Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Auszug - „Langenhorner Chaussee nördlich Stockflethweg“ Präsentation des LSBG  

 
 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel
TOP: Ö 4.1
Gremium: Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 05.12.2016 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:05 - 21:49 Anlass: Sitzung
 
Protokoll

  • Präsentation

 

Frau Haldenwanger vom LSBG und Herr Kühner vom Ingenieurbüro HPC präsentieren die Baupläne zur Umgestaltung der Langenhorner Chaussee, nördlich des Stockflethweges.

 

Frau Haldenwanger erklärt, dass die Erstverschickung der Pläne bereits 2015 erfolgt sei und die bisherigen Pläne im April 2016 im hiesigen Ausschuss vorgestellt worden seien. Die seinerzeit erwähnten Verbesserungsvorschläge seien aufgegriffen worden. Daraus entwickelte Planung würde nun vorgestellt.

 

Herr Kühner erläutert, dass der Planungsabschnitt zwischen Schmuggelstieg und Landesgrenze eine Gesamtlänge vom ca. 150 m habe.

 

Dem Baumerhalt sei besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden. Durch ein Baumgutachten sei ermittelt worden, welche Fahrbahnbreite r den Verkehr genutzt werden könnte, um möglichst viele Bäume zu erhalten.

 

Von 3 Flurstücken auf der Ostseite tte lediglich die im B-Plan festgesetzte Verkehrsfläche von einem Grundstück erworben werdennnen. Dies habe Auswirkungen auf die Organisation der Fahrbahn.

 

Die Fahrbahn teile sich in 3 Richtungsfahrstreifen für den motorisierten Verkehr. Aus nördlicher Richtung kämen stadteinwärts zwei Fahrstreifen, r die eine Verflechtungsstrecke erforderlich sei.

 

Im südlichen Bereich seien 2 Lichtsignalanlagen in der Planung zu beachten, eine Fußngerlichtsignalanlage (FLSA) am Schmuggelstieg und eine am Knoten Stockflethweg, wofür zwei Aufstellbereiche auf zwei Fahrstreifen angelegt werden müssten.

 

In nördliche Richtung sei eine Verziehungsstrecke hinter der FLSA Schmuggelstieg aus verkehrssichernden Gründen vorgesehen. Aus diesem Grund seien die beiden südlichsten Bäume auf der Ostseite der Straße nicht zu erhalten.

 

Die Radverkehrsführung in südliche Richtung erfolgt auf dem vorhandenen Radweg und wird durchgeführt bis zur Ableitung auf den bereits hergestellten Radfahrstreifen.

 

Der Radfahrstreifen in nördliche Richtung werde vor dem Ende des Verziehungsstreifens auf einen Radweg in der Nebenfche aufgeleitet.

 

 

 

  • Fragerunde

 

Ein Bürger zieht eine Parallele zum bereits realisierten Rückbau der Alsterkrugchaussee im Bereich Fuhlsbüttel, wo durch Umbaumaßnahmen der Fahrbahn eine unechte 4-Spurigkeit in eine echte 2-Spurigkeit zurückgebaut werden konnte bei gleichzeitigem Ausbau der Radverkehrsführung. Er möchte wissen, warum dieses Vorgehen nicht auch an dieser Stelle umgesetzt werden könne.

 

Frau Haldenwangerhrt dies auf den Kfz-Verkehr zurück, der aus Norden durch den Tunnel komme und sich mit dem Verkehr des Kreisels (auch Schwerlastverkehr) verflechten müsse. Von der Zweistreifigkeit auf Norderstedter Seite könne es keine unmittelbare Verflechtung des Verkehrs auf einen Fahrstreifen geben, so dass eine Verziehungslänge erforderlich sei. Gerade bei hohem Verkehrsaufkommen in Spitzenstunden komme es auf eine entsprechende Länge der Verziehungsstreifen an, die von der Verkehrsdirektion vorgeschrieben seien.

 

Herr Lehmann teilt mit, dass die CDU-Fraktion die jetzt vorgestellten Planungen des LSGB gutheiße.

 

Auf die Frage, wie viele Parkplätze geschaffen würden, entgegnet Herr Kühner, dass auf der Ostseite unter Berücksichtigung der geplanten Ladezone 11 Stellplätze entfallen würden. Frau Haldenwanger ergänzt, dass Regelungen gefunden werden könnten, um die Ladezone zeitlich befristet zum Parken freizugeben.

 

Herr Adolphi meint, dass die Verkehrsplanung in der Größenordnung sinnvoll sei, wenngleich er sich einen weiteren Fahrstreifen vorstellen könne.

 

Der Vorsitzende macht die Anmerkung, dass die Flurstücke der Nebenflächen bereits im alten B-Plan als Verkehrsflächen ausgewiesen waren und der Grunderwerb bereits lange vor dem geplanten Ausbau des Teilstücks der Langenhorner Chaussee hätte vorgenommen werden können, was den Druck hätte vermeiden können, der nun die Planung erschwere.

 

Frau Wilckens lobt, dass der LSBG sich bemüht habe, möglichst viele Bäume zu erhalten und den Radverkehr auf die Fahrbahn zu bringen. Dennoch werde der motorisierte Verkehr gegenüber dem nicht motorisierten Verkehr aus Sicht der Gnen-Fraktion privilegiert, was jedoch auch dem groß angelegten Kreisel auf Norderstedter Seite geschuldet sei.

 

Sie macht den Vorschlag, den Verziehungsstreifen in nördliche Richtung bereits ab dem Stockflethweg zu bauen, um die 2 Bäume im südlichen Planungsbereich erhalten zu können.

 

Frau Haldenwanger entgegnet, dass die Fußngersignalanlage auf Höhe Schmuggelstieg dies nicht zulasse, da auch hier eine Aufstellung auf zwei Fahrstreifen erforderlich sei. Es ginge ausschließlich, wenn diese Ampel aufgegeben werden würde, was jedoch nicht gewünscht sei.

 

Frau Fromm (LSBG) ergänzt, dass die Anordnung und Länge des Verflechtungsstreifens es erforderlich mache, dass die angesprochenen Bäume gefällt werden müssten. Auch für die Anordnung des Bordes für den Fußngerbereich seien die Bäume im Weg und könnten nicht erhalten werden, zumal zu bedenken sei, dass das angrenzende Flurstück im Gehwegbereich nicht hätte erworben werden können. Eine Enteignung des für die Verkehrsflächenplanung dienlichen Teilgrundstückes würde wegen derglichen und nun vorgestellten Alternativplanung nicht in Frage kommen.

 

Ersatzpflanzungenr die zu fällenden Straßenbäumerden im Stammumfang 16/18 cm gepflanzt. Die beiden Ersatzbäume im südlichen Teil des Planungsbereiches seien wegen der Nähe zu Gebäuden kleinkroniger als die Ersatzpflanzung im nördlichen Abschnitt.

 

Frau Lütjens fragt, welche Baumart gewählt werde und wann die Pflanzung vorgenommen werde.

 

Protokollnotiz

 

Auf der Ostseite sind insgesamt 3 Neupflanzungen (Linden) vorgesehen: An der Fahrbahn wird die Baumart Tilia cordata ‚Greenspire und zurückgesetzt zweimal die schlankere Sorte Tilia cordata ‚Rancho vorgesehen.

 

 

Nach der Bauzeit gefragt, erwidert Frau Haldenwanger, dass nach Arbeiten am Leitungsbestand (Strom, Wasser, Telekom) glichst im Sommer 2017 mit den Straßenbauarbeiten begonnen werden soll.

 

Herr Messaoudi erwähnt, dass die Fraktion DIE LINKE das Bürgerbegehren übernommen hätte und für eine Einspurigkeit eingetreten sei. Die Pläne zur Einspurigkeit der gesamten Langenhorner Chaussee sieht er durch die nun präsentierten Pläne konterkariert, zumal andere Umgehungsstraßen gebaut worden seien.

 

Herr Kegat kritisiert, die abschnittsweise Planung, angefangen mit dem Teilabschnitt um das Autohaus Wichert und nun fortgeführt mit dem nördlich angrenzenden Abschnitt bis zur Landesgrenze.

 

Darüber hinaus fragt er, ob die Fußngerampel am Schmuggelstieg nach Norden versetzt werden könnte, um den Verziehungsstreifen für den nach Norden laufenden Verkehr früher beginnen zu lassen, so dass die beiden zuvor angesprochenen Bäume doch gerettet werden könnten. 

 

Frau Haldenwanger entgegnet, dass die langjährigen und letztlich erfolglosen Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern mit dem Ziel des Grunderwerbs der Verkehrsflächen einer Gesamtplanung entgegengestanden hätten.

 

Frau Fromm erklärt zudem, dass der bestehende Wochenmarkt im Schmuggelstieg und die künftig geschäftsgewerblich zu entwickelnde Ostseite der Langenhorner Chaussee eine Fußngerquerung erforderlich mache. Zudem müssten für eine Ampelinstallation andere Bäume gefällt werden.

 

Frau Haldenwanger sagt, dass mit Verschieben der Ampel auch der Verziehungsstreifen verschoben würde. In dem Fall würden andere Bäume gefällt werden müssen, so dass sie diese Variante nicht favorisieren würde.

 

Frau Fromm erläutert, dass die Hamburger Autofahrer im Verkehr schlecht verflechten würden, was bei der Planung zu berücksichtigen sei. Außerdem betont sie, dass der Verkehrsfluss einer Straße abhängig davon sei, wie viele Autos vor einer Ampel nach dem Halten gleichzeitig losfahren könnten.

 

Sie resümiert, dass die stadteinwärts verlaufenden Fahrstreifen eine Breite von jeweils 3,25 m hätten, was dem Schwerlastverkehr geschuldet sei. Um den Verkehr zu bremsen, könnte der linke Fahrstreifen im südlichen Bereich schon etwas früher als gepant auf 3,00 m verschmälert werden, so dass allein schon mit der optischen Maßnahme eine Geschwindigkeitsreduzierung herbeigeführt werden könnte. Die Planung würde daraufhin überabeitet werden.

 

Frau Lütjens bittet darum, dass mit ausreichendem Abstand vor einer Fahrbahnverengung entsprechende Verkehrsschilder aufgestellt werden sollten.

 

Herr Schmidthrt aus, dass ihm 2 gliche zunftige Unfallschwerpunkte auffallen würden. An der Abzweigung zur Straße „Am Ochsenzoll“ sieht er eine besondere Gefahrensituation für Radfahrer auf dem Hochbordradweg, da der Radweg hinter einem Baum verlaufe und zudem ein Stellplatz die Sicht des abbiegenden motorisierten Verkehrs auf Radfahrer erschwere, so dass typische Rechtsabbiegeunfälle befürchtet werden. Auch Grundstückseinfahrten bergen nach seinen Worten eine ähnliche Gefahr, wenn Radverkehr auf Hochbordradwegen hinter Bäumen geführt würde.

 

Er kritisiert, dass bei schnellerer Planungsumsetzung eine andere Fahrbahnlösung hätte erreicht werden können, die Planung nun aber diktiert würde vom schneller realisierten Kreisel auf Norderstedter Seite.

 

Zudem möchte er wissen, auf welcher Länge der Gehweg an der Stelle, an der der Grunderwerb nicht hätte realisiert werden können, untermaßig sei.

 

Frau Haldenwanger antwortet, dass der Gehweg auf einer Länge von ca. 5 m untermaßig sei, was jedoch so lange nicht auffalle, wie der Grundstückseigentümer dort keinen Zaun ziehe.

 

Sie räumt ein, dass der genannte Baum aus sicherheitsrelevanten Gesichtspunkten störe. Den Wünschen der Baumerhaltung geschuldet, könne jedoch kein Radfahrstreifen realisiert werden. In der Entwurfsphase könnte diese Gefahrensituation mit der Polizei erörtert werden.

 

Eine Sprunginsel in der Langenhorner Chaussee als Alternative einer Fußngerampel zu schaffen und damit den Verkehrsfluss zu erhöhen, lehne sie auf Grund der Altersstruktur innerhalb des Quartiers und sicherheitsrelevanter Aspekte ab.

 

Der Ausschuss nimmt Kenntnis.