbrookstraße  

 
 
Sitzung des Regionalausschusses Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg
TOP: Ö 4.2
Gremium: Regionalausschuss Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 29.04.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:28 Anlass: Sitzung
Raum: Barmbek°Basch (Saal 1)
Ort: Wohldorfer Straße 30, 22081 Hamburg
 
Protokoll
Abstimmungsergebnis

Herr Hinckeldeyn stellt die Gewerbefche benkamp/ Ecke Hellbrookstraße vor. Anhand einer Power-Point-Präsentation informiert er über die Grunddaten der Fläche. Die Ausgangslage der Fläche und das Potential für eine weitere Nutzung seien optimal, da dieses Gebiet gut erschlossen und gut sichtbar sei. Er erklärt, dass die Fläche seit 2017 aufgrund von Insolvenz der dort ansässigen Firma leer stehe, jedoch noch einige alte Gebäude umfasse. Der Landesbetrieb für Immobilienmanagement und Grundvermögen habe nach umfassender Prüfung feststellen müssen, dass alle noch bestehenden Gebäude abgerissen werden müssen. Die leerstehende Fläche solle in Zukunft weiterhin gewerblich genutzt werden.

 

In den letzten Monaten habe es einige Vorschläge für eine Nachfolgenutzung der Fläche gegeben.

Das Projekt „Raumwunder“ sei als ein Beispiel anzuführen. Leider sei dies erfolglos geblieben, da auf den vorhandenen Flächen keine Entwicklungsperspektive für die Idee, einen Treffpunkt für Kunst, Nachhaltiges Wirtschaften, Soziales und Sport zu schaffen, zu erkennen sei. Dennoch schätze er das Projekt Raumwunder“ als positiv und unterstützungswürdig ein.

Es wurde zudem überlegt, Einzelhandel anzusiedeln. Dies sei auszuschließen, da die Fläche im Nahversorgungskonzept des Bezirkes von jeglicher Einzelhandelsnutzung  ausgenommen sei.

 

Der LIG habe geplant, bis zur Jahresmitte den Abbruch der Bestandsgebäude zu realisieren. Die derzeitige Überlegung der Senatskommission für Stadtentwicklung und Wohnen für die anschließend leerstehende Fläche Rübenkamp/Ecke Hellbrookstraße sei es,  preisgebundenen Gewerberaum, insbesondere für Betriebe des Handwerkes, ortsnah, gut erreichbar und verkehrsgünstig gelegen, zu schaffen. Das Bezirksamt Hamburg-Nord habe vor, in Absprache und Zusammenarbeit mit der BWVI und der Handwerkskammer, in den nächsten ein bzw. eineinhalb Jahren den Markt intensiv zu testen. Die Zielsetzung sei es, entweder einen großen oder mehrere kleine Gewerbehöfe entstehen zu lassen. Preisgebunden in diesem Zusammenhang bedeute, dass die Preise für den späteren Gewerbemieter im weitesten Sinne leistbar seien. Es solle jedoch keine komplett ausgestattete Gewerbeimmobilie entstehen. Vielmehr handele es sich um einen Rohbau, der durch den jeweiligen Handwerksbetrieb individuell und nach eigenen Bedarfen gestaltet werden könne.

 

Die Ausschreibung, in Form einer Konzeptausschreibung, solle noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Die Hoffnung sei es, das sich insbesondere Bauherrengemeinschaften des Hamburger Handwerkes daran beteiligen und somit eigenständig als Investoren auftreten. Es sei außerdem wünschenswert, dass Handwerksunternehmen auch selber als Bauherren auftreten. Die Grundlage der Konzeptausschreibung liege in den Förderkriterien der Hamburger Wirtschaftsförderung und habe zum Ziel, dass Marktnähe erreicht und Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden.

 

Herr Baumannchte Details bezüglich der Konzeptausschreibung erfahren. Er kritisiere die Beschränkung auf das Handwerk. Es gebe viele andere mittelständige Unternehmen, zum Beispiel mit Aktivitäten im Bereich Fertigung oder Versand, die Räume suchen und für die dieses zentrale Gewerbegebiet interessant sein könne. Er schlägt vor, einen Austausch mit Nachbarkommunen wie Ahrensburg oder Glinde zu realisieren, um Erfahrungswerte einzuholen. 

 

Herr Hinckeldeyn stimmt Herrn Baumann zu und entgegnet, dass es nicht beabsichtigt sei, die Fläche ausschließlich für das Handwerk zu öffnen. Der preisgebundene Ansatz, der zurzeit verfolgt werde, solle lediglich dem Einstieg dienen und eine Zielgruppe unter mehreren ansprechen. Die Fläche sei zu groß, um diese ausschließlich für Handwerksunternehmen zu erschließen.

 

Herr Dickow begrüßt die Ansiedlung von Handwerksbetrieben. Er begrüßt, dass insbesondere das Handwerk gemeint sei und gefördert werden müsse. Wohnortnahes Handwerk sei wichtig für die ansässige Bevölkerung.

 

Frau Wolframm schätze die Eingrenzung auf das Handwerk problematisch ein. Urbane Produktion sei das Stichwort. Sie chte wissen, ob die Ausschreibung, trotz der Wirtschaftsförderungskriterien auch für Betriebe aus anderen Bezirken offenstehe. Sie merkt an, dass die Erfahrung zeige, dass sich die Realisierung bei einer sehr engen inhaltlichen Planung problematisch gestalte. Die Konzeptausschreibung müsse genügend Spielraum bieten. Die Preisbildung sei ein weiterer Aspekt, der ausreichend Berücksichtigung finden müsse. Es müsse eindeutig sein, wer den Preis wie festlege. Ihrer Meinung nach sei es sinnvoll, im Vorwege einen festen Preis festzulegen, damit kleinen Unternehmen, insbesondere Start-Ups, die gleichen Chancen eröffnet werden.

 

Herr Hinckeldeyn antwortet, dass eine Preisbindung aus Erfahrung schwer durchzusetzen sei. Der Landesbetrieb habe deutlich gemacht, dass der Auftrag aus der Senatskommission, günstigen Gewerberaum anzubieten, verfolgt werde. Jedoch sollen keine Zahlen genannt werden. Im Gewerbebau sei eine Preisfestlegung grundsätzlich problematisch. Er betont ein weiteres Mal, dass andere Gewerbezweige nicht ausgeschlossen werden sollen. Der Landesbetrieb dürfe darüber hinaus gemäß der LHO nicht günstiger anbieten als andere private Marktteilnehmer. Er fasst zusammen, dass eine Preissteuerung nicht möglich sei, da es kein rechtskonformes Instrument gebe, um dies durchzusetzen.

 

Herr Badel fragt, wie die Preise bei einer Preisbindung und einem offenen Markt unter Berücksichtigung von Innovation vergeben werden. Einem Start-Up müssten vernünftige Bedingungen geboten werden, um die gleichen Voraussetzungen zu gewährleisten wie bei einem etablierten Unternehmen.

 

Herr Hinckeldeyn gibt an, dass die Preise durch den Landesbetrieb vergeben werden. Das Bezirksamt werde sich nicht in die Preisbindung einschalten. Die einzige Steuerungsmöglichkeit des Landesbetriebes sei es, nicht im Höchstgebotsverfahren vorzugehen, sondern eine Konzeptausschreibung zu realisieren. Die Kommission für Bodenordnung müsse überzeugt werden.

 

Frau Wolframm erkundigt sich, ob einzelne Flächen in der Zwischenzeit für Projekte im Bereich Zwischennutzung zur Verfügung stehen können.

 

Herr Hinckeldeyn bittet Frau Wolframm, ein Beispiel zu nennen.

 

Frau Wolframm erläutert, dass eine Möglichkeit im Außenbereich der Musikwirtschaft, zum Beispiel Proberaumcontainern liege.

 

Herr Hinckeldeyn äert Zweifel, ob der Grundeigentümer sich darauf einlasse. Er werde den Gedanken jedoch mitnehmen und die Idee weiter verfolgen.

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Rübenkamp 41-45 (529 KB)