Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Auszug - Nachbarschaftsprobleme Kunstrasenplatz Albert-Schweitzer-Schule  

 
 
Sitzung des Regionalausschusses Langenhorn-Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Groß Borstel
TOP: Ö 5.10
Gremium: Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Groß Borstel Beschlussart: vertagt
Datum: Mo, 20.04.2015 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:18 Anlass: Sitzung
20-1289 Nachbarschaftsprobleme Kunstrasenplatz Albert-Schweitzer-Schule
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage Bezirksamt
  Aktenzeichen:123.70-24
Federführend:Interner Service   
 
Protokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Ein betroffenes Anwohner-Ehepaar berichtet über die letzte Einigung nach mehrmaligen Treffen vor Ort mit Vertretern von Bezirksamt und der Schulbaubehörde, dass hier eine Lärmschutzwand errichtet werden soll. Hierzu wurden auch vom Ehepaar und von der Schulbaubehörde unterschiedliche Lärmgutachten beigebracht. Mit großer Verwunderung wird der heutige Stand zur Kenntnis genommen, dass die Lärmschutzwand nicht mehr kommen und die im TOP erklärte sowie als konsensual zwischen den Beteiligten bezeichnete Maßnahme umgesetzt werden soll. Unkenntnis liegt weiterhin über die Kostensteigerung der Baumaßnahme von geplanten 70.000 auf 230.000€ vor. Kolportiert wird hier, dass wegen einer vorhandenen Tartanbahn der Bereich nicht durch Baufahrzeuge befahren werden könne. Diese kolportierte Annahme wird als irrig bezeichnet, da nach üblichen Vorbereitungen der Bereich sehr wohl befahren werden könne.

Auf einer Versammlung der betroffenen Grundstücks- oder Wohnungseigentümer war auch die Beteiligung an den Kosten der Baumaßnahme mit privatem Geld beschlossen worden.

Die seit zwei Jahren vor Ort bestehende Situation mit Schalldruckpegeln von bis zu 100db(A), bereits ausgezogenen Nachbarn und einer Nutzung des Sportplatzes von Heranwachsenden / Erwachsenen weit außerhalb der Zielgruppe bis 23:00 Uhr abends und auf Stahlnetzmatten prallende Bällen, wird eindrücklich dargelegt. Die Beschilderung über die Nutzer und Nutzungszeiten werde größenbedingt nicht wahrgenommen bzw. ignoriert und der Hausmeister darf die Anlage zwar nicht abschließen, sehe sich jedoch in der Lage ein Zudrücken der Pforten durch die Anwohner am Samstagabend durch Kettenschlösser zu vereiteln. Es wird an eine Illegalität der Sportplatzanlegung am aktuellen Ort ohne Emissionsgutachten und den eigentlich für die andere Straßenseite geplanten Sportplatz erinnert und mit dem Appell verbunden, dass auf politischer Ebene doch bitte aus dem Eindruck im Hinterkopf „da ist was schief gelaufen“ eine entsprechende Motivation zur Problemlösung gezogen wird. Betont wird, dass es ausdrücklich nicht um Kinderlärm geht, sondern um den von, altersmäßig weit außerhalb der Nutzungszielgruppe liegenden, verursachten Lärm von Erwachsenen mit bis zu dem Anwohner-Ehepaar gleichaltrigen Nutzern. Es habe ein einjähriger Gewöhnungsprozess stattgefunden, bis von Seiten beteiligter Stellen festgestellt wurde, „dass sind ja keine Kinderhasser“. Die grundsätzlich harmonische Wohnsituation im Quartier mit guter Lebensqualität und spielenden Kindern sowie Spielmöglichkeiten wird dargestellt, auch mit einem Bedauern, dass der im Alstertal vorhandene Bolzplatz mit Grandbelag, im Gegensatz zum strittigen Kunstrasenplatz, nicht genutzt wird

 

Hr. Lewin äert das Gefühl, dass eine Lösung gesucht wurde ohne hinreichende Kommunikation mit den Anwohnern.

 

Fr. Lütjens dankt für das erneute Erscheinen des betroffenen Anwohner-Ehepaars, berichtet über eine fernmündliche Mitteilung durch Hr. Rösler am Wochenende über das geplante Bauprojekt und die erstmalige schriftliche Vorlegung anhand der heutigen Tischvorlage und benennt eine eigene Verwunderung ob der Unkenntnis der Anwohner. Eine politische Unterstützung einer Lösung kann nur bei einem hinreichend hohen Einverständnis der Anwohner erfolgen.

 

Hr. Lewin stellt als Zwischenstand fest, dass ein so wichtiger Punkt am heutigen Tage zwar diskutiert, jedoch nicht abschließend beraten werden kann.

 

Hr. Kegat dankt ebenfalls für den Vortrag des Ehepaars. Er rekapituliert den stattgefundenen Verwaltungsablauf mit mehrmaligen Treffen aller Beteiligten am runden Tisch und dem Ziel einer Konsenslösung / Einigung dargestellt mit der heutigen Tischvorlage des Bezirksamts als Ergebnis. Er thematisiert weiter die Kostenexplosion bei der zunächst geplanten Lösung, die geplante finanzielle Beteiligung der Anwohner und auch die mit Erstaunen zur Kenntnis genommenen „sportlichen Nutzungszeiten“ der Anlage. Nun erfahre man mit umso größerem Erstaunen die Unkenntnis der Anwohner und begehre daher ein deutlich größeres Ausmaß an Information.

