Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Auszug - Radverkehr im Erdkampsweg  

 
 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel
TOP: Ö 6.1
Gremium: Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mo, 06.06.2016 Status: öffentlich
Zeit: 18:04 - 20:54 Anlass: Sitzung
20-3048 Radverkehr im Erdkampsweg
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage Bezirksamt
  Aktenzeichen:123.70-24
Federführend:Interner Service Beteiligt:Fachamt Management des öffentlichen Raums
 
Protokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Der Vorsitzende stellt per Rückfrage fest, dass dem Ausschuss der Inhalt des Verkehrs- und Unfallberichts des Polizeikommissariats 34 (PK 34) bekannt ist, so dass dieser vom Herrn Lagemann als Vertreter des PK 34 nicht mündlich vorgestellt wird.

 

Frau Lütjens merkt 3 Punkte des Berichts kritisch an. Zum einen soll der Radfahrstreifen im Erdkampsweg nach Ende der 2014 abgeschlossenen Umbaumaßnahmen noch nicht bei allen Radfahrern Akzeptanz finden.

 

Zum anderen sehe sie den Bereich der Sprunginseln mit geringerer Fahrstreifenbreite als Gefährdung des Straßenverkehrs, ebenso wie im Gutachten angegeben. Sie moniert den Bau der Sprunginsel in bestehender Form, da sich Radverkehr und motorisierter Verkehr gegenseitig behinderten.

 

An dieser Stelle teile sie das im Gutachten angegebene Gefühl älterer Radfahrer, die sich auf Höhe der Sprunginsel nicht wohl fühlten. Sie hoffe, dass es nicht erst zu einem Verkehrsunfall kommen müsse, um als Folge dessen Anpassungen vorzunehmen.

 

Frau Ros erwidert, dass man nicht nur eine Seite betrachten dürfe, denn insbesondere von Autofahrern erwarte sie mehr Rücksicht im Umgang mit Radfahrern.

 

Herr Messaoudi beschreibt den Gewöhnungsprozess, den Autofahrer derzeit auch im Erdkampsweg durchmachten. Sie würden Radfahrer zunehmend als gleichberechtigte und gleichwertige Verkehrsteilnehmer wahrnehmen. Es falle dabei noch nicht jedem Autofahrer leicht, auf der Fahrbahn geführten Radverkehr hinreichend zu beachten. Jedoch sei es nicht die glücklichste Verkehrspolitik, sich nach der noch nicht abgeschlossenen Gewöhnung der Autofahrer zu richten und bauliche Veränderungen zu fordern. Vielmehr gelte es nun die Hemmungen abzubauen, damit Auto- und Radverkehr rücksichtsvoll nebeneinander geführt werden könne. Die sinkenden Unfallzahlen rden indes für die zunehmende Akzeptanz der Gleichberechtigung von Rad- und motorisiertem Verkehr sprechen.

 

Herr Müller pflichtet Frau Lütjens bei und erklärt, dass neben älteren auch jüngere Verkehrsteilnehmer, wie z.B. Schüler, von der Fahrbahn auf den Gehweg ausweichen würden, wenn sie die Verkehrsführung als zu gefährlich für sich einstufen würden. Dies könne dann der Fall sein, wenn sie von LKWs oder Bussen passiert werden würden. Deshalb fragt er Herrn Lagemann wann, wie lange und wo genau die Verkehrsbeobachtungen gemacht worden seien, die in den Verkehrsbericht eingeflossen sein.

 

Herr Lagemann erklärt, dass er selbst die Verkehrsbeobachtung nach dem letzten Ausschuss vorgenommen hätte, in dem ein Bürger die Konfliktsituation beklagt hatte. Die Verkehrsbeobachtung sei an 3 Tagen zu unterschiedlichen Tageszeiten für den Zeitraum von je einer Stunde auf Höhe der Deutschen Bank mit Blick auf den Bereich der Sprunginsel erfolgt.

 

Frau Wilckens warnt davor, den umfangreichen Bericht nicht selektiv zu lesen und damit Einzelheiten aus dem Zusammenhang zu reißen, womit der Tenor des Berichts verändert werde.

 

Herr Kegat greift die Argumentation seiner Vorrednerin auf und weist darauf hin, dass Radfahrer dennoch ein Unwohlsein geäert hätten. Diese Belange müsse man ernst nehmen, so dass er vorschlägt, dass sich die Polizei Gedanken machen könne, wie man an besagter Stelle noch stärker darauf aufmerksam machen könne, dass trotz Verengung Radfahrer auf der Straße unterwegs seien. Er denke z.B. an ein Fahrradsymbol auf der Fahrbahn, an Hinweisschilder oder sogar an Blinklichter, wie er sie aus Baustelleneinfahrten oder aus dem Ausland kenne.

 

Frau Lütjens begrüße die Idee, Möglichkeiten zur Entschärfung des konfliktträchtigen Straßenabschnitts zu suchen.

 

Herr Lagemann werde die Anregungen des Ausschusses mit Verkehrsfachleuten besprechen. Zudem weist er darauf hin, dass zur Sternfahrt für Radfahrer am 19.06.2016 eine groß angelegte Präventionsaktion zum Thema Fahrradstreifen / Schutzstreifen am Rathausmarkt geplant sei. Im Vorwege erfolgten präventiv auch im Erdkampsweg Aktionen, um die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen.

 

Der Ausschuss nimmt Kenntnis.