Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Auszug - Bebauungsplanentwurf Uhlenhorst 1 (Schenkendorfstraße) hier: 2. Auswertung der öffentlichen Plandiskussion  

 
 
Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses
TOP: Ö 5.1
Gremium: Stadtentwicklungsausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 11.01.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 19:46 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal
Ort: Robert - Koch - Straße 17, 20249 Hamburg
 
Protokoll
Abstimmungsergebnis

Herr Boltres erklärt einleitend, dass es zuletzt der Wunsch des Ausschusses gewesen sei, das Verschattungsgutachten zu überarbeiten und darzustellen, welche baulichen Veränderungen notwendig wären, um die Besonnungssituation am 17. Januar für zwei Wohnungen zu verbessern.

 

Herr Evers (Büro Evers & Küssner)hrt aus, dass gemäß Verschattungsgutachten am Stichtag des 17. Januar zwei Wohnungen der Schenkendorfstraße 28 nicht DIN-konform besonnt würden. Trotz dieser partiellen Unterschreitung herrsche eine relativ gute Besonnung für diese innerstädtische Lage vor. Am 20. März würde immerhin der 2 h-Wert des OVG Berlin flächendeckend eingehalten. Der Gutachter habe sich nun mit der Frage beschäftigt, was unternommen werden könnte, um die Besonnung auch zum Stichtag des 17. Januar zu gewährleisten und dafür verschiedene Varianten überprüft:

- aktuelle Planung ohne Staffelgeschoss

- Reduzierung um 2 m (mit und ohne Staffelgeschoss)

- Reduzierung um 10 m (mit und ohne Staffelgeschoss)

- Reduzierung um 19 m (mit und ohne Staffelgeschoss)

 

Bei der detaillierten Auswertung habe sich gezeigt, dass sich das Staffelgeschoss kaum auf die Besonnungssituation der Nachbargebäude auswirke und sich konkrete Effekte nur mit einer Reduzierung bzw. Einkürzung des Baukörpers erreichen ließen. Der Baumbestand führe im Januar nicht zu einer Verschattung, da beide Bäume dann unbelaubt seien. Eine Reduzierung des Baukörpers um 2 m hätte keinerlei Effekt auf die DIN-konforme Besonnung der zwei Wohneinheiten in der Schenkendorfstraße 28 und selbst bei einer Reduzierung um 10 m würde nur eine DIN-konforme Besonnung im 1. OG erreicht, aber nicht im Erdgeschoss. Erst bei einer Einkürzung um 19 m ließe sich eine DIN-konforme Besonnung aller Wohneinheiten erzielen, dies bedeute aber im Umkehrschluss, dass fast 50 % des Bauvolumens reduziert werden müsste, um zwei Wohnungen ausreichend zu besonnen. Die Abwägung in dieser Angelegenheit sei dann die Aufgabe des Ausschusses.

 

Frau Voet van Vormizeele regt an, im Ausschuss einen Beschluss mit den folgenden Forderungen auf den Weg zu bringen:

-          Neubau mit einer hellen Fassade versehen

-          lichtdurchlässige Attika und

-          der Investor solle den von der Verschattung betroffenen Mietern ein alternatives Mietangebot unterbreiten.

Unter diesen Voraussetzungen würde sich ihre Fraktion für eine Weiterbehandlung des Bebauungsplanverfahrens aussprechen.

 

Herr Domres bedankt sich für das ergänzte Gutachten. Die von Frau Voet van Vormizeele aufgezählten Forderungen seien Bestandteil der Beratungen unter den Fraktionen und stellen einen guten Kompromiss dar.

 

Herr Kroll fragt, ob alle neuen Wohnungen DIN-konform besonnt würden und ob geprüft worden sei, in den Schattenbereich des Gebäudes hinein zu bauen anstelle den Baukörper einfach in der Mitte zu kappen.

 

Herr Evers antwortet, dass der Winkel durchaus genutzt werden könnte, um dort Wohnungen zu bauen - in einer Art Termitenbau. Dabei wäre allerdings die Frage nach der architektonischen und städtebaulichen Sinnhaftigkeit zu klären. Die Besonnungssituation der Neubauwohnungen sei nicht Bestandteil des Prüfauftrages gewesen. Hierfür müssten zunächst auch die Grundrisse der Wohnungen bekannt seien.

 

Herr Nauvertat schließt sich den Ausführungen von Herrn Domres und Frau Voet van Vormizeele an. Bei einer Reduzierung würden unnötig viele Wohnungen wegfallen.

 

Ein Bürger setzt eine Reduzierung des Gesamtbaukörpers mit der Verschattung von zwei Wohnungen am 17. Januar ins Verhältnis.

 

Der Investor erklärt hierzu, dass 28 Wohneinheiten zugunsten einer besseren Besonnung der Schenkendorfstraße 28 entfallen müssten. Ein Termitenbau wäre in etwa mit einer Reduzierung des Baukörpers um 10 m vergleichbar. Irgendwann sei ein Entwurf wirtschaftlich nicht mehr tragbar.

 

Ein Bürger befürwortet die Forderungen des Ausschusses. Die Bestandsgebäude an sich würden für Verschattungen sorgen, sodass der Neubau nur wenig Einfluss auf den Schattenwurf nehmen werde.

 

Der Investor zeigt ein Muster für die mögliche Fassade.

 

Herr Evershrt aus, dass die angewandte DIN-Norm demnächst außer Kraft treten und der 17. Januar gemäß neuer DIN-Norm dann gar nicht mehr als Bewertungsmaßstab fungieren werde. Die neue Norm ziele stattdessen auf die Tag- und Nachtgleiche ab und fordere dabei eine minimale Besonnungdauer von 1,5 h. Die neue DIN würde bei diesem Vorhaben eingehalten.

 

Ein Bürger bittet darum, zügig mit dem Verfahren voranzuschreiten, da Existenzen davon betroffen seien.


Abstimmungsergebnis:

Der Ausschuss nimmt Kenntnis.