 

Fr. Akbas erfragt eine Darlegung des Bezirksamts zur Kostensteigerung, zur Änderung von einer Lärmschutzwand zu einem, von der Sache her völlig anderen, Ballfanggitter, thematisiert die Nutzungszeiten im Vergleich zu anderen öffentlichen Sportplätzen mit Nutzung als Spiel-/Turnierstätte am Wochenende und Bespielbarkeit teilweise bis 22:00 Uhr.

Sie bezeichnet es als bemerkenswert, dass trotz Vorhandenseins eines Hausmeisters auf ein privates Sicherheitsunternehmen zurückgegriffen werden soll und ob nicht durch Vertragsanpassung des Hausmeisters oder Anstellung von Betriebshelfern Abhilfe zur Gewährleistung der öffentlichen Aufgabe durch öffentliche Stellen / Bedienstete geschaffen werden kann. Weiter hinterfragt sie die hohen Kosten des Sicherheitsunternehmens von 17.500€ im ersten Jahr und die deutlich niedrigeren in den Folgejahren.

 

Hr. Lewin mutmaßt über eine zeitaufwändige Einführung der Schließung im ersten Jahr und ein reibungsloseres Funktionieren nach Gewöhnung in den Folgejahren.

 

Hr. Adolphihrt ausgiebig über ein aus seiner Sicht ähnlich gelagertes Problem beim Ausbau einer Straße aus.

 

Hr. Schmidt schließt sich der Frage von Fr. Akbas hinsichtlich der Kostensteigerung an und erfragt mögliche ungeahnte Schwierigkeiten bei einer Bauausführung. Weiter hinterfragt er die Form der Beteiligung der Anlieger bzw. welches Gremium dort beteiligt wurde im Gegensatz zu dem anwesenden, augenscheinlich nichtinformierten und nichtbeteiligten, Anwohner-Ehepaar.

 

Fr. Faltynek-Haschkehrt zu der von Fr. Akbas aufgeworfenen Frage der Schulhausmeistertätigkeiten aus und erläutert die vor einigen Jahren erfolgte Änderung / Umfirmierung zu Schulbau Hamburg mit einhergehenden Anpassungen der Arbeitszeiten. Dies bedinge die vertragliche Unmöglichkeit den Hausmeister außerhalb seiner vereinbarten Arbeitszeiten zu Tätigkeiten heranzuziehen. Auf Zwischenruf des betroffenen Anwohner-Ehepaars nach den Schließverhinderungen des Hausmeisters antwortet sie mit Nichtwissen und vermutet freizeitliches Handeln des Hausmeisters.

 

Das betroffene Anwohner-Ehepaar bittet um Vermeidung weiterer Diskussionen und appelliert dringend an eine Lösung bei der geschilderten Schwere / Betroffenheit durch den Lärm.

 

Hr. Lewin zieht als Fazit, dass sich weitere Erörterungen nicht vermeiden lassen, deutlich wurde, dass keine Lösung mit den Nachbarn / Anliegern erzielt wurde, fordert Antworten des Bezirksamts auf die Fragestellungen und teilt die gebotene Dringlichkeit des Problems. Er regt die Vertagung auf die Sitzung am 18.05. an und bittet um Erscheinen der Anlieger.

 

Hr. Messaoudi schließt sich den Forderungen des Hr. Lewin an und betont eine Vorbereitung des Bezirksamts und die Einladung der anwesenden als auch der nichtanwesenden Nachbarn / Anlieger zur nächsten Sitzung.

 

Hr. Lewin vertagt den TOP, betont die Vertagung und dass der TOP zwar diskutiert jedoch nicht zur Kenntnis genommen wurde. Er äert die Erwartungshaltung, dass das Bezirksamt in der Zwischenzeit keine Veränderungen am Status quo vornimmt, zur nächsten Sitzung vorbereitet ist und eine entscheidungsreife Sachlage vorlegt. Weiter hält er es für angebracht, dass nach seinem bisherigen persönlichen Einbringen für die Problemlösung, B- Herr Rösler zu dieser Sitzung erscheint.

 

Das betroffene Anwohner-Ehepaar bittet abschließend sehr intensiv um eine Beschränkung der Nutzungszeiten am Sonnabend. Nach dem vorliegendensungsmodell verbleibe nur der nutzungsfreie Sonntag, in der Woche sei „kein Feierabend“ absehbar und sollte die Planung für den Sonnabend so Bestand erhalten, stelle sich angesichts der Beeinträchtigung an Lebens- / Wohnqualität die Frage nach dem Verbleib! Zur persönlichen Wahrnehmung / Erfahrung des Lärms wird die Einladung auf ihre zum Sportplatz gelegene Terrasse an die Mitglieder des Gremiums ausgesprochen.


 

 

 

 


Der Ausschuss vertagt den Tagesordnungspunkt.