Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Auszug - Magistrale Mundsburger Damm bis Bramfelder Straße hier: Abschlussbericht der Gutachter  

 
 
Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses
TOP: Ö 5.1
Gremium: Stadtentwicklungsausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 01.02.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 19:46 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal
Ort: Robert - Koch - Straße 17, 20249 Hamburg
 
Protokoll
Abstimmungsergebnis

Der Gutachter erklärt, dass seit dem letzten Zwischenbericht im Ausschuss die Entwicklungskonzepter die einzelnen Bereiche geschärft und vertieft worden seien. Er führt aus, dass es sich bei der Magistrale nicht um einen homogenen Stadtraum handele, sondern sie sich in einzelne Abschnitte mit eigenen, ganz spezifischen Prägungen gliedere. Das zusammengefasste, übergeordnete Leitbild laute „Magistrale als Stadtraum für alle“. Bei der Betrachtung seien zwei Szenarien herangezogen worden: 1. Bestandsorientierte Maßnahmenvorschläge (nah an der aktuellen Situation, ohne Leistungseinschränkung für den Verkehr) und 2. Zukunftsweisende Maßnahmenvorschläge (teilweise Leistungseinschränkungen für den Verkehr). Die Konzepte seien allesamt verkehrsplanerisch geprüft worden. Er geht im Folgenden anhand einer Präsentation auf die einzelnen Abschnitte und Szenarien ein.

 

Abschnitt 1 zwischen Alster und Mundsburg „Magistrale als Flaniermeile“

Szenario 1: Ausbau vorhandener Potentiale, u.a. Ausbildung von Raumkanten durch Gebäudeaufstockungen; Ergänzung durch Straßenbäume hin zu einer Allee; Neuordnung der Nebenflächen zugunsten der Fuß- und Radwege + Hausvorzonen

Szenario 2: Fortsetzung der Ansätze aus Szenario 1; Verlagerung der Tankstellen zugunsten von Wohnungsbau und Pocketpark; Neuordnung des Knotens Mundsburg  Ausbildung eines Stadtplatzes mit hoher Aufenthaltsqualität vor Bahnhof/Theater

 

 

Abschnitte 2 4 zwischen Mundsburg und Barmbek Markt unter dem gemeinsamen Leitbild Großstädtischer Boulevard mit neuer Aufenthaltsqualität“

Abschnitt 2 Szenario 1: Erhalt der Hamburger Meile bei Ausbau der östlichen Raumkante; Vorschlag der Gutachter: Verlegung der äeren stadteinwärtsführenden Spur nach innen zu Lasten der Mittelinsel und Verringerung der stadtauswärtsführenden Spuren von 4 auf 3 breitere Hausvorzonen; Umgestaltung des Parkplatzes vor dem U-Bahnhof Hamburger Straße in einen Stadtplatz

Szenario 2: Aufgeben des Mall-Prinzips der Hamburger Meile und Ausbildung von drei Sockelzonen mit neuen Öffnungen zur stadtumlichen Verknüpfung der Stadtteile; Verlagerung der Straße Borstelreihe; Bündelung von Fahrbahnen; Grünverbindung zwischen den neu ausgebildeten Plätzen

 

Abschnitt 3Szenario 1: Stadtreparatur“, d.h. Ausbildung neuer Raumkanten und Straßenbäume, Optimierung des Barmbeker Marktes; Reduzierung der Fahrspuren

Szenario 2: Aufstockungen und Neuplanungen mit dem Ziel der Flächenoptimierung und Raumbildung; Hochpunkte an markanten Stellen

 

 

Abschnitt 4Szenario 1: Verlagerung und Bündelung von Fahrspuren auf der Westseite des Viadukts hochwertiger/nutzbarer Freiraum auf der Ostseite

Szenario 2: Fortsetzung von Szenario 1 mit dem Ziel der Raumbildung und Flächenoptimierung

 

Abschnitt 5 zwischen Barmbeker Markt und Bezirksgrenze „Magistrale trifft Kanal“

Szenario 1: Stärkung der Landschaftsachse Osterbek durch bessere räumliche Führung und Querung; neue Querungsmöglichkeit über die Magistrale; Aufstockung und Neubau als Fassung des Stadtraums; Umbau der Einmündung in die Fuhle

Szenario 2: Fortsetzung von Szenario 1, d.h. der Stadtreparatur und der räumlichen Führung; Auflösung der Mittelinsel zugunsten eines Stadtplatzes

 

Abschnitt 6 oberer Bereich zwischen Barmbeker Markt und Bezirksgrenze „Wohnen und Arbeiten an der Magistrale“

Szenario 1: Stadtreparatur und Flächenoptimierung durch Aufstockung und Neubau; Ausbilden von Raumkanten; großflächiger Einzelhandel; Parkplatzüberbauten

Szenario 2: Fortsetzung von Szenario 1; ckbau der Parallelfahrbahn zugunsten der Nebenflächen im Bereich der Wachtelstraße

 

Frau Ros ist aufgefallen, dass sich die Flaniermeile des 2. Abschnittes auf der sonnenabgewandten Seite befinde.

 

Der Vertreter von argus erklärt, dass die Südseite ausgewählt worden sei, weil dort ein direkter Bezug zum angrenzenden Wohnungsbau bestehe und Spielflächen integriert werden könnten.

 

Herr Werner-Boelz sagt, er hätte sich an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Mut hinsichtlich der Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs gewünscht und fragt nach dem weiteren Ablauf.

 

Herr Boltres antwortet, dass Expertenworkshops stattgefunden hätten, aber keine TÖB-Beteiligung. Am Ende des Prozesses solle ein Beschluss der BV gefasst werden.

 

Herr Dickow fragt, ob mit den Grundeigentümern und dem Betreiber der Hamburger Meile Rücksprache gehalten worden sei, was die Abkehr vom Mall-Prinzip angehe. Im Hinblick auf das Hamburger Wetter könne er sich nicht vorstellen, dass das Konzept funktionieren würde.

 

Herr Boltres antwortet, dass die Verantwortlichen beim ersten Expertenworkshop anwesend gewesen seien, zum zweiten Workshop seien sie nicht erschienen. Er sehe die Angelegenheit nicht so pessimistisch. Würden die Menschen aufgrund der Witterung immer nur in Malls shoppen gehen, würde das Konzept der gesamten Hamburger Innenstadt nicht funktionieren.

 

Herr Dr. Bigdon ergänzt, dass das Landesplanungsamt hinsichtlich der Öffnung von Malls in die Stadtteile schon mit den Verantwortlichen von ECE Gespräche geführt habe.

 

Herr Domres meint, die Malls würden die Menschen wegen ihrer Geschäfte anziehen und nicht weil sie überdacht seien. Er findet das Konzept spannend und sieht darin eine Art Leitfaden, an dem sich Verwaltung und Politik in der Zukunft orientieren können.

 

Herr Schulz fragt, ob mit den unterschiedlichen Grundeigentümer gesprochen worden sei. Er bemängelt, dass sich trotz der aufgezeigten Potenziale der Magistrale nichts an der verkehrlichen Belastung ändernrde.

 

Der Gutachter gibt Herrn Schulz dahingehend Recht, dass der Verkehr auch weiterhin bestehen bleibe. Die Qualität durch Erweiterung und Aufwertung der Nebenflächen würde aber immens verbessert. Der Stadtraum solle zukünftig anders wahrgenommen werden.

 

Frau Voet van Vormizeele sagt, es gebe einigen Optimierungsbedarf, gerade für Fußnger und Radfahrer.

 

Ein Vertreter des Stadtteilrates Barmbek-Süd weist darauf hin, dass mehrere Baumreihen in einer Straßenschlucht Schadstoffkonzentrationen zurückhalten würden und sich jene in den Bereichen sammeln, die von Fußngern und Radfahrer genutzt werden sollen.

 

Herr Boltres verweist auf die Veranstaltung im April. Dort werde das Vorhaben in der gleichen Ausführlichkeit vorgestellt. Bei den Baumreihen sehe er keine Probleme. Bäume würden einen erheblichen Beitrag zur Bindung von Feinstaub leisten.

 

Auf Nachfrage von Herrn Schulz antwortet Herr Boltres, dass die Ergebnisse des Prozesses im Internet veröffentlicht werden. Ein weiteres angeschlossenes Online-Beteiligungsverfahren solle es nicht geben.