Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Auszug - Entwicklungen der Deutschen Post AG im Gebiet des Regionalausschusses - Präsentation Politikbeauftragten Hamburg  

 
 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel
TOP: Ö 4.2
Gremium: Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 05.09.2016 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:04 - 21:56 Anlass: Sitzung
 
Protokoll

Der Vorsitzende heißt Frau Renziehausen, regionale Politikbeauftragte der Deutschen Post AG, willkommen.

 

 

  • Präsentation

 

Frau Renziehausen erklärt, die Deutsche Post AG würden keine eigenen Filialen mehr betrieben, sondern die Post bediene sich eines Partnernetzes. Die durchschnittliche Ladenöffnungszeit konnte durch diese Vorgehensweise in den vergangenen Jahren auf durchschnittlich 53 Std. wöchentlich gesteigert werden.

 

Sie erläutert, dass es gesetzliche Rahmenbedingungen gebe, zum Einen das Postgesetz, zum Anderen die Postuniversaldienstleistungsverordnung. In letztgenannter Verordnung sei  u.a. geregelt, dass bundesweit mind. 12.000 stationäre Einrichtungen (Filialen) vorhanden sein ssten. In größeren Gemeinden - wie in Hamburg - sollte die nächstgelegene Filiale innerhalb eines Radius von 2.000 m erreichbar sein. Briefkästen sollten innerhalb eines Radius von 1.000 m vorhanden sein.

 

Innerhalb des Zuständigkeitsbereiches des Regionalausschusses gebe es neben den vorhandenen 14-Partner-Filialen derzeit 7 Paketshops. Diese Zahl sei wegen zunehmenden Internethandels tendenziell zunehmend. Die Sendungsmenge im Briefzustellungsbereich nehme dagegen stetig ab.

 

Bereits im Vorwege der Präsentation sei die Nachfrage nach dem nächstgelegenen Postkasten vom Hotels Tomforde aus, wo der Briefkasten wegen Umbaumaßnahmen derzeit nicht geleert werden könne, gestellt worden. Der nächste Postkasten befinde sich in der Langenhorner Chaussee (300 m entfernt), ein weiterer in der Essener Straße (500 m entfernt).

       

 

  • Politikerrunde                                                                                                                                                                       

 

Frau Ros fragt, ob der Universaldienst seit dem Ende des Postmonopols 2007 tatsächlich freiwillig erbracht werde. Sie meint zudem, dass es in Fuhlsbüttel ein Loch in dem Netz der Packstationen gebe und dass ein Schließen der Lücke wünschenswert sei, beispielsweise durch Einrichtung einer Packstation am Fuhlsbütteler Markt.

 

Frau Lütjenschte wissen, wie es zu begründen sei, dass trotz werktägiger Zustellung montags kaum Briefzustellungen erfolgten.

 

Herr Kranz fragt, ob die Post durch jemanden dazu gebracht werden könne, die Maßgaben aus der Postuniversaldienstleistungsverordnung einzuhalten. Darüber hinaus sei nach seinem eigenen Empfinden im Bereich Ochsenzoll nicht innerhalb von 2.000 m eine Filiale der Post zu finden.

 

Frau Renziehausen erklärt, dass weder Stadtteil-, noch Stadtgrenzen maßgeblich für die Bemessung seien. Eine Packstation im Heschredder (Fuhlsbüttel) hätte abgebaut werden müssen. Eine neue Kooperation werde derzeit gesucht. Betont wird, dass Packstationen nicht auf öffentlichem Grund errichtet werden dürften.

 

Durch die Verordnung werde eine flächendeckende Postversorgung sichergestellt. Der Universaldienst müsse dabei nicht zwangsläufig durch die Deutsche Post AG allein erbracht werden. Sie betont, dass die Deutsche Post AG auch zukünftig den Universaldienst in vollem Umfang sicherstellen werde.

 

Der Eindruck, dass montags weniger Post zugestellt wird als an anderen Tagen, begründe sich damit, dass vollbezahlte Briefsendungen am Tag nach der Einlieferung zugestellt werden sollen. Da nun 90 % der versandten Post Geschäftspost sei, werde diese i.d.R. bis samstags zugestellt. r Sendungen, die entgeltbegünstigt seien („Infopostsendungen“), bestünden andere Laufzeitziele (4 Tage).

 

Herr Messaoudi fragt, ob die Öffnungszeiten der Kooperationspartner flexibilisiert werden könnten, was gerade in der Weihnachtszeit kundenfreundlicher sei. Auch möchte er wissen, ob beabsichtigt sei, das Briefkastennetz aus wirtschaftlichen Gründen auszudünnen.

 

Herr Adolphi konkretisiert, dass die vorgesehene Dichte des Briefkastennetzes in Langenhorn scheinbar nicht eingehalten werde, da die nächstgelegenen Briefkästen vom Twisselwisch aus weiter entfernt seien als 1.000 m.

 

Zur gefühlten Postzustellung im verminderten Umfang an Montagen gibt er an, dass Postzusteller häufig Montage nutzten, um Überstunden abzubauen.

 

Er lobt die kundenfreundlichen Ladenöffnungszeiten der Post im Kooperationsverfahren.

 

Herr Müller moniert vor dem Hintergrund von Rückmeldungen aus der Bevölkerung zum Ausdünnen von Postleistungen, dass in der Präsentation kein Gesamtüberblick gegeben worden sei, wie sich das Filialnetzt in der Vergangenheit entwickelt hätte und wie es sich perspektivisch entwickeln werde.

 

Frau Renziehausen fragt Herrn Messaoudi, welche Filiale es sei, in der kurz vor Ladenschluss Kunden weggeschickt worden seien. Nach seiner Schilderung handle es sich um die Filiale in der Röntgenstraße.

 

Protokollnotiz

 

Diese Information wurde innerhalb des Konzerns an die zuständige Ebene weitergegeben.

 

 

Sie betont zur gewünschten Darstellung einer Entwicklung, dass kein stadtteilbezogenes Konzept umgesetzt werde. Ein Ausdünnen an vorhandenen Briefkästen sei nicht vorgesehen. Jedoch könne es zu Verlagerungen von Briefkästen kommen oder zu Anpassungen der Leerungszeiten der Briefkästen, da das Briefkastennetz stets unter Auslastungs- und Rentabilitätswerten wirtschaftlich bewertet werde.

 

Protokollnotiz

 

Die von Herrn Adolphi vermutete Unterversorgung mit Briefkästen im Bereich Twisselwisch kann nicht bestätigt werden. In diesem Bereich stehen den Kunden die Briefkästen im Ermlandweg sowie in der Langenhorner Chaussee 360 zur Verfügung.

 

 

Frau Busold stellt eine Frage zur Postnachsendung und ob es wahr sei, dass nachzusendende Post in Richtung Sylt zuerst in München gesammelt und von dort aus verteilt werde.

 

Herr Kegatnscht sich Informationen zur Filiale in der Postbank am Langenhorner Markt, die bald ausziehen müsse. Zudem regt er für den Bereich Käkenhof an, perspektivisch eine Filiale für Postdienstleistungen zu eröffnen. Eine Packstation könne er sich an der Alsterkrugchaussee, Höhe Ratsmühlendamm vorstellen.

 

Protokollnotiz

 

Diese Information wurde innerhalb des Konzerns an die zuständige Ebene weitergegeben.

 

 

Herr Schmidt fragt nach dem Hintergrund für unterschiedliche Öffnungszeiten zwischen Kernbetrieb eines Ladens und dem Postbetrieb innerhalb eines Ladens.

 

Herr Adolphi erkundigt sich nach einer möglichen Zustellung durch Elekrofahrzeuge.

 

Herr Müllerchte wissen, welche Erfahrung die Post mit Drive-In Briefkästen gesammelt habe, da dieses Modell auch für Ochsenzoll denkbar sei.

 

Frau Renziehausen erklärt, dass sog. Drive-In Briefkästen so angeordnet seien, dass motorisierte Fahrer nicht aussteigen müssten, um Briefe in den Briefkasten zu werfen. Eine Ausweitung solcher Standorte sei nicht vorgesehen.

 

Der Unterschied der Öffnungszeiten gegenüber dem Kerngeschäft liege nach ihrer Begründung darin, dass für die Postdienstleistung geschultes Personal vorhanden sein müsse.

 

Hinsichtlich Elektromobilität gebe es eine fortschreitende Entwicklung.

 

Voraussichtlich in der zweiten November-Hälfte werde das Postbank-Finanzcenter vom Langenhorner Markt in einem auf dem nahe gelegenen Lidl-Parkplatz zu errichtenden Container untergebracht.

 

Zum Nachsenden von Post gebe es ein Nachsendezentrum.


Protokollnotiz

 

Es gibt drei zentrale Nachsendestellen, an die nachzusendende Briefe weitergeleitet werden. Das für Hamburg zuständige Nachsendezentrum befindet sich in Magdeburg. Die Laufzeit beträgt in der Regel 2 Tage. Warum die Sendung nach Sylt 5 Tage brauchte und offensichtlich über das Nachsendezentrum München gelaufen ist, ließ sich leider nicht ermitteln.

 

 

Der Vorsitzende bedankt sich für die Vorstellung und schließt den Tagesordnungspunkt.