Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Auszug - Alsterkrugchaussee – Tempo 50 ist laut genug!   

 
 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel
TOP: Ö 5.5
Gremium: Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Mo, 05.12.2016 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:05 - 21:49 Anlass: Sitzung
20-3687 Alsterkrugchaussee – Tempo 50 ist laut genug!
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:gemeinsamer Antrag
  Aktenzeichen:123.70-24
Federführend:Interner Service   
 
Protokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Da der Vorsitzende sich parteipolitisch zu den Anträgen äern möchte, bittet er Frau Rosr die Tagesordnungspunkte 5.5 und 5.5.1, die gemeinsam behandelt werden, den Vorsitz zu übernehmen.

 

Herr Schmidt erklärt den Antrag und begründet diesen mit dem Überschreiten von gesundheitsschädlichen Grenzwerten.

 

Herr Lewin erinnert daran, dass die Höchstgeschwindigkeit der Alsterkrugchaussee unter der CDU-Koalition mit der Schill-Partei hochgesetzt worden sei. Jedoch besagten Statistiken, dass in einer städtischen Situation unabhängig vom Verkehrsaufkommen bei ca. 45 km/h ein optimaler Durchfluss des Straßenverkehrs anzunehmen sei. Auch wenn mit der Senkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h auf 50 km/h der Lärmpegel lediglich um 2 dB(A) vermindere und die Menschen dieses scheinbar kaum wahrnehmen würden,so verdeutliche eine Umrechnung das Außmaß der Lärmimmssionen, denn eine Erhöhung um 3 dB(A) entspräche einer Verdoppelung der Verkehrsmenge.

 

Eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit zur Lärmsenkung mache somit Sinn. In Berlin sei auf vielen innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen sogar ein nächtliches Tempolimit von 30 km/h vorgeschrieben.

 

Herr Debus erläutert, dass dem Antrag auf Geschwindigkeitsreduzierung jegliche wissenschaftliche Grundlage fehle. Die Verwaltung soll 2014 selbst bestätigt haben, dass eine Geschwindigkeitsreduzierung in der Alsterkrugchaussee um 10 km/h auf dann 50 km/h keine Auswirkung auf die Lärmimmission hätte.

 

Durch technischen Fortschritt rden Verkehrsgeräusche heutiger moderner Autos nicht in erster Linie auf die Geschwindigkeit zurückzuführen sein. Die Verteilung der Geräuschquellen, die Autolärm verursachten, setzten sich folgendermaßen zusammen:

 

  • 15 % Gaswechsel
  • 35 % Reifen
  • 50 % Antrieb

 

Bei Drosselung der Geschwindigkeit von 60 km/h auf 50 km/h könne es zum hochtourigen Motorlauf kommen. Moderne, größer übersetzte Autos, würden schneller hochgeschaltet, so dass die Motoren untertourig liefen, so dass zusätzlicher Lärm vermieden würde.

 

Eine Lärmreduzierung sollte durch Konzentration auf offenkundige Faktoren erreicht werden. Hierzu nennt er den Fluglärm von Airbus, dessen Einflugschneise zur Betriebslandebahn in Finkenwerder sich im Bereich der Alsterkrugchaussee befinde.

 

Herr Lindenberg bezeichnet die Pläne zur Geschwindigkeitsreduzierung als reinen Aktionismus, da die Breite der Alsterkrugchaussee mit den angrenzenden Straßenbäumen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h zulasse, ohne dass Anwohner überproportional belastet würden.

 

Herr Adolphi erwähnt, dass es kaum Verkehrsunfälle auf der Alsterkrugchaussee gebe, so dass er der CDU-Fraktion und der FDP-Gruppe beipflichtet.

 

Herr Messaoudi sagt, dass er es als ein falsches Signal sehe, von der allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzung innerorts abzuweichen. Verkehre innerhalb der Stadt sollten vielmehr zukunftsträchtig abgewickelt werden, so dass insbesondere der Radverkehrsanteil erhöht werden sollte.

 

Herr Schmidt teilt mit, dass zur erwähnten Verkehrslärmbelastung, bei der er sich auf Berechnungen und nicht auf Messungen stütze, zusätzlich der Fluglärm zu Belastungen führe. Beide Lärmquellen zusammen könnten zur Verstärkung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und zu psychischen Erkrankungen beitragen, so dass eine Geschwindigkeitsreduzierung für den Straßenverkehr einen kleinen Beitrag zum Gesundheitsschutz für Anwohner leiste.

 

Herr Debus bestreitet keineswegs das hohe Verkehrsaufkommen und dass wegen des Verkehrsaufkommens nicht durchweg 60 km/h gefahren werden könne. Er meint, dass bereits heute zu beobachten sei, dass sich bei Stoßzeiten mit Rückstaus der Verkehr in die Wohnstraßen verlagere, wodurch sich die Geräuschbelastung in den Wohngebieten erhöhe. Diesen Effekt sehe er bei einer Reduzierung der zugelassenen Höchstgeschwinigkeit zunehmen.

 

Herr Lewin kritisiert die Argumentation von Herrn Debus, da ja, wie Herr Debus selbst erklärt, in den Stoßzeiten bereits heute tatsächlich nicht üblicherweise 60 km/h gefahren werden könne, so dass ein verstärktes Ausweichen auf Nebenstrecken bei der zur Abstimmung stehenden Geschwindigkeitsreduzierung nicht zu erwarten sei, denn die Temporeduzierung von 60 km/h auf 50 km/h habe keine Auswirkung auf die Stoßzeiten, wo schon heute sich die Autofahrer Ausweichstrecken suchen.

 

Als positives Beispiel nennt er die B73 (Harburg), wo die zulässige Höchstgeschwindigkeit vor einiger Zeit bereits auf 50 km/h reduziert worden sei. Der Verkehrsfluss auf der dortigen Ausfallstraße habe sich mit dieser Maßnahme sogar verbessert. Bei der Alsterkrugchaussee dagegen handle es sich im Vergleich zur B73 ebenfalls um eine innerstädtische Straße, so dass man die Symbolwirkung einer einheitlichen Geschwindigkeitsbegrenzung nicht vernachlässigen sollte.

 

Frau Lütjens beantragt das Ende der Rednerliste nach Frau Busolds Redebeitrag.

 

Der Antrag wird einstimmig beschlossen.

 

Frau Busold bekräftigt das Argument, dass sich Verkehr bei hohem Verkehrsaufkommen von der Alsterkrugchaussee auf die Nebenstraßen verteile, so dass sie den Antrag auf Geschwindigkeitsreduzierung nicht nachvollziehen könne.

 

Am Schluss der Behandlung der beiden Tagesordnungspunkte wird der Vorsitz von Frau Ros an Herrn Lewin zurück übergeben.

 

 

 

 

 


Petitum/Beschluss:

 

Das Vorsitzende Mitglied setzt sich bei der zuständigen Fachbehörde dafür ein, zum Schutz der Gesundheit der Anwohnerinnen und Anwohner der Alsterkrugchaussee die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf dieser Straße wieder auf maximal 50 km/h festzulegen.

 

Für die SPD-FraktionFür die GRÜNE Fraktion

Thomas KegatCarmen Wilckens

Jörg W. LewinThorsten Schmidt

 

 

 


Abstimmungsergebnis:

Mehrheitlich beschlossen

 

r-Stimmen

: SPD, Grüne, DIE LINKE

Gegenstimmen

: CDU

Stimmenthaltungen

: