Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Auszug - Der Träger basis & woge stellt sich vor  

 
 
Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 5.2.1
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 24.02.2016 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:12 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal
Ort: Robert - Koch - Straße 17, 20249 Hamburg
 
Protokoll
Abstimmungsergebnis

Herr Schütze stellt den Träger basis & woge vor. Der Träger beschäftigt 140 Mitarbeiter und betreibe in Hamburg-Nord die Projekte Villa Dulsberg, Globus, ein SHA-Projekt im Trägerverbund mit Gangway e.V. und SOS Kinderdorf sowie eine Wohngruppe im HzE-Bereich.

Im Anschluss stellt er das am 01.01.2016 gestartete Projekt Mobi.JuKid.Nord (Mobile Angebote der Kinder- und Jugendhilfe für geflüchtete Kinder und Jugendliche) vor, welches erst einmal für ein Jahr bewilligt wurde. Ziel des Projektes sei, Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren, die in Einrichtungen leben, Freizeitangebote zu unterbreiten und sie in den Sozialraum (Regelangebote, Sportvereine, Musikgruppen) zu integrieren. Die Kinder und Jugendlichen werden in den Einrichtungen angesprochen, nach ihren Interessen befragt und zu den Einrichtungen im Sozialraum begleitet bis sie dort „angekommen“ sind und sich wohlfühlen. Sofern es im Umfeld einer Unterkunft keine entsprechenden Angebote gibt, würde basis & woge diese je nach Interesse kreieren und sie ggf. mit Honorarkräften umsetzen. Soweit erforderlich würden Dolmetscher eingesetzt. Zusammen mit dem ASD Migration seien 5 Einrichtungen (Freiligrathstraße, Heinrich-Hertz-Straße, Holsteinischer Kamp, Eschenweg und Suhrenkamp) ermittelt worden, r die es im Umfeld keine ausreichenden Angebote für die vorhandene Zielgruppe 12 bis 16 Jahre gebe. Kleine Kinder seien in der Kita oder in der Betreuung der Eltern und über 16Jährige wären ausreichend in Hamburg mobil.

Es sei festgestellt worden, dass es in den Einrichtungen ein großes ehrenamtliches Engagement gebe, so dass nun ermittelt werde, aus welchen Gründen sich die 12 bis 16Jährigen nicht angesprochen hlen. Im Projekt würden sich 2 Mitarbeiter eine Stelle teilen. Außerdem gebe es eine Koordination mit 7 Stunden. Eine halbe Stelle sei derzeit noch unbesetzt, da bislang kein Mitarbeiter mit entsprechenden Sprachkenntnissen gefunden werden konnte.

 

Herr Dogan und Frau Sari ergänzen, dass es in Hamburg-Nord insgesamt 22 Unterkünfte (incl. 3 Zentrale Erstaufnahmen) gebe. In 12 Unterkünften seien Familien mit Kindern untergebracht. Die Fluktuation sei sehr hoch, da die Unterkünfte u.a. noch ausgebaut würden. Es ist nicht die vorrangige Aufgabe, neue Angebote zu schaffen sondern prir die Angebote im Stadtteil in den Unterkünften bekannt zu machen und in Gesprächen mit den Flüchtlingen Bedarfe zu ermitteln. Die langen Erfahrungen mit Angeboten auf dem Dulsberg in vielen verschiedenen Sprachen und mit diversen Vereinen und Verbänden könnten in die Projektarbeit eingebracht werden.

Seit Einführung des Projektes habe es bereits 2 Informationsveranstaltungen in einer Wohnunterkunft in 4 verschiedenen Sprachen gegeben. Alle Familien mit Kindern in dem besagten Alter hätten erreicht werden können. Die Kinder und Jugendlichen sollen befähigt werden, selbständig im Sozialraum aktiv zu werden und die Angebote wahrzunehmen. Zu Beginn würden diese noch von Sozialarbeitern begleitet. Hierbei dürften vertrauensbildende Maßnahmen gegenüber den Eltern nicht außer Acht gelassen werden.

 

Frau Bester dankt den Gästen für die Ausführungen und ihre Arbeit und schlägt vor, sich das Projekt nach einem halben Jahr (nach der Sommerpause) und Besetzung der zweiten halben Stelle noch einmal vorstellen zu lassen.

 

Auf Nachfrage von Herrn Stammer teilt Herr Dogan mit, dass die Jugendlichen aus dem Projekt genommen werden, sobald sie die Unterkunft verlassen. Die Informationsveranstaltungen seien in der Unterkunft Eschenweg durchgeführt worden. Mit den im Sozialraum tätigen Sportvereinen habe es im Anschluss Gespräche hinsichtlich einer Anbindung der Jugendlichen gegeben. Ein Ergebnis gebe es noch nicht.

 

Auf Nachfrage von Frau Haas teilt Herr Schütze mit, dass die Kinder bis 16.00 Uhr in der Schule sind und die Angebote im Anschluss stattfänden. Vorrangig erfolge eine Integration in den Stadtteil, so dass Räume in der Einrichtung r dieses Projekt aktuell nicht erforderlich seien. Mit den Vereinen würden Bedarfe der Kinder und Jugendlichen abgestimmt, so dass möglicherweise eine Anpassung der Angebote erfolgen kann. Insbesondere die Häuser der Jugend würden sich über Besuche von Flüchtlingen freuen. Bislang würden allerdings nur wenige dort ankommen. Die von basis & woge initiierten Angebote würden im Allgemeinen nicht in der Wohnunterkunft stattfinden, da Ziel sei, die Kinder und Jugendlichen aus der Unterkunft herauszuholen und in den Stadtteil zu integrieren, Darüber hinaus sei das Raumangebot in Unterkünften nicht ausreichend.

 

Frau Sari ergänzt, die Unterkunftsleitungen hätten mitgeteilt, dass die Kinder und Jugendlichen Angebote unbedingt außerhalb der Unterkunft wahrnehmen möchten. Das Raumangebot in Unterkünften sei so gering, dass es keine Möglichkeit gebe, beispielsweise Lagerraum für Musikinstrumente bereit zu halten.

 

Frau Bester gibt zu bedenken, dass die Integration nach außen in den Sozialraum auch politischer Wille sei. Der Träger sollte daher vorrangig koordinierende Aufgaben bei Angeboten im Umfeld durchführen und auch eigene Angebote entwickeln. Angebote für Familien in Räumen der Unterkünfte würden die Integration nicht fördern. Sie spricht sich daher für die Arbeit des Trägers aus und schlägt vor, dass dieser sich bei auftretenden Problemen (z.B. fehlende Mitgliedsbeiträge) an die Politik wenden möge.

 

Auf Nachfrage von Frau Ebeling informiert Herr Schütze, dass basis & woge regelmäßige Gespräche mit dem Fachamt führen und u.a. fehlende Angebote ansprechen würde.

 

Der Vorsitzende verleiht seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Träger nach einem halben Jahr (nach der Sommerpause 2016) den aktuellen Stand des Projektes noch einmal vorstellt.


Abstimmungsergebnis:

Der Ausschuss nimmt Kenntnis.