Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Auszug - Präsentation der Bäderland GmbH Umbau Ohlsdorf-Bad  

 
 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Groß Borstel
TOP: Ö 5.1
Gremium: Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Groß Borstel Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 14.09.2015 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:03 - 22:10 Anlass: Sitzung
 
Protokoll

Herr Rösler heißt den beauftragten Architekten Herrn Göttsch und den Geschäftsführer der Bäderland Hamburg GmbH Herrn Schumaier willkommen, die den Umbau das Ohlsdorfer Bades präsentieren.

 

Die Planung wird durch erstgenannten Referenten vorgestellt.

 

Der Geschäftsführer der Ohlsdorfer Bades erläutert Richtlinien des Konzeptes:

 

  • kontinuierliches Schulsportangebot, auch während des Umbaus

 

  • ganzjährig zu nutzendes 50 Meter-Becken zur Erhöhung der Flexibilität bei höheren Besucherzahlen und zur Entkoppelung von Nutzungskonflikten

 

  • Ausweitung von Spielangeboten für Kinder

 

  • 6000 m2 Spiel- und Liegewiese im Außenbereich

 

  • Preisstabilität

 

 

rgerfragestunde

 

Ein Bürger regt dazu an, einen zweiten Architektenwettbewerb auszurufen, da die vorgestellten Planungen als mangelhaft betrachtet werden, insbesondere im Hinblick auf nicht vorhandene Rutsche, sowie Sauna- und Warmwasserbereiche. Zudem handle es sich bei dem bestehenden Bad um einen Bau des Architekten Fritz-Schumacher, dessen Umkleideräume historisch schützenswert seien. Schützenswert seien auch die zu fällenden Bäume. Darüber hinaus soll der Neubau im Bereich des alten Flusslaufes der Alster gebaut werden, wobei er Probleme in Verbindung mit dem Grundwasser befürchtet. Abschließend kritisiert der Bürger den Wegfall des Grünen Saals als Stadtteilkulturzentrums.

 

Ein Bürger kritisiert bautechnische Mängel mit Auswirkung auf die vorgeschriebenen Luft- und Wassertemperaturen.

 

Herr Schumaier erklärt, dass in der Fassadengestaltung und Gebäudetechnik Unterschiede gegenüber dem angesprochen Bad in Wilhelmsburg bestünden. Vorgeschrieben sei eine Raumtemperatur, die gegenüber der Beckentemperatur um 2 Grad her liegen müsse. Dies werde durch Baukonstruktionen und moderne Lüftungstechnik sichergestellt. Zudem könnten bei Bedarf Teilsperrungen von Gebäudeteilen vorgenommen werden

 

Auf die Frage nach der Sicherstellung der Parkplatznutzung durch Kunden und Vermeidung von Fremdnutzung, wird erläutert, dass eine Schrankenanlage zur Parkplatzauffahrt installiert werde.

 

Mehrere Bürgerinnen geben die Rückmeldung, dass insbesondere jüngere Leute und Familien für einen Erhalt des Freibades plädiert hätten. Durch kundenfreundlichere Preispolitik und permanente Instandhaltung des Freibades hätte es in der bisherigen Form weiterbetrieben werden können, ohne dass 25 Mio. Euro für einen Umbau investiert werden müssten. Sie bemängeln das Konzept der 50m-Bahnen, für die es im Freibad eine unzureichende Nutzung gegeben hätte.

 

Herr Schumaier vertritt die Ansicht, dass die Kostenabwägung auf solider Basis erfolgt sei. Die Hubböden, die durch verschiedene Bürger kritisiert wurden, seien technisch bewährte Konstruktionen und würden dazu beitragen, dass Becken, die mit dieser Technik ausgestattet seien, als Kursbecken multifunktional nutzbar seien.

 

Der Architekt ergänzt, dass zur Standortsicherung Umbauten erforderlich seien und die Umkleidekabinen entfernt werden müssten. Für die Dauer der Umbauphase würden Maßnahmen zur Grundwasserabsenkung erfolgen, jedoch sei kein dauerhaftes Eingreifen in den Grundwasserspiegel notwendig.

 

 

Politikerrunde

 

Frau Busolds Frage nach einem Angebot von Präventionskursen in einem Therapiebecken, wie es in der Stiftung Alsterdorf bestanden habe, beantwortet Herr Schumaier mit dem Argument, dass durch größere Wasserflächen gesundheitsfördernde Kurse angeboten werden könnten.

 

Herr Messaoudi kritisiert, dass mit dem Umbau des Freibades zu einem Hallenbad dem Bürgerentscheid am 16.04.2009 zuwider agiert werde, was als undemokratisches Vorgehen bezeichnet wird. Außerdem wendet er sich gegen das Argument der Kinder- und Familienfreundlichkeit, da entsprechende Angebote fehlten. Vielmehr würde den Bürgern ein Freibad weggenommen und ein Hallenbad gebaut, das seiner Meinung nach keine Vorteile für unterschiedliche Nutzergruppen böte und dessen stabile Preispolitik in Frage gestellt wird.

 

Herr Kegat verteidigt das Bauvorhaben angesichts der defizitären Einnahmesituation von  Freibädern und zunehmend steigender Nachfrage nach ganzjährig zu nutzenden Wasserflächen. Zudem könne auf einem Teil der Grundstücksfläche des bisherigen Freibades sozialer Wohnungsbau vorgenommen werden und durch die Initiative „Rettet das Freibad Ohlsdorf“tte das Freibad für einige Jahre weiter betrieben werden nnen. Gegenüber ursprünglichen Planungen und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sei die heute präsentierte Lösung ordentlich.

 

Herr Lindenberg kritisiert die Evokation durch die Senatskommission, da die bezirkliche Ebene der Entscheidungskompetenz beschnitten worden sei und für Missstände verantwortlich gemacht werden könne. Dennoch spricht er sich für ein ganzjährig zu nutzendes Angebot aus, da das wetterabhängige Angebot eines Freibades u.a. auch aus klimatischen Gründen unzureichend genutzt worden sei.

 

Herr Schmidt chte wissen, welche Auswirkungen auf den Baumbestand durch die Umbaumaßnahme zu erwarten sei.

 

Die Verdreifachung der Anzahl der Kfz-Stellplätze gegenüber dem derzeitigen Angebot trotz sehr guter verkehrlicher Anbindung des Bades, sei verkehrstechnisch nicht erforderlich. Das Platzangebot sollte besser r einen Außenbereich der Wasserfläche genutzt werden.

 

Frau Olszewski fragt nach der angenommenen Nutzungsdauer des Hubbodens, der starker Belastung ausgesetzt und dadurch wartungs- und kostenintensiv sei.

 

Herr Adolphi bezieht sich auf das frühere Freibad Lattenkamp und macht darauf aufmerksam, dass die Interessen der Ohlsdorfer Bürger für das vorliegende Bauvorhaben stärker berücksichtigt werden sollten. Gleichzeitig warnt er vor einer Überschreitung der veranschlagten Baukosten.

 

Frau Akbas bittet darum, dass heute noch Planungen des Abrissprozesses durch die Bäderland GmbH dargestellt werden.

 

Frau Wilckens erklärt, dass dem Ausschuss in der Vergangenheit regelmäßig Planungen für die künftige Nutzung des Freibades Ohlsdorf präsentiert worden seien. Im Laufe der Jahre seien diese aus wirtschaftlichen Gründen zunehmend kleiner geworden. Einen Erlös aus einem Grundstücksteilverkauf zu erzielen wird als wirtschaftliche Vorgehensweise verteidigt. Darüber hinaus sei in der Bevölkerung die Auffassung zu ren, dass man die Entscheidung zum Umbau begrüße, auch wenn in der heutigen Zuhörerschaft vorwiegend Kritik geäert wurde.

 

Der Architekt des Bauvorhabens hrt auf Frau Lütjens Frage aus, dass der Bauherr gehalten sei, die öffentlichen Vergabevorschriften einzuhalten. Geplant sei, dass der Abbruch der umzubauenden Anlage nach Abbruchgenehmigung noch in diesem Jahr beginne. Die Baugrube soll bis Sommer 2016 ausgehoben sein und die Bauzeit bis zur Fertigstellung des neuen Bades betrage nach aktuellen Planungen ca. 2 Jahre. Die Stellplatzanzahl r Pkw werde dabei nach der Anzahl der Umkleideschränke geschlüsselt bemessen.

 

In geringem Umfang müssten Bäume gefällt werden, überwiegend nicht schützenswerter Baumbestand. Eine schützenswerte Eiche mache jedoch eine Überplanung des 2. Bauabschnittes erforderlich. Die Kubatur zu verändern hätte Auswirkungen auf die Beckengröße und damit auf die Nutzungsmöglichkeiten, so dass nach einer Lösung gesucht werde.

 

Das Badgelände werde mittels eines Zaunes umfriedet. Für den Bereich des Volleyballplatzes sei zusätzlich eine Hecke vorgesehen.

 

Herr Schumaier zieht hinsichtlich der Eintrittspreise Parallelen zu anderen Bädern und erklärt, dass der derzeitige Preis beibehalten werden solle.

 

Die kalkulierten 25 Mio. Euro r den Umbau seien eine solide Kalkulation unter Beachtung bestehender Parameter und es wird davon ausgegangen, dass der Kostenrahmen gewahrt bleibt.

 

Sich der Kritik der unzureichenden Angebote für verschiedene Nutzergruppen stellend, erklärt Herr Schumaier, dass verschiedene Angebote innerhalb des Bades kombiniert würden, einen Kompromiss darstellten und nie eine 100 prozentige Zufriedenheit pro Gruppe erreicht werde. Dennoch ergebe sich in der Summe ein größerer Nutzen für die Nutzergruppen insgesamt. Bezogen auf die Gruppe der Familien erläutert er, welche Spielangebote für Kinder installiert würden und dass für Jugendliche mobile Spielgeräte beschafft würden, die z.T. in speziellen Spielzeiten genutzt werden könnten, wie es andernorts bereits durchgeführt werde.

 

Zum Hubboden wird ausgeführt, dass eine Gewährleitung von 5 Jahren bestehe, aber bei ordnungsgemäßer Wartung eine sehr viel längere Laufzeit angestrebt werde, die zeitlich nicht näher eingegrenzt wird.

 

Abschließend sagt Herr Rösler, dass eine Schließung des Bades zugunsten einer Wohnbebauung, wie seinerzeit im Freibad Lattenkamp geschehen, in Ohlsdorf nicht in Frage gekommen sei. Am Standort werde weiterhin festgehalten, auch wenn es ein längerer Prozess gewesen sei, den Senat von einem wirtschaftlich vertretbaren Konzept zu überzeugen.