Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Auszug - barrierefreier Ausbau der U-Bahnhaltestelle Langenhorn Nord (Vorstellung der Planung)  

 
 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel
TOP: Ö 4
Gremium: Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 06.06.2016 Status: öffentlich
Zeit: 18:04 - 20:54 Anlass: Sitzung
 
Protokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Herr Uphoff und Herr Brauer als Vertreter der Hamburger Hochbahn AG referieren über den barrierefreien Ausbau der U-Bahnhaltestelle Langenhorn Nord.

 

Herr Uphoff erklärt, dass in den vergangen 4 Jahren 20 Haltestellen barrierefrei ausgebaut worden seien. Der vollständige barrierefreie Ausbau aller Haltestellen der Hochbahn soll bis 2024 abgeschlossen sein. Die bisherigen Baumaßnahmen seien dabei alle kosten- und termingerecht erfolgt.

 

Herr Brauer verdeutlicht, dass die Entwurfsplanung für den barrierefreien Umbau der U-Bahnhaltestelle Langenhorn Nord abgeschlossen sei und das Genehmigungsverfahren im Sommer 2016 eingeleitet werde, so dass die Bauarbeiten im März 2017 beginnen sollen.

 

Bereits im Zuge des Brückenausbaus 2013 sollen Vorarbeiten für die bevorstehenden Arbeiten durchgeführt worden sein. Über eine Machbarkeitsstudie hätte ermittelt werden können, dass die Erschließung der Barrierefreiheit nicht über die vordere schmale Eingangshalle erfolgen könne. Somit werde im westlichen Teil des U-Bahnhofes eine neue Schalterhalle mit Fahrstuhl und Treppenaufgang geschaffen, erschlossen von der angrenzenden Grünfläche samt Zuwegung.

 

Die Baumaßnahme werde im März 2017 beginnen und führe im ersten Schritt zu einer 3-wöchigen Streckensperrung der Linie U1 zur Schaffung der Baugrube. Im Zuge der Bauarbeiten werde es für ein Jahr eine Gleishilfsbrücke geben.

 

Neben der baulichen Veränderung werde der Bike & Ride-Parkplatz (B&R) ausgebaut für zusätzliche Parkfläche von Fahrrädern.

 

Fragerunde

 

Herr Kegat äert sich positiv zum neuen zusätzlichen Eingangsbereich, der gerade für Menschen mit Behinderungenrzere Wege vom Bus zur barrierefrei erreichbaren U-Bahn bedeute. Er stellt jedoch die Frage, ob angesichts des begrenzten Platzes möglicherweise Behinderungen in den Verkehrsströmen der Ein- und Aussteigenden bestehen könnten.

 

Herr Uphoff erklärt anhand des Lageplanausschnittes, dass die Treppe über ein Podest um eine Ecke geführt werde und die Gefahr von Behinderungen zwischen mobilitätseingeschränkten Personen und anderen Fahrgästen in den Planungen Berücksichtigung gefunden hätte.

 

Herr Messaoudi fragt nach den Maßen des Fahrstuhls und der Treppe. Des Weiteren fragt er nach Informationen zur Radwegeführung zum B&R-Parkplatz in dem geplanten Vorbereich.

 

Herr Uphoff erklärt, dass der Fahrstuhl eine Größe von 1,40 m x 2,10 m hätte. Die Treppenbreite betrage 2,00 m. In Tunnelhaltestellen sei zwar eine Breite von 2,40 m üblich. Da es sich für die U-Bahnhaltestelle Langenhorn Nord neben dem Haupteingang jedoch um die zweite Treppe handle, reiche dieses Maßr die sichere Verkehrslenkung aus. Die Fahrradabstellmöglichkeiten werde sich nftig sowohl am neuen als auch am alten Eingang konzentrieren, inkl. Überdachung und Schließcher, analog den B&R-Parkplätzen an S-Bahnhof Poppenbüttel oder an der U-Saarlandstraße. Eine genaue Anordnung werde derzeit geprüft. Die bisherige Radewegeführung bliebe aber nach seinen Worten in derzeitiger Form bestehen.

 

Auf Herrn Adolphis Frage zum weiteren Bestehen des Imbisses im jetzigen Haupteingangsbereich führen die Referenten aus, dass dieser Bereich von den Umbaumaßnahmen nicht betroffen sei. Bereits 2013 seien an dieser Stelle Modernisierungsmaßnahmen abgeschlossen worden.

 

Herr Müller fragt nach dem Umfang der Gleissperrung, nach akustischen und visuellen Informationsquellen und einer evtl. Gebührenpflicht des P&R-Parkplatzes.

 

Herr Uphoff legt dar, dass wegen des erforderlichen Großgeräts eine Vollsperrung in beiden Richtungen erfolge und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werde. Dies passiere z.T. in den 2-wöchigen Schulferien ab der ersten Märzwoche 2017. Die Sperrung dauere insgesamt 3 Wochen.

 

Zum zweiten Aspekt erläutert er, dass die U-Bahnhaltestelle eine Standardausstattung  erhalte, barrierefrei erschlossen werde und auch den Erfordernissen sehbeeinträchtigter Fahrgäste Rechnung getragen werde.

 

Die dritte Frage zur Gebührenpflicht für die P&R-Parkplätze beantwortet Herr Uphoff, indem er mit der die konkrete Planung zur Entgeltpflicht ab 01.09./01.10.2017 nennt.

 

Ein Bürger verdeutlicht, dass er sich seit Jahren für einen Lift eingesetzt hätte, der seinerzeit jedoch abgelehnt worden sei. Er möchte wissen, ob für die U-Bahnhaltestelle Fuhlsbüttel Nord nicht das gleiche System angewandt werden könne wie dargestellt für Langenhorn Nord.

 

Herr Uphoff bestätigt, dass frühere Planungen für Langenhorn Nord keine Treppenführung neben dem Fahrstuhlbau vorgesehen hätten. Somit wären bei Einbau eines Aufzuges sozial schlecht einsehbare Angsträume entstanden. Diese würden nach neuester Planung mit zusätzlicher Treppenführung und natürlicher Tageslichtzuführung mittels Glasausschnitt in der Überdachung vermieden.

r Fuhlsbüttel Nord sei jedoch ein Aufzug auf Höhe der Schalterhalle vorgesehen, so dass eine alternative Variante zur Schaffung von Barrierefreiheit gewählt werde.

 

Frau Schenkewitz erkundigt sich nach einer Fahrtreppe für Menschen mit Angststörungen, nach dem Vorhandensein eines Defibrilators und nach der Gestaltung des Schienenersatzverkehrs.

 

Hierauf unterrichtet der Referent, dass eine Fahrtreppe nicht vorgesehen sei, aber ein Defibrilator vorgehalten werden könne, wenn die Forderung bestehe. Im Regelfall werde ein solcher ausschließlich an Umstiegshaltestellen platziert.

hrend der Vollsperrung zwischen den Haltestellen Langenhorn Markt und Ochsenzoll (nur hier bestehen Umkehrmöglichkeiten der Bahnen) würde - wie vor 3 Jahren bei der Sperrung der Haltestelle Kiwittsmoor - ein Schienenersatzverkehr alle dazwischenliegenden U-Bahnhaltestellen bedienen. Zusätzlich werde es einen Expressbus zwischen Ochsenzoll und Langenhorn Markt geben.

 

Auf Herrn Kranz' Frage zur Anzahl der zu fällenden Bäume verweist Herr Uphoff auf einen landschaftspflegerischen Begleitplan, nach dem Ausgleichs- und Kompensationsflächen in unmittelbarere Nähe gesucht würden.

 

Herr Debus merkt an, dass die Referenten einleitend erklärt hätten, dass die Hochbahn die Kosten des Baumaßnahmenpakets im Griff hätte. Dies hinterfragt er und möchte wissen, welche finanziellen Bezüge hier zugrunde lägen. Er stellt die Frage, ob der Referent von den zusätzlichen Mitteln für den Ausbau von 58 Stationen ausgehe, die der Senat 2011 in Aussicht gestellt hätte.

 

Herr Uphoff korrigiert, dass der Senat 2011 lediglich Mittel für den barrierefreien Ausbau von 20 zusätzlichen Stellen freigegeben hätte. Von den bewilligten Zuwendungen i.H.v. 32 Mio € seien nach Abschluss der Maßnahmen noch 1 Mio € übrig.

 

Ein Bürger erinnert daran, dass der Schienenersatzverkehr während der bereits angesprochenen Brückenbauarbeiten, die eine frühere Sperrung der Linie U1 erforderlich machte, nicht am U-Bahnhof Langenhorn Nord gehalten hätte, sondern in der Tangstedter Landstraße. Dabei soll es gerade für Ältere und gehbeeinträchtigte Menschen schwierig gewesen sein, die Strecke von der Tangstedter Landstraße bis zur U-Bahn Langenhorn Nord zu Fuß zurückzulegen.

 

Herr Uphoff erklärt den damaligen Umstand mit Problemen in der Sicherstellung der Busführung, so dass die U-Bahnstation von Gelenkbussen nicht hätte angefahren werden können. Er werde den Hinweis für die bevorstehenden Planungen berücksichtigen.

 

Der Vorsitzende bedankt sich für die Ausführungen der Referenten.