Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Auszug - Eingabe von Bürgern zum Bebauungsplanverfahren Ohlsdorf 30  

 
 
Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses
TOP: Ö 4.1
Gremium: Stadtentwicklungsausschuss Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Do, 11.01.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 19:46 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal
Ort: Robert - Koch - Straße 17, 20249 Hamburg
20-5225 Eingabe von Bürgern zum Bebauungsplanverfahren Ohlsdorf 30
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage Bezirksamt
  Aktenzeichen:600.04-06
Federführend:Interner Service   
 
Protokoll
Abstimmungsergebnis

Frau Voet van Vormizeele fragt, ob das Gespräch wirklich so abgelaufen sei, wie im Protokoll der Initiative dargestellt.

 

Herr Messaoudinscht sich Ausführungen zu den weiteren Verfahrensschritten.

 

Herr Domres bestätigt eine Teilnahme an dem Gespräch. Für ihn sei es selbstverständlich, dass sich die Verantwortlichen an den Bürgervertrag halten, aber zunächst sollte das Wettbewerbsverfahren abgewartet werden.

 

Ein Bürger überreicht dem Vorsitzenden eine Liste mit 251 Unterschriften, auf der sich Anwohner für eine maximale Anzahl von 60 Wohneinheiten auf der Fläche ausgesprochen hätten.

 

Einer der Petenten äert sich erstaunt darüber, dass einer der Architektenentwürfe mit über 120 Wohneinheiten weitergekommen sei.

 

Eine Bürgerin erklärt, die Anwohner seien enttäuscht von der Bezirkspolitik, die sich nicht an den Bürgervertrag halte.

 

Ein Bürgerlt die Aussagen von Herrn Domres aus der September-Sitzung für eine Irreführung, die letztlich zu einer exzessiveren Planung geführt habe als ursprünglich im Bürgervertrag festgelegt. Er fragt, was unternommen würde, um die fehlgeleiteten Entwicklungen zu korrigieren.

 

Herr Domres betrachtet die Entwicklungen nicht als fehlgeleitet. Es handele sich um ein Grundstück mit einer Größe von 1,7 ha in guter städtischer Lage. Die Initiative hätte selbst eingeräumt, dass zwei Vollgeschosse plus Staffel ein angemessenes Maßr eine Bebauung wären.

 

Ein Bürger sagt, gemäß einer Berechnung läge eine ortstypische Bebauung bei 44 Wohneinheiten, eine Erhöhung auf maximal 60 Wohneinheiten wäre für die Initiative vertretbar.

 

Ein Bürger sieht einen Widerspruch darin, wenn einerseits die Belange des Bürgervertrages in dem Bebauungsplanverfahren umgesetzt werden sollen und andererseits im Herbst die Entscheidung gefällt worden sei, den Anteil des geförderten Wohnungsbaus auf 60 % zu erhöhen.

 

Der Vorsitzende weist darauf hin, dass der Beschluss gefällt worden sei, mindestens 30 % geförderten Wohnungsbau vorzusehen und diesen Anteil gegebenenfalls auf bis zu 60 % zu erhöhen.

 

Herr Werner-Boelz ergänzt, dass jener Beschluss einstimmig im Ausschuss gefasst worden sei.

 

Herr Schulz fragt sich, wie es sein könne, dass eine Initiative, die es sich zunächst zum Ziel gesetzt habe, die Flüchtlingsunterkünfte klein zu halten und zu befristen, nun so eine baurechtliche Bindung konstruiere. Bei allen Bauvorhaben wäre zunächst immer der Drittelmix vorgesehen. Dass dies nun durch einen Vertrag ausgeschlossen werden solle, der sich eigentlich auf die Flüchtlingsunterkünfte beziehe, verstehe er nicht.

 

Herr Domres stimmt den Ausführungen von Herrn Schulz zu.

Laut Bürgervertrag liege die Planungshoheit beim Bezirk und dem Stadtentwicklungsausschuss.

 

Frau Voet van Vormizeele sagt, der Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses über einen Anteil von gefördertem Wohnungsbau zwischen 30 und 60 % sei in der Form nicht unüblich. In anderen Fällen hätte sich der Ausschuss auch schon für einen Anteil von 60 % geförderten Wohnungsbau ausgesprochen. Ihre Fraktion wolle eine Lösung im Sinne des Bürgervertrages anstreben. Sie geht davon aus, dass sich eine verträgliche Wohnungsanzahl finden lasse. Die Anzahl von 60 Wohneinheiten könne dabei aber nur einen Richtwert darstellen. Alle sollten ein Interesse daran haben, etwas Schönes im Stadtteil zu realisieren.

 

Ein Bürger beharrt auf die im Bürgervertrag festgeschriebenen Maßgaben:

  1. 44 Wohneinheiten, wenn man sich an Ohlsdorf 12 orientiere, 60 wären noch ok
  2. Art und Stil sollen an das Neubaugebiet angepasst werden
  3. familiären, gartenbezogenen Charakter
  4. abfallende Geschosshöhe zum Friedhof hin
  5. Berücksichtigung der Verkehrsentwicklung

 

Frau Ernsing merkt an, dass die Verwaltung versucht habe, die Berechnung der Initiative von 44 Wohneinheiten nachzuvollziehen. Nach der vorliegenden Berechnung, die sich auf ein anderes Projekt beziehe, hätten die Wohnungen allerdings eine Größe von 200 m². Dabei wären von 75 m² im Erdgeschoss, 75 m² im ersten Obergeschoss und 50 m² im Staffelgeschoss auszugehen. Ausschlaggebend sollte anstelle einer konkreten Anzahl an Wohneinheiten lieber die Dichte sein, die auf dem Grundstück unter städtebaulichen Gesichtspunkten vertretbar wäre. In der Auslobung selbst fänden sich keine Widersprüche zu dem Ergebnis des Clearing-Gespräches wieder. Die von der Initiative aufgezeigte Berechnung könne nicht die Grundlage für die Entscheidung des Preisgerichtes bilden.

 

Ein Bürger weist darauf hin, dass die Berechnung von einem pensionierten Baudezernenten stamme.

 

Zweirger bemängeln, dass die Architekten teilweise von Jurymitgliedern dazu ermuntert worden seien, mehr Baumasse auf dem Grundstück unterzubringen und ein Architekt einen Entwurf mit 139 Wohneinheiten eingebracht habe.

 

Herr Boltres klärt darüber auf, dass die Wohnungen jenes Architektenentwurfes eine durchschnittliche Größe von 60 m² aufweisen würden.

 

Der Vorsitzende fasst zusammen, dass heute lediglich die Eingabe behandelt worden sei und kein Beschluss über eine endgültige Wohnungsanzahl gefällt werde. Das Verfahren befinde sich noch am Anfang.


Abstimmungsergebnis:

Der Ausschuss nimmt Kenntnis.