Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Auszug - Stolpersteine in Hamburg-Nord – Erinnerung wachhalten! Gemeinsamer Antrag von SPD- und GRÜNE-Fraktion  

 
 
Sitzung der Bezirksversammlung
TOP: Ö 6.9
Gremium: Bezirksversammlung Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 11.04.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 21:45 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal
Ort: Robert - Koch - Straße 17, 20249 Hamburg
20-6778 Stolpersteine in Hamburg-Nord – Erinnerung wachhalten!
Gemeinsamer Antrag von SPD- und GRÜNE-Fraktion
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:gemeinsamer Antrag
  Aktenzeichen:123.30-04/0004
Federführend:Interner Service   
 
Protokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Frau Imhof erläutert, auch vor dem Wohnhaus, in dem sie lebt, sind Stolpersteine verlegt. Sie hat sich mit der Geschichte dieser Opfer des Nationalsozialismus beschäftigt. Sie stellt dar, welches Schicksal diese Menschen erlitten haben. Es ist gut und richtig, an diese Schicksale mit Stolpersteinen zu erinnern. Dieses Projekt hat der Kölner Künstler Gunter Demnig 1995 gestartet. Hiermit wird nicht nur an das Sterben dieser Menschen, sondern auch an den Ort ihres Lebens erinnert. Bedauerlicher Weise ist vielfach nicht öffentlich bekannt, wann diese Steine verlegt werden. Es wäre deshalb wünschenswert, die Verlegung dieser Stolpersteine im Bezirk Hamburg-Nord besser bekannt zu machen. Dieses soll über die Regionalausschüsse erfolgen, damit den Menschen die Möglichkeit gegeben wird, über die Verlegung und die Schicksale Kenntnis zu erhalten. Dies ist dringend notwendig in einer Zeit, in der es erneut zu Ausgrenzungen kommt von Menschen mit anderer Kultur und Religion.

 

Frau Wiedemann stellt fest, seit acht Jahren informiert sie sich im Rahmen der Vorbereitung zum Gedenktag am 27. Januar über die Anzahl antisemitischer und fremdenfeindlicher Vorfälle in diesem Land. Jedes Jahr musste sie feststellen, dass diese Zahl wieder gestiegen ist. Seit vielen Jahren wird sich seitens der Bezirksversammlung dafür eingesetzt, die Erinnerung an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft wachzuhalten und damit dazu beizutragen, dass sich dies nicht wiederholt. Auch um zu zeigen, dass für menschenverachtendes und diskriminierendes Verhalten in unserer Gesellschaft kein Platz ist. Stolpersteine können auch dazu beitragen, da sie den Verbrechen einen Namen geben. An unterschiedlichsten Stellen der Stadt wird man dadurch an das Schicksal einzelner Menschen erinnert. Das ist gut und richtig so, um sich mit den Geschehnissen von damals auseinanderzusetzen. Eine Information über die Regionalausschüsse erinnert die Öffentlichkeit auch jenseits von offiziellen Gedenktagen an Verbrechen aus der Nazi-Zeit und trägt hoffentlich dazu bei, aufmerksamer gegenüber Antisemitismus und Diskriminierung zu sein.

 

Herr Schulz schließt sich den Ausführungen von Frau Imhof und Frau Wiedemann an. Er merkt an, dass man über die Regionalausschüsse noch mehr Menschen erreicht und motiviert, sich mit den Geschichten von Opfern aus ihrer direkten Nachbarschaft zu beschäftigen. Er ist sicher, dass dieser Antrag eine breite Zustimmung findet. 


 


Abstimmungsergebnis:

Einstimmig beschlossen