Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Auszug - Bebauungsplan-Entwurf Uhlenhorst 1 (Schenkendorfstraße) hier: Zweite Auswertung der Öffentlichen Plandiskussion  

 
 
Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses
TOP: Ö 5.1
Gremium: Stadtentwicklungsausschuss Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Do, 07.12.2017 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 19:13 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal
Ort: Robert - Koch - Straße 17, 20249 Hamburg
20-5094 Bebauungsplan-Entwurf Uhlenhorst 1 (Schenkendorfstraße)
hier: Zweite Auswertung der Öffentlichen Plandiskussion
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage Bezirksamt
  Aktenzeichen:600.04-06
Federführend:Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung   
 
Protokoll
Abstimmungsergebnis

Der Gutachter erklärt, dass die bestehende Blockrandbebauung und das Neubauvorhaben im Innenhofbereich Bestandteile des Verschattungsgutachtens gewesen seien. Zunächst sei ein 3D-Modell erstellt und an den Fensterreihen der Bestandsgebäude Beobachtungspunkte installiert worden, um eine minutengenaue Auswertung der jeweiligen Besonnungsdauer zu erhalten. Die Bäume seien bei der Erstellung des Gutachtens nicht mit einbezogen worden. Die Bewertungsgrundlage habe die DIN-Norm 5034-1 gebildet, wonach die Besonnungsdauer in den Wintermonaten bzw. am Stichtag 17. Januar mindestens eine Stunde betragen sollte und am Stichtag 20. März mindestens vier Stunden. Nach geltender Rechtsprechung des OVG Berlin wären aber auch zwei Stunden Besonnung in innerstädtischen Lagen ausreichend. Er stellt im Folgenden die Besonnungssituationen am 17. Januar und 20. März vor und vergleicht dabei die Bestandsvariante mit der Entwurfsvariante. Bei der Entwurfsvariante ändere sich am 17. Januar für die Besonnung der Hebbelstraße nichts. Entlang der Schenkendorfstraße und des Winterhuder Weges würden sich deutliche Abnahmen feststellen lassen. An der Schenkendorfstraße 28 würden zwei Wohneinheiten nicht DIN-konform besonnt. Für die vorliegende innerstädtische Situation könne aber noch von einer guten Besonnung gesprochen werden. Am 20. März würde zumindest der Wert von zwei Stunden bei allen Wohneinheiten eingehalten, sodass auch hier von einer ausreichenden Besonnung ausgegangen werden könne.

 

Auf die Nachfrage eines Bürgers antwortet der Gutachter, dass ihm für das Gutachten nur die bereits umgeplante Variante vorgelegen habe.

 

Herr Boltres bestätigt dies. Es handele sich um die reduzierte Fassung mit vier Vollgeschossen.

 

Herr Buchmann wundert sich darüber, dass die Rechtsprechung eines OVG Berlin in Hamburg Anwendung finde.

 

Der Gutachter sagt, dieser Maßstab hätte sich in der Fachwelt als ausreichende Besonnung am 20. März durchgesetzt. Ab 2019 werde eine neue europäische DIN-Norm ohnehin eine zweistündige Besonnung als ausreichend festschreiben.

 

Herr Boltres klärt darüber auf, dass DIN-Normen keine Gesetze im juristischen Sinne seien, sondern ein technisches Regelwerk.

 

Herr Nauvertat fragt, ob geprüft worden sei, welche Maßnahmen am Entwurf notwendig wären, um die Besonnung in einigen Wohnungen doch zu gewährleisten, wie beispielsweise in der Schenkendorfstraße 28.

 

Der Gutachter antwortet, dies sei nicht betrachtet worden.

 

Herr Nauvertat bittet darum, diese Informationen nachzuliefern.

 

Ein Bürger spricht sich ebenfalls dafür aus, weitere Alternativen in Betracht zu ziehen.

 

Herr Boltreschte davon abraten, Veränderungen am Baukörper vorzunehmen, um die Verschattung zu verringern. Die vorliegende Planung sei mit einer Vielzahl anderer innerstädtischer Bebauungssituationen vergleichbar. Letztlich würde der vorhandene Baumbestand schon für einen Großteil der Verschattungen verantwortlich sein.

 

Herr Dickow unterstützt die Nachfrage von Herrn Nauvertat. Es wäre für die Abwägung interessant zu wissen, was getan werden könnte, um eine Verbesserung herbeizuführen.

 

Frau Voet van Vormizeele schließt sich ihren Vorrednern an. Eine Veränderung des Baurpers könnte eventuell zu einer Verbesserung beitragen.

 

Der Gutachter sagt, dass der Baumbestand durchaus darstellbar wäre, aber selten davon Gebrauch gemacht würde, da Bäume auch gefällt werden können. Soweit er sich erinnere, würden vor der Schenkendorfstraße 28 größere Bäume stehen.

 

Herr Dr. Bigdon ergänzt, dass die Baumschutzverordnung in jedem Fall gelte und aus Gründen der Verschattung keine Bäume gefällt werden dürfen.

 

Ein Bürger findet, der Großteil der Verschattung gehe von den Bestandsgebäuden selbst und besonders vom vorhandenen Baumbestand aus. Die Innenhofbebauung wirke sich nicht extrem auf die Verschattung aus.

 

Herr Werner-Boelz denkt, der Ausschuss sollte gründlich abwägen und Alternativen mit einbeziehen. Er bittet darum, dem Ausschuss eine alternative Planungsvariante vorzulegen